Riesiger Wasserspeicher entsteht in Walsumer Herzogstraße

Michael Hiep fugt den Ziegelausbau im Kanalschacht. Im Hintergrund ist das riesige Abwasserohr zu sehen.
Michael Hiep fugt den Ziegelausbau im Kanalschacht. Im Hintergrund ist das riesige Abwasserohr zu sehen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Erster Bauabschnitt wird wohl bis Herbst 2016 fertig. Der Kanal kostet 3,2 Millionen Euro, die anschließende Straßenerneuerung 1,4 Millionen Euro.

Walsum..  Die Arbeiten auf der Kanal-Großbaustelle Herzogstraße gehen so flott voran, dass jetzt sogar Zeit für eine zweiwöchige Sommerpause ist. Die beginnt am kommenden Montag.

Seit Anfang dieses Jahres wird der uralte Kanal erneuert. Gleichzeitig wird unterirdisch in Rohren mit Innendurchmessern von 2,60 Metern ein Regenrückhaltesystem eingebaut – Fassungsvermögen: 2500 Kubikmeter. Damit wird sichergestellt, dass die Kläranlage bei Unwetter nicht allzu stark belastet wird.

Bereits fertig ist der Bereich zwischen Neunkirchener Straße und Auf dem Röttgen. Die Fahrbahn ist in dem Abschnitt provisorisch geteert, Autofahrer kommen also wieder von Osten kommend zum Lebensmittelladen, der Bäckerei und zur Apotheke. Alle Geschäftsleute hatten in den zurückliegenden Wochen deutliche Umsatzeinbußen, weil sie von motorisierten Kunden nicht einfach zu erreichen waren. Trotzdem hört man nur Lob, was die Bauarbeiten betrifft. Die Apothekerin etwa berichtet, dass sie selten so gut aufeinander abgestimmtes Arbeiten erlebt habe. Sie erwähnt auch, dass die Bautruppe oft bis zum Abend durchgemacht habe.

Nur kleine Bauabschnitte

880 Meter lang ist der erste Bauabschnitt. Der 31. Dezember 2016 ist als Fertigstellungstermin angegeben. „Es wird aber voraussichtlich schneller gehen“, sagt Baustellenleiter Goran Drekovic von den Wirtschaftsbetrieben. Es habe bisher keine bösen Überraschungen beim Ausschachten gegeben. Alle Versorgungsleitungen seien bekannt, die Denkmalschützer hätten bislang auch nichts im Boden entdeckt.

Rohrstücke wiegen 24 Tonnen

Die Löcher, die mit schwerstem Gerät gebuddelt werden, haben Ausmaße wie halbe Wohnhäuser. Kein Wunder: Die riesigen, 24 Tonnen schweren und drei Meter langen Stahlbetonelemente mit einem Außendurchmesser von 3,20 Metern liegen an der tiefsten Stelle fünf Meter unter der Fahrbahndecke. Die Oberkante befindet sich immer noch in gut anderthalb Metern Tiefe – und damit unter allen Versorgungsleitungen (Strom und Gas), die die Kanaltrasse kreuzen. Eine Vorstellung von den Dimensionen bekommt man, wenn man sich einmal in eines der am Straßenrand gelagerten Rohre begibt oder daneben stellt.

Alle an der Trasse liegenden Häuser, aber auch alle Gullys werden direkt an den neuen Kanal angeschlossen. Die Arbeiter, die in den Röhren beschäftigt sind, müssen gut aufpassen, dass sie keine Ladung abbekommen. Empfindliche Nasen dürfen sie auch nicht haben.

Der zweite Bauabschnitt (zwischen Herzogstraße 47 und Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße sowie auf der Friedrich-Ebert-Straße in Fahrtrichtung Marxloh (dort aber ohne Vollsperrung) ist 800 Meter lang. Baubeginn: etwa Ende 2016/Anfang 2017. Wie auch jetzt, werden immer nur kleine Abschnitte aufgebuddelt, um die Belastung für die Bürger so gering wie möglich zu halten. Erst, wenn alle Kanalarbeiten beendet sind, werden die Fahrbahnen und Gehwege erneuert.