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Politisches Nachtgebet

Sprachlosigkeit nach der Katastrophe

03.08.2010 | 16:33 Uhr
Sprachlosigkeit nach der Katastrophe
Fotos der Opfer sind am Zaun vor dem Unglücksort aufgestellt. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Duisburg.Beim Politischen Nachtgebet in der Marxloher Kreuzeskirche behandelten die Besucher das Thema „Politik in der Krise. Duisburg nach der Loveparade“.

Die Loveparade bestimmt auch in der Woche nach dem Gedenkgottesdienst für die Opfer das öffentliche Leben in Duisburg. Das politische Nachtgebet der Marxloher Kreuzeskirche an der Kaiser-Friedrich-Straße beschäftigte sich mit den tragischen Ereignissen. Das Thema, über das offen diskutiert wurde, lautete „Politik in der Krise. Duisburg nach der Loveparade.“

„Niemand kann sich der Tragödie in Gefühlen und Gedanken entziehen“, sagte Pfarrer Hans-Peter Lauer vor rund 50 Teilnehmern. Die Fragen, die in der Kreuzeskirche gestellt wurden, sind dieser Tage allgegenwärtig: Wie soll es weitergehen? Was ist das für eine Politik, die solche Risiken eingeht? Sind alle Entscheidungen richtig, solange sie wirtschaftlichen Interessen dienen? Wie kann wieder neues Vertrauen wachsen?

Die Diskussion war nicht einfach, die Stimmung bedrückend. „Ich bin sprachlos angesichts der Geschehnisse und der Reaktionen der Politik, Verwaltung und des Oberbürgermeisters“, sagte Moderatorin Jennifer Metzlaff mit zitternder Stimme. Ähnlich emotional waren die meisten Wortbeiträge. „Ich schäme mich für alle Verantwortlichen, einschließlich der Dezernenten“, offenbarte Marianne Kronwald, die jahrzehntelang kommunalpolitisch aktiv war. Eine Besucherin sprach sogar davon, dass sie „voll Hass“ sei und „auf die Barrikaden gehen“ könne. Die Gefühle der Menschen entluden sich vornehmlich gegen OB Adolf Sauerland, der für einen erhofften Ansehensgewinn der Stadt sämtliche Bedenken an der Sicherheit der Loveparade fortgewischt habe. Durch seit Jahren gefälschte Besucherzahlen seien er und Hunderttausende eines Betrugs an den Bürgern schuldig. Seinen Rücktritt lehne Sauerland ab, wurde gemutmaßt, weil es ihm nur um die „Penunzen“ gehe und er um seine Pension fürchte. Zwar galt Adolf Sauerland den Diskutierenden nicht als alleiniger Schuldiger, doch insbesondere von ihm waren Menschen „maßlos enttäuscht“.

Wer ein Amt bekleide, so Pfarrer Lauer, werde „in die Hölle geschickt und kommt als Teufel oder Verteufelter heraus“.

Das Interesse der Menschen an der Kontrollfunktion für Mandate müsse nun wachsen, so Lauers Appell. Denn jeden Duisburger gehe an, „was in unserer Stadt geschieht“.

Oliver Kühn

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Kommentare
04.08.2010
19:08
Sprachlosigkeit nach der Katastrophe
von zuversicht1 | #1

„ Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“

Ein treffender biblischer Impuls ,ausgesprochen beim letzten Politischen Nachtgebet!

Das Thema : Politik in der Krise !
Jürgen Köhnen, gelernter Schmied, gehört auch dem Vorbereitungskreis des Politischen Nachtgebetes an, eröffnete leicht- leise, auf seinem Akkordeon, mit dem Lied: „ Amazing grace“, dieses Nachtgebet!

„ how sweet the sound “ .

Und es wurde leise beim Politischen Nachtgebet, in der Marxloher Kreuzeskirche, als Pfarrer Hans-Peter Lauer, u. a.: „Niemand kann sich der Tragödie in Gefühlen und Gedanken entziehen“, in seinem wertvollen Eingangsworten sprach.

