Ruhrorter streiten sich über die Idee für die geplante Schimmi-Gasse in Duisburg

Das gestrickte Straßenschild "Schimmi-Gasse" hängt seit dem 27. September 2013 im Duisburger Stadtteil Ruhrort.
Das gestrickte Straßenschild "Schimmi-Gasse" hängt seit dem 27. September 2013 im Duisburger Stadtteil Ruhrort.
Foto: dpa
Eine Straße in Duisburg, die nach TV-Kommissar Horst Schimanski benannt wird, wird es vorerst nicht geben. Trotzdem geht die Debatte über die Umbenennung eines kleinen Sträßchens in Ruhrort weiter. Angeblich soll Antragstellerin Stafanie Kreitz die Idee geklaut haben. Schimanski, übernehmen Sie!

Duisburg-Ruhrort.. Der Antrag war gescheitert. Aber die Idee, eine Straße nach TV-Kommissar Horst Schimanski zu benennen, fanden viele Ruhrorter offensichtlich richtig gut. So gut, dass sich jetzt sogar mehrere Beteiligte die Idee zu einem gescheiterten Antrag auf die Fahnen schreiben wollen. Im Fokus steht CDU-Politikerin Stefanie Kreitz, die mit der Idee an die Öffentlichkeit ging.

Gleich mehrere Kritiker meldeten sich in der Redaktion, nachdem Kreitz erneut mit einem Foto in der Zeitung aufgetaucht war. Alle Äußerungen haben den gleichen Tenor: „Die hat die Idee dreist geklaut“, heißt es. Und weiter: „Man kann sich doch nicht einfach mit fremden Federn schmücken.“

Namenlose Gasse am Leinpfad

Der Ärger über Kreitz war wohl über Monate gewachsen. Die 39-jährige Bezirkspolitikerin, die auf der anderen Seite in Homberg wohnt, hatte im September die Benennung einer namenlosen Gasse unweit des Leinpfads vorgeschlagen. „Ich bin auf dem Hafenfest angesprochen worden“, sagt Kreitz. Viele Menschen seien auf sie zugekommen und hätten danach gefragt, ob es nicht möglich sei, eine Straße oder einen Platz nach der poltrigen Duisburger TV-Figur zu benennen. Dass es jetzt Kritik gebe, „ist mir absolut neu“.

Erfinder der Straßenidee soll die Ruhrorter Strickguerilla-Gruppe sein. Schon im Sommer hätten die anonymen Woll-Artisten über den Vorschlag einer Schimmi-Gasse an der Stelle nachgedacht. In Ruhrort soll der Gedanke die Runde gemacht haben. Sogar ein gestricktes Schild sei bereits zum Aufhängen vorbereitet worden.

Strickguerilla strickte Schimmi-Gasse-Schild

„Mit denen hatte ich überhaupt keinen Kontakt“, rechtfertigt sich Kreitz. Die Gruppe habe allenfalls gleichzeitig die Idee gehabt. Bislang hat sich noch kein Strickguerilla-Mitglied in der Debatte geäußert. Die Männer und Frauen hüllen meist ohne großes Aufsehen Schilder, Pfosten und Fahrräder in Wollmäntel und überraschen damit die Öffentlichkeit.

Fest steht, dass die Strickguerilla zwei Tage, nachdem die Redaktion erstmals über die Kreitz-Idee berichtete, mit einem gehäkelten Schimmi-Gasse-Schild in dem gepflasterten Sträßchen für Aufsehen sorgte.

Offen ist, wie es mit den Plänen für die Gasse weitergeht. Die Stadtverwaltung hatte den Kreitz-Antrag bekanntlich als nicht-machbar abgelehnt. Es könne Verwechslungen mit Fußballer Horst Szymaniak geben. Außerdem handele es sich um keine öffentlich gewidmete Fläche. Kreitz will am Ball bleiben und nach anderen Möglichkeiten suchen. Fehlt nur eine Idee.

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