Stadt fordert das Zumauern von Fenstern im Einfamilienhaus

Hausbesitzer Friedhelm Zaborski vor seinem Haus an der Koopmannstraße in Meiderich.
Hausbesitzer Friedhelm Zaborski vor seinem Haus an der Koopmannstraße in Meiderich.
Foto: WAZFotoPool
Was wir bereits wissen
Der pensionierte Chirurg Dr. Friedhelm Zaborski wollte eine Genehmigung für den rückwärtigen Anbau seines Hauses, der von seinem Vater in Nachkriegswirren errichtet wurde, einholen. Jetzt fordert die Stadt den 77-Jährigen auf, die Fenster mit feuerbeständiger Technik auszustatten oder zuzumauern.

Duisburg.. „Der Ehrliche ist der Dumme“, so sieht es Dr. Friedhelm Zaborski, pensionierter Chirurg, der vor vielen Jahren wieder in sein Elternhaus, Koopmannstraße 87 in Obermeiderich, einzog. Mittlerweile 77 Jahre alt, will er mit seiner Frau in eine altengerechte Wohnung ziehen und das Haus verkaufen. Und da er wusste, dass ein rückwärtiger Anbau vom Vater, einem Maurer, in den Nachkriegswirren ohne Genehmigung errichtet worden war, beauftragte er ein Architekturbüro, dafür nachträglich die Genehmigung einzuholen. Zaborski wollte sich spätere Scherereien mit dem Käufer ersparen. Die hat er jetzt mit der Baubehörde.

Denn beim Studium der Bauakte fiel dort auf, dass es auf der Südwestseite des Hauses zwar vier Fenster gibt, jedoch nur eines davon genehmigt worden ist - und auch das nur „auf Widerruf“. Dr. Zaborski hat jetzt die Wahl, diese Fenster entweder zuzumauern oder mit feuerfesten Glasbausteinen oder Fensterscheiben auszustatten – ansonsten bekommt er eine entsprechende Ordnungsverfügung, dies tun zu müssen.

Bundesbahn errichtete Wohnblock

Als der Vater das frühere evangelische Gemeindehaus 1928 erwarb, befand sich nebenan noch Acker der Deutschen Reichsbahn. Das Haus steht genau auf der Grundstücksgrenze. In nur 5,84 Metern Abstand durfte die Bundesbahn dort Mitte der 1950er Jahre einen Wohnblock errichten. Eigentlich ist der Abstand zu gering, müsste rund sechs Meter betragen. Bei einem Feuer könnten Funken überspringen.

Der pensionierte Arzt könnte den städtischen Auflagen nur entgehen, wenn die Deutsche Annington, mittlerweile Eigentümer des Blocks, ihm die Eintragung einer entsprechenden Baulast bewilligen würde. Aber da auch dies Haus verkauft werden soll, will die Annington sich die Verkaufs-Chancen dadurch nicht schmälern. Theoretisch könnte die Lücke zwischen beiden Häusern durch einen Anbau geschlossen werden. Immerhin ist die Annington aber bereit, den Zustand weiter zu tolerieren.

Die Stadt pocht auf das Zumauern

Bei der Stadt pocht man aus Sicherheitsgründen auf das Zumauern bzw. den Ausbau in feuerbeständiger Technik. Die muss 90 Minuten einem Feuer standhalten. Es handele sich um Vorschriften, betont Pressesprecherin Anja Huntgeburth, die noch aus preußischer Zeit stammten. Und dabei spiele auch keine Rolle, dass der Zustand seit 1934 so geduldet werde. Das geschehe nur bis „auf Widerruf“.

Wenn man als Baubehörde solche Mängel entdecke, so Huntgeburth weiter, „sind wir verpflichtet, einzugreifen.“ Außenwände seien aus Feuerschutzgründen immer geschlossen auszuführen - oder eben im so genannten F-90-Standard. Die Stadt bemängelt aber auch noch andere Umbauten.