Trotz Sommer/Ferienzeit war dieses GOTTesHaus von vielen Interessierten, politisch mitdenkenden Christen und GewerkschaftlerInnen gut besucht!

Obwohl es zuerst schwer war, die richtigen Worte zu finden näherten sich die Veranstalter und Besucher danach doch sehr zügig dem Thema: „Politik in der Krise. Duisburg nach der Loveparade“.

Sprachlosigkeit ging über in einem Bekennen von Wut, Scham und auch Verbitterung!

Unsicherheiten gegenüber dem weiteren Prozedere, die Präsens, des sehr kritisierten Oberbürgermeister ,für die nächsten Wochen , wurden ausgesprochen.

Und auch das fehlende Hinterfragen der wirtschaftlichen Interessen, vielleicht „Einiger“, die eventuell schon viel zu sehr, OHNE Kontrolle, eine Krise, auch hier in der Kommunalpolitik ermöglichten, wurde betont!

Die Frage nach dem „Warum“ stand ganz deutlich im Raum.
Wie konnte dies geschehen? Wer trägt Schuld, wer ist verantwortlich?

Ich denke allen Anwesenden, die im Denken und Fühlen und Glauben vereint waren und die Betroffenen ( ein Betroffener erzählte von seinen, dort miterlebten Trauma ) und Beteiligten und nicht zuletzt uns selbst, sind wir es schuldig, das Unfassbare lückenlos aufzuklären.

Also : Keine Krise ,in der ,von Authentizität geprägten Aussagen, der Anwesenden , die sich gegen eine Politik, die solche Risiken eingeht, wehren !

Aber auch die Zweifel ,die Skepsis :
Wie kann wieder neues Vertrauen wachsen?
in die, noch amtierende Stadt- Führung, verblieben ,m. E. noch bei den Teilnehmern!

Nun , solange es aber noch ,nicht nur Duisburger ,politisch und kritisch verantwortungsbewusst DENKENde und FÜHLENde und auch, Ihre GLAUBENsbekenntnisse Abgebende dabei sind , können einfühlsame Worte Halt gegeben .Und somit kann auch Trost Miteinander „gespendet“ werden.,

Solange gibt es dann , nicht nur ein Still(es) – Leben 2010 - !

Sondern auch „laute“ Persönlichkeiten ,die ( von Dortmund über Bochum Ökumene und Sozialethik bis Duisburg ) eine ,immer neue, Wiederbelebung, einer Politik , die solche „Krisen“ und die anstehenden Fragen hierzu , authentisch aufarbeiten wird, verfolgen werden.
Und es wird dann auch die eine oder andere Antwort gefunden !

Bis dahin ,lassen Sie uns Alle , die Glaubens - Bekenntnisse abgeben können ( zumindest ein mal im Monat , am ersten Montag , im Monat ,Gemein(de)sam ,in der Politischen Nacht :-) ,das :
VATER UNSER beten.

Vielleicht gelingt es dem Einen oder der Anderen … auch des Öfteren …

Auch um ,auf diese Weise , mit SEINem Segen : DANKE zu sagen.
( Sie wären damit ,bestimmt ,nicht allein.)

Ein DANKE ,für die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen. Die als Rettungssanitäter, als Ärzte, als Feuerwehrleute und Polizisten, als Mitarbeiter der Verwaltung, als Ordner, als Schaffner oder Busfahrer und schließlich als Mitarbeiter der Bahnhofsmission und als Notfallseelsorger in dieser Katastrophe Mit – Leidend verantwortungsbewusst Großartiges vollbracht haben.

Theo van Wesel

Ps. Die wertvollen ,von Pfarrer Lauer vorgetragenen Eingang - Gedanken ,könnten ja, weil sie beachtenswert sind , nachgetragen werden.
Auf der:
http://www.nachtgebet.de/13768.html

Wäre schön!

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