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Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu

19.06.2012 | 15:31 Uhr
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
Ein gelungenes Stadtteilfest in Duisburg-Marxloh fand am 11.09.2011 statt. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Duisburg-Marxloh. „Das Baby ist geboren!“ Der Runde Tisch Marxloh (RTM) erfindet sich neu, gründet sich noch in dieser Woche als eingetragener, gemeinnütziger Verein. Ideenwerkstatt, Vereinsstammtisch, Werbering Marxloh sowie alter RTM lösen sich auf und werden samt Mitgliedern und Vereinsvermögen in den neuen Verein „Runder Tisch Marxloh e.V.“ überführt.

Das beschloss eine Mehrheit der Mitglieder des Runden Tisches Marxloh (RTM) im ehemaligen Gemeindezentrum „Arche“ an der Dahlstraße. Für einige der rund 70 anwesenden Mitglieder kam die Entscheidung überraschend, trotz Ankündigung des RTM. So gab es bei dem Treffen auch Proteste gegen die schnellen Beschlüsse. Doch der RTM steht unter großem Zeit- und Handlungsdruck.

Denn die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) will ihre Ausleihstelle an der Rolfstraße kurzfristig schließen, die für die Marxloher Vereine unersetzlich ist. Um diese Ausleihstelle, ihre sechs Gemeinwohlarbeitskräfte und Geräte wie Bühnen, Zelte, Verstärkeranlagen, Beamer, Leinwände , Biertischgarnituren etc. übernehmen zu können, musste sich der Runde Tisch als Verein neu gründen. „Wir mussten schnell handeln“, begründete Dieter Stradmann, Sprecher des RTM, das Vorgehen. Für die Vereinsgründung gibt es aber auch einen handfesten, finanziellen Grund: Denn bisher hatte der Runde Tisch Marxloh keine regelmäßigen Einnahmen. Mit der Übernahme der Ausleihstelle würde sich das ändern, könnten pro Jahr rund 76 000 Euro an „selbst erwirtschafteten Einnahmen“ an den RTM fließen. Dazu kommen die Einnahmen der in den RTM integrierten Vereine.

Dieter Stradmann, Foto: Rainer Raffalski

Schon länger ist bekannt, dass der Runde Tisch auch alle anderen Aufgaben der Entwicklungsgesellschaft Duisburg in Marxloh übernehmen will, wenn die bürgerschaftlichen Aufgaben der EG DU 2015 wie geplant enden. „Die Vereinsgründung ist die logische Folge des Stabilisierungsprozesses, den die Marxloher Bürger vor zwei Jahren beschlossen haben“, so Claus Krönke. „Der Verein soll unsere Kräfte noch besser bündeln, die Arbeit des Runden Tisches effizienter, handlungsfähiger und schlagkräftiger machen.“ Als Verein könne der RTM künftig auch Großprojekte wie die Neugestaltung des Paulusviertels besser stemmen.

Seit 2010 erarbeitete eine Projektgruppe des RTM eine Satzung. Am Dienstag bekräftigten die Vereinsvorstände des RTM förmlich ihren Willen, einen Verein mit dieser Satzung zu gründen. Nach der Bestätigung durch die Mitgliederversammlung ging es zum Notar, dann zum Amtsgericht. Bis Jahresende will der neue Verein seine Arbeit aufgenommen haben.

Oberstes Gremium bleibt die Mitgliederversammlung, betonten Krönke und Stradmann. Sie sei auch dem neu zu wählenden Vorstand und dem Koordinationsbüro des Vereins gegenüber weisungsbefugt. Ideenwerkstatt, Vereinsstammtisch, Werbering, Revierservice und Ausleihstelle bilden künftig fünf nachgeordnete Abteilungen des Vereins. Die laufenden Geschäfte des RTM soll eine Geschäftsstelle abwickeln.

Der alte Runde Tisch bleibt als Bürgerforum erhalten. Zwei Gemeinwohlarbeitskräfte sollen sich weiter um Ordnung und Sauberkeit im Ortsteil kümmern. Krönke und Stradmann: „Es wird keinen Bruch in der laufenden Arbeit in Marxloh geben! Die Beteiligung der Marxloher ist mit dem Bürgerforum gesichert.“

Claus Krönke. Foto: Tim Foltin / WAZ FotoPool

Gleichwohl kritisierten mehrere Besucher der Mitgliederversammlung, der Runde Tisch würde sich mit der Vereinsgründungvon seinen basisdemokratischen Wurzeln entfernen. Pastor Michael Kemper, bis April Mitstreiter beim RTM: „Ich bin geschockt. Die Bürgerbeteiligung ist nicht mehr so gewährleistet wie vorher. Das Bürgerforum ist im Verein völlig untergeordnet und nur noch ein Teil des Konstrukts. Bei der Vereinsgründung geht es doch nur um die Sicherung der Ausleihstelle.“

Die Kritikteilte auch Niyazi Sahin, Sprecher der Alevitischen Gemeinde Marxloh. Die Vereine der Migranten würden zu wenig berücksichtigt. Krönke und Stradmann konterten: „Die Moscheevereine sind seit Jahren leider nur dann zu unseren Versammlungen gekommen, wenn es um Gelder für ihre eigenen Projekte ging.

