Das aktuelle Wetter Duisburg 16°C
Heimatkunde

Stadtführer aus Leidenschaft

16.09.2011 | 12:00 Uhr
Stadtführer aus Leidenschaft
Vom Hamborner Rathaus startet einer der Rundgänge. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool

Duisburg-Hamborn.   Karriere hat Jörg Weißmann außerhalb von Duisburg gemacht. Seine Heimat Neumühl hat er aber nie vergessen. Deswegen bietet er in diesem Herbst Stadtteil-Rundgänge im Norden an und will mit Gleichgesinnten einen Heimatverein gründen.

Wenn man einem Menschen Erfolg überhaupt ansehen kann, dann sieht man ihn Jörg Weißmann wohl an: Der 51-Jährige trägt einen wirklich gediegenen grauen Anzug, der – sollte er von der Stange sein – aufs vortrefflichste ausgesucht wurde.

Zudem eine Uhr, die dem Kenner wirklich edler Uhren anerkennendes Nicken entlockt. Vom Brillengestell bis zu den Schuhen strahlt der Mann Erfolg und unaufdringliche Klasse aus. Kein Wunder: Der Jurist ist Teilhaber einer bundesweit tätigen Unternehmens- und Finanzberatung, spezialisiert auf Klienten aus Medizin- und Pharmabranche.

Aber Weißmann ist mehr als das. Inbrünstig und aus tiefster Überzeugung: „Ich bin ein Neumühler Junge“, sagt der Manager begeistert und seine Augen leuchten, „aufgewachsen in Neumühl, Abitur auf dem Clauberg-Gymnasium und Sport hatte ich“, natürlich – bei wem auch sonst, „beim guten Walter Schädlich.“

Obwohl das Studium ihn nach Münster führte, Frau und Karriere erst Krefeld und dann Bonn zum geografischen Lebensmittelpunkt des Jörg Weißmann machten: Der „seelische Lebensmittelpunkt“ – das merkt man im Gespräch mit ihm – bleibt der Duisburger Norden.

Mit seiner Heimatliebe stehe er beileibe nicht alleine da, sagt er weiter. Viele seiner Mitschüler vom Clauberg-Gymnasium hätten fern von Duisburg Karriere gemacht: „Die Heimat geht ihnen aber nicht aus dem Kopf.“

Die Geschichte und Geschichten seiner Heimat kennt der gebürtige Neumühler so gut, dass die Volkshochschule bei ihm angeklopft hat. Im Herbst veranstaltet Weißmann gemeinsam mit seinem Freund Dr. Michael Kanther vom Kultur- und Stadthistorischen Museum Stadtteil-Rundgänge im Norden.

Los geht es am Sonntag, 25. September, wenn ab 15 Uhr ein „Stadtrundgang durch Alt-Hamborn“ auf dem Programm steht. Start ist das Hamborner Rathaus. Dann geht es zwei Stunden lang zu den Fixpunkten Hamborner Groß- und Industriestadt-Geschichte.

Am Freitag, 7. Oktober, bietet Weißmann ab 15 Uhr einen historischen Rundgang durch Marxloh an, der an der Trinkhalle am August-Bebel-Platz startet. Am 16. Oktober schließlich führt Weißmann interessierte Bürger durch „seinen Kiez“, wenn ab 15 Uhr
„Die früheren Neumühler Prachtstraßen“ auf dem Programm stehen.

Wie, Prachtstraßen in Neumühl?

„Klar“, sagt Weißmann begeistert, „die gab es dort mal.“ Dass darauf im Titel des Rundgangs etwas provokant hingewiesen werde, sei Teil des Konzepts: „Schließlich wollen wir spannende Rundgänge anbieten, die ein wenig polarisieren, nachdenklich machen und zum schmunzeln anregen.“

Die Teilnahme an den Kursen kostet jeweils 5 Euro.

Aprospos Geld: Das VHS-Honorar, das er für seine Stadtteil-Führungen bekommt, will Weißmann spenden. Bei der Gründung eines Heimatvereins für die Stadtteile des Duisburger Nordens. Den will der Geschäftsmann im Oktober mit Gleichgesinnten auf den Weg bringen. Zielvorgabe: Ein schmuckes Heimatmuseum im Hamborner Rathaus.

Christian Balke

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/5064914/create

Aktuelle Fotos und Videos
Scheune niedergebrannt
Bildgalerie
Feuerwehr
Duisburg in Trümmern
Bildgalerie
2. Weltkrieg
Blindgänger in der Ruhr
Bildgalerie
Bombe
Aus dem Ressort
Niederländer baut alten Bahnhof zum Therapiezentrum um
Projekt
Der alte Meidericher Bahnhof, zuletzt ein wenig attraktiver Ort zwischen Sparkasse und Bezirksamt, wird kurzfristig aufpoliert – und bereits im Oktober eröffnet dort ein Gesundheitszentrum.
Foto Text
Hagenbuck böse abgewatscht
Verkehrslärm
Bezirksvertretung Hamborn stimmt gegen Lkw-Fahrverbot auf Sofienstraße und der Straße am Inzerfeld. „Wiehernder Amtsschimmel“ sorgt für lautstarken Zwist zwischen SGU-Chef und SPD-Nachwuchsmann Haak.