Stadt Duisburg verweigert Baugenehmigung am Mattlerbusch

Selgün Calisir vor der Bauruine an der Seelhorststraße.
Selgün Calisir vor der Bauruine an der Seelhorststraße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Geschäftsmann Selgün Calisir möchte auf seinem Grundstück neu bauen. Doch die Stadt lehnt ab: Die Fläche ist laut Bebauungsplan Grünbereich.

Röttgersbach..  Der Marxloher Geschäftsmann Selgün Calisir (46) ist nicht gut auf die Stadt Duisburg zu sprechen. Sie verweigert ihm eine Baugenehmigung auf einem Grundstück, das er Anfang des Jahres 2012 erworben hat. Die Behörde hält dagegen: Der neue Grundstückseigentümer habe gewusst, dass es für das Grundstück am Wendehammer der Seelhorststraße einen Bebauungsplan aus dem Jahr 1968 gebe.

Darin ist festgelegt, dass das direkt am Mattlerbusch gelegene Grundstück künftig ausschließlich als Grünfläche genutzt werden darf. Das alte Wohnhaus allerdings hatte Bestandsschutz.

Doch jetzt ist es nur noch ein Trümmerhaufen. Nachdem Calisir es gekauft hatte, entstanden nach dem Auszug der alten Eigentümer im leerstehenden Bau erst massive Wasserschäden durch Vandalismus (2012), im Herbst 2013 brannte das Haus, bei Sanierungsversuchen 2014 stürzten die Decken ein, die Standsicherheit ging laut Calisir verloren. Damit, so ein Stadtmitarbeiter im Gespräch mit unserer Zeitung, sei der Bestandsschutz erloschen. Folglich dürfe das etwa 12 000 Quadratmeter große Grundstück jetzt nicht mehr bebaut werden.

Grundstückseigentümer: Das kommt einer Enteignung nahe

„Das kommt einer Enteignung nahe“, ärgert sich Selgün Calisir. „Wer ein Haus kauft, sollte sich vorher erkundigen, ob es für das Grundstück Auflagen gibt“, erklärt die Stadt.

Damit will sich der Geschäftsmann, der selbst an der Seelhorst-straße wohnt und das Grundstück „für die eigene Familie“ nutzen möchte, nicht abfinden. Er hat schon mehrfach Anläufe unternommen, um eine Baugenehmigung zu erlangen. Vergeblich. Die Stadt Duisburg lehnt jedweden Neubau ab. „Aus planungsrechtlichen Gründen“ sehe man „keine Möglichkeit, ein Bauleitverfahren mit Ihren Zielen durchführen zu können“. Das Grundstück sei als Parkanlage ausgewiesen.

„Aber ich möchte ja nur an genau der Stelle, wo sich das etwa 150 Jahre alte Haus befand, einen Neubau errichten“, sagt Calisir. Es gehe nicht darum, das Grundstück mit weiteren Gebäuden zuzubauen. „Im Park durfte der Mattlerhof doch nach einem Brand auch wieder aufgebaut und sogar erweitert werden“, schildert der Grundstückseigentümer. „Ich erwarte einfach nur, dass eine Gleichbehandlung erfolgt“, sagt er und nennt noch ein Beispiel: Am Könzgenplatz sei – auch im Plangebiet – eine neue Wohnanlage entstanden.

Notfalls zieht Calisir vors Gericht

Baudezernent Carsten Tum teilte schriftlich mit (das Schriftstück liegt der Redaktion vor), dass die Fläche langfristig als Grünfläche erhalten werden solle. Das habe auch die Projektgruppe Duisburg 2027 beschlossen. Calisir will mit „allen rechtlichen Mitteln“ gegen die Stadt vorgehen, um die Baugenehmigung zu erlangen.