Der Verein „Runde Tisch Marxloh e.V.“ ist ab sofort in den Räumen der EG-DU-Ausleihstelle an der Rolfstraße 7 zu erreichen, rund um die Uhr unter der Rufnummer 0203 - 5 45 67 53.

Martin Krampitz



Kommentare
21.06.2012
08:40
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
von Rundertischmarxloh | #12

@11:Sie liegen richtig:Dieses ist die offizielle Kommentarfunktion des Runden Tisches Marxloh mit mir als Pressesprecher.Sie liegen auch richtig, dass wir hier erklärt haben, was sonst ja an diesem Ort nicht üblich ist. Oberste Prämisse des RT ist die offene Kommunikation, wenn Kritik geübt wird, nicht das wegducken.Wir wollen Antworten geben,- jedem Einzelnen.Da ich die Kommenatoren nicht persönlich ansprechen kann, haben wir das hier gemacht.Sie liegen auch damit richtig, 2 von 70, insgesamt waren es 4 konnten für ihre Vorstellungen keine Merheit finden. Ich denke, das ist in einem demokratischen Prozess eine gute Lösung.Also, lasst uns gemeinsam anfangen,Wege für die Öffentlichkeitsarbeit suchen.Ein erster Weg ist die facebook Seite der Ideenwerkstatt, die an nächster Woche auf Runder Tisch Marxloh umgestellt wird.Hier werden alle Themen zur öffentlichen Diskussion eingestellt.Also Freundschaftsanfrage senden und mitdiskutieren.

20.06.2012
19:14
Mehr Rechtfertigung durch den neuen Verein als Kritik aus der Bürgerschaft
von rheinruhrbeobachter | #11

Wenn man die bisherigen Kommentare liest, so muss man objektiv feststellen: der Kommentator "rundertischmarxloh", möglicherweise der Pressesprecher des neuen Vereins, rechtfertigt mehr die Neugründung, als es die Kritik wert ist.

Nach meiner Auffasung gehören diese erklärenden Ausführungen nicht in Kommentierung
zu einem Bericht der Lokalpresse, sondern vielmehr in eine in Marxloh breit anzulegende
Öffentlichkeitsarbeit des neuen Vereins auf allen denkbaren Kommunikationswegen.

Ich kann nicht beurteilen, ob die Kritik von Herrn Kemper oder Herrn Sahin berechtigt ist.
Irgendwie entsteht jedoch der Eindruck, dass beide für ihre Vorstellungen keine Mehrheit finden konnten. Deshalb:man sollte den neuen Verein erst einmal arbeiten lassen und vielleicht zum Ende des Jahres 2012 objektiv beurteilen, was er für Marxloh und seine Bürger bewirkt hat. Erst dann lässt sich fundierte Kritik üben. Heißt für heute: Beobachten, was sich bewegt oder noch besser, was sich nicht bewegt in Marxloh

20.06.2012
18:05
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
von hercules150 | #10

Immer wenn Vereine mit Migrationshintergrund zum Vereinstammtisch kamen um sich mit einzubringen wurden sie sehr erfolgreich weg gemobt, das sollten einige neue Mitglieder am neuen RTM mal nicht vergessen. Also mal nicht so unschuldig tun.

20.06.2012
14:47
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
von Rundertischmarxloh | #9

@1: Wir müssen eine Aussage des Artikels richtig stellen: Die zitierte Aussage "Die Moscheevereine sind seit Jahren nur zu unseren Versammlungen gekommen, wenn es um Gelder für ihre eigenen Veranstaltungen ging" stammt nicht von Herrn Stradmann oder Herr Krönke, sondern von einem Mitglied des Runden Tisches im Rahmen der entbrannten Diskussion.Unserer Erinnerung nach lautete die Aussage des Bürgers: "Wo wart Ihr denn die ganzen Jahre. Ihr seid nur gekommen, wenn es Geld zu verteilen gab". Diese Aussage ist so nicht richtig, das wurde dann auch sofort in der Diskussion gesagt. Viele Vereine mit Migrationshintergrund beteiligen sich am Runden Tisch, wobei es einige wenige gibt, auf die die Aussage zu trifft. das hat aber nichts mit Migrationshintergrund zu tun, sondern geht durch alle Gruppen

20.06.2012
12:59
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
von Rundertischmarxloh | #8

@6: Umso schwieriger ist unsere Arbeit.- Nur was wäre die Alternative- nichts tun, weg ziehen ? Wir können froh sein, dass es in diesem Stadtteil noch viele Menschen gibt, die trotz aller Probleme sich weiter engagieren und gemeinsam arbeiten, dass es besser wird.Es ist auch kein Aktionismus: Die Arbeit die die Menschen in den drei Vereinen bereits machen wird nur unter einem Dach gebündelt.

