Stadt Duisburg sieht sozialen Frieden in Marxloh gefährdet

Im Oktober 2014 türmten sich Berge von Müll auf einem Dach an der Kaiser-Wilhelm-Straße.
Im Oktober 2014 türmten sich Berge von Müll auf einem Dach an der Kaiser-Wilhelm-Straße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadt Duisburg sorgt sich um den sozialen Frieden im Stadtteil Marxloh. Nach der massiven Zuwanderung von Südosteuropäern gibt es vermehrt Gewalt.

Duisburg-Marxloh.. Der soziale Frieden ist im Stadtteil Marxloh laut Stadt Duisburg massiv gefährdet. Die Entwicklungsgesellschaft Duisburg soll dafür sorgen, dass der Ortsteil nicht weiter an Lebensqualität verliert, sondern wieder auf die Beine kommt.

Die Stadt kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Probleme insbesondere durch den starken Zuzug von Rumänen und Bulgaren entstanden seien. In der kommenden Woche wird das Thema im Haupt- und Finanzausschuss, aber auch in der Bezirksvertretung Hamborn diskutiert, am 22. Juni soll der Rat der Stadt ein integriertes Handlungskonzept beschließen.

Zusammenleben war friedlich

Arne Lorz, Abteilungsleiter im Amt für Stadtentwicklung, bescheinigt Marxloh, nach den Umstrukturierungs- und Stadterneuerungsmaßnahmen in den vergangenen 20 Jahren auf einem guten Weg gewesen zu sein. Die Geschäftsleerstände sind – zumindest an der Weseler Straße – weitestgehend beseitigt. Die lokale Ökonomie habe sich stabilisiert, das Zusammenleben der Menschen sei friedlich gewesen.

Doch jetzt brodelt es im Stadtteil. Der Ortsteil sei mit „vielfältigen Problemlagen belastet“ (Bevölkerungs- und Sozialstruktur, Wirtschafts- und Erwerbsstruktur, Bildungsteilhabe und Zuwanderung aus Südosteuropa). Das Ergebnis sei, dass sich dieser Stadtteil von „anderen Ortsteilen Duisburgs insgesamt zum Teil stark unterscheidet beziehungsweise negativ abhebt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Da ist auch die Rede von „Segregation“ (also der Trennung verschiedener Bevölkerungsgruppen) und die Stadt kommt zu dem Schluss, dass die Unzufriedenheit der Bewohner steige – „bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen“.

Problemhäuser sollen abgerissen werden

Die Stadt will in den kommenden fünf Jahren dafür sorgen, den sozialen Frieden zu sichern. Sie möchte Mindeststandards für Kinder und Jugendliche (Bildung) durchsetzen, Erwerbsfähige in Arbeit bringen und den Ortsteil städtebaulich aufwerten und stabilisieren. Letzteres soll unter anderem durch den Abriss so genannter Problemhäuser erreicht werden (dafür werden 1,1 Millionen Euro eingeplant) und etwa die Gestaltung des Paulplatzes. Angaben, welche Immobilien auf der Abriss-Wunschliste stehen, machte die Stadt auf Anfrage nicht. Außerdem soll die Herbert-Grillo-Gesamtschule zur Stadtteilschule umgewandelt werden, also zu einer Bildung- und Begegnungsstätte.

In Marxloh leben 18.985 Menschen, 10.445 besitzen einen deutschen Pass. Die Behörden haben 1641 Bulgaren und 1309 Rumänen registriert (Stand: 31. Dezember 2014).