Sparkassen-Filialabbau: Bürger sorgen sich um die Zukunft

Dieser Standort der Sparkasse am Kometenplatz in Duisburg-Walsum wird 2017 aufgegeben.
Dieser Standort der Sparkasse am Kometenplatz in Duisburg-Walsum wird 2017 aufgegeben.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In Walsum-Aldenrade sorgen sich Bürger, Politiker und Verwaltungsleute, was aus dem Sparkassengebäude nach 2017 wird. Die Filiale wird geschlossen.

Duisburg.. Die Walsumer Sparkassenfilialen am Schwan und am Kometenplatz werden bereits im Laufe des Jahres 2017 geschlossen. Der genaue Termin indes steht noch nicht fest, so Sparkassensprecher Andreas Vanek am Dienstag. Insbesondere in Aldenrade sorgen sich Bürger, Politiker, aber auch Verwaltungsmitarbeiter um die Zukunft „der Ortsmitte“.

800 Quadratmeter werden frei

Im Gebäude am Kometenplatz hat die Sparkasse knapp 800 Quadratmeter angemietet. Ursprünglich gehörte ihr der Bau. Dort arbeiten derzeit 18 Mitarbeiter. Ferner sind in dem Komplex, der vor acht Jahren an eine in München ansässige Immobilienfirma verkauft wurde, eine Anwaltskanzlei, ein Zahnarzt und der beliebte Köpi-Pavillon untergebracht. Im Ortsteil fragt man sich seit Freitag, als die Nachricht von den geplanten Sparkassen-Filial-Schließungen bekannt wurde, wie denn eine Folgenutzung der großen Fläche aussehen soll. „Da kommt doch wohl keine Spielhalle rein!?“, hörte man am Dienstagnachmittag immer wieder im Gespräch mit Bürgern in Aldenrade.

Bezirksamtsleiter Jürgen Scherhag kann die Bürger beruhigen: „Die Räume können nur wie bisher gewerblich genutzt werden. Vergnügungsstätten sind nicht zulässig.“

Nicht nur die Sparkassenkunden (in der Filiale am Kometenplatz werden 10 000 Konten geführt – 9000 private, 1000 gewerbliche) machen sich ihre Gedanken, was aus dem Bau wird. Auch die Betreiberin des beliebten Köpi-Treffs, Gudrun Jobst, ist nervös. Die 61-Jährige würde die Gaststätte, die sie seit 28 Jahren betreibt, gerne noch fünf Jahre weiter führen. Aber: Sie habe jetzt einen Verlängerungsvertrag vorgelegt bekommen, den sie nicht unterschreiben könne. Die Konditionen seien zu schlecht. Unter diesen Bedingungen rechne sich die Kneipe nicht mehr.

Karnevalisten fürchten um ihr Altweiber-Fest

Die grün-weißen Karnevalisten befürchten auch Schlimmes: „Wenn es das Köpi nicht mehr gibt, das uns immer an Altweiber unterstützt hat, ist das Fest gestorben“, sagt Vorsitzender Elmar Klein.

Die Sparkasse will ihr Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße (am Friedrich-Ebert-Platz) konzentrieren. Dort befindet sich derzeit eine Immobilienabteilung (die vom selben Münchener Unternehmen angemietet sei), die um ein Privatkundencenter erweitert werden soll. Die Sparkasse plant dort einen Erweiterungsbau. Der Anbau sei 1,1 Millionen Euro preiswerter als ein notwendiger Umbau am gut 100 Meter entfernten Kometenplatz.