20.06.2012
11:48
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
von 20Duisburg12 | #7

Nur wer das Geld hat hat auch das sagen,war immer so und wird auch für die zukunft so bleiben

20.06.2012
10:01
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
von comember | #6

Was soll diese Selbstbefriedigung und dieser Aktionismus?

Einfach mal nach Marxloh gehen und sich den Stadteil anschauen. Danach bitterlich weinen, die Türe abschließen und das Licht ausmachen.


20.06.2012
08:53
Zum gefühlten Zeitdruck
von Rundertischmarxloh | #5

Am 18.06. wurde das Ergebnis von über einem Jahr Diskussion,Arbeitsgruppen und workshops präsentiert.In jeder Rt Sitzung seit einem Jahr wurde über den aktuellen Stand berichtet.das Thema Ausleihstelle kam erst Ende Januar 2012 dazu, da stand weitestgehend alles. Die Ausleihstelle wurde nur noch hinzu genommen.Der Runde Tisch kann gut ohne die Ausleihstelle existieren, aber der Stadtteil wird es nicht können, wenn weiter Veranstaltungen in der gewohnten Qualität und Kostenstruktur statt finden sollen.Wenn über 1 Jahr mit über 100 Personen entwickelt wird, müssen auch irgendwann Ergebnisse präsentiert und beschlossen werden.Das Problem ist, dass beispielsweise am 18.06. nur 9 Personen anwesend waren, die den Prozess seit 2010 durchgehend begleitet haben.Der rest ist im Laufe der Zeit dazu gestossen, einige Leute waren seit über einem jahr erstmalig wieder da.Insgesamt wurde dann das neue Konzept mit nur 9 Enthaltungen und keiner gegenstimmen angenommen,was die große Befürwortung zeigte.

20.06.2012
08:44
Zur Basisdemokratie des RT
von Rundertischmarxloh | #4

Der alte und der neue RT sind basisdemokratisch. Das RT Bürgerforum ist keine untergeordnete Abteilung, sondern komplett unabhängig und eigenständig auf höchster Ebene angeordnet.Das Vereinskonstrukt beschränkt einerseits die Haftung, andererseits kann der Verein das Bürgerforum mit Finanzmitteln ausstatten,um unabhängig zu bleiben.Die Marxloher sollen jedoch in Kürze die Basisdemokratie des RT definieren.Marxloh hat 18.000 Einwohner. Zu jeder Sitzung des RT kommen davon rund 70,- und das bis auf rund 20 Personen immer wechselnd. Diese 70 Personen entscheiden in den Sitzungen für 17.930 mit, die nicht da sind. das ist die basisdemokratische Schwäche des RT.Wer zu einem Thema aus dem er Vorteile haben kann mit 40 Leuten kommt, hat die Mehrheit und der Beschluss ist rechtskräftig. Hier soll ein besseres System von den Marxlohern entwickelt werden.Wie das aussehen kann, erarbeiten bald alle Marxloher, die Inetresse haben in einem offenen Prozess.

20.06.2012
08:37
Runder Tisch in Duisburg-Marxloh erfindet sich neu
von Rundertischmarxloh | #3

Um Mißverständnissse zu vermeiden: In der Marxloh Konferenz am 18.06.2010 wurde von den Bürgerinnen und Bürgern entschieden, nicht mehr zwischen Migranten und Deutschen zu unterscheiden, sondern in allen Menschen nur noch Marxloherinnen und Marxloher zu sehen.An diese Prämisse hält sich der Runde Tisch,-auch der neue e.V. Er ist offen für alle Marxloherinnen und Marxloher.Alle Vereine und Einzelpersonen finden sich im e.V. wieder. Die Abteilungen bilden lediglich ein Forum, in der sich die Gemeinschaften austauschen und gemeinsam Themen umsetzen können. Der Vereinsstammtisch ist das Forum aller Marxloher Vereine- schon immer gewesen.Die Ideenwerkstatt ist als neues Forum umgebaut, in der sich alle Marxloherinnen und Marxloher engagieren können, die als Einzeperso etwas bewegen wollen und keinem Verein angschlossen sind. Der Werbering ist das Forum aller Marxloher Geschäftsleute-auch schon immer gewesen.Wenn eine Vertretung, speziell für Migranten geforder wird, ist das ein Rückschritt

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