Reiher fischen gerne in Duisburger Gartenteichen

Ein Graureiher aus Suche nach Beute.
Ein Graureiher aus Suche nach Beute.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In diesem Teil unserer Serie „Wildtiere in der Stadt“ geht es um die Grau- und Silberreiher. Sie leben gerne an Rhein und Ruhr. Dort gibt’s viel Futter.

Walsum/Meiderich/Hamborn/Ruhrort..  Reiher sind wunderschöne Vögel. Aber nicht unbedingt die Freunde der Kleingärtner mit Teich. Denn: Die Tiere schauen nicht für ein Foto-Shooting vorbei, sondern meist, um sich einen Goldfisch oder Koi zu schnappen.

Es handelt sich in erster Linie um Graureiher, die man in Duisburg nahezu überall entdecken kann. Im Volksmund werden sie Fischreiher genannt, aber den Namen trügen sie zu unrecht, so Duisburgs Artenschützer Randolph Kricke. Denn: Die fast ein Meter großen Tiere schnappen sich auch Mäuse und Ratten, Molche und Frösche, sogar gelegentlich Schlangen. Und in der Not begnügen sie sich auch mit Wasserinsekten wie Libellen.

Wenn man es ihnen allerdings leicht macht und den Gartenteich mit glasklarem Wasser und vielen Fischen ohne Netz präsentiert – dann können die schmucken Flieger der Versuchung kaum widerstehen.

Netze über Teichen sind eine Gefahr für Vögel

In der Regel sind die Vögel Einzelgänger, es sei denn, sie finden, wie etwa in der Rheinaue, ausreichend große Flächen, wo sie sich gegenseitig bei der Futtersuche nicht in die Quere kommen. Dann sieht man gelegentlich auch mal kleine Gruppen.

Vom Netzespannen rät Randolph Kricke übrigens ab: „Die Vögel verheddern sich schnell darin.“ Seit Rat für Teichliebhaber: Drähte um den Teich spannen. Die halten die Tiere ab. Gut funktionieren auch Wasserfontänen, die durch einen Bewegungssensor ausgelöst werden. Die funktionieren übrigens auch bei Katzen, die vom Beckenrand aus fischen wollen.

In der Rheinaue gibt es bislang keine Bruterfolge, wohl aber im Duisburger Süden an den Seen. Im Winter ziehen die Vögel längst nicht mehr weg – sie finden an Rhein und Ruhr auch bei Eis und Schnee in der Regel ausreichend Futter.

Silberreiher kommen wegen der Klimaverschiebung

Seit einiger Zeit beobachtet der Stadtbiologe auch Silberreiher. Im Gegensatz zu den Graureihern, die ein dunkleres Gefieder tragen, sind die Silberreiher schneeweiß. „Das ist hierzulande eine neue Art, die aus dem Mittelmeerraum kommt“, sagt der Experte. Seit etwa zehn Jahren kann man sie immer wieder in Duisburg beobachten. „Diese Tiere sind wegen des Federkleids sehr auffällig“, berichtet Kricke. Er vermutet, dass sie sich in diesen Regionen deshalb inzwischen wohl fühlen, weil es durchweg wärmer geworden sei – Stichwort: Klimaverschiebung.

Was das Futter betrifft, unterscheiden sich die beiden Arten nicht voneinander. Beiden macht es nichts aus, mehrere Kilometer am Tag zu fliegen, um von einem Teich oder See zum anderen zu kommen.

Teichbesitzer kennen manche Tiere schon seit Jahren. Sie können fast auf die Minute genau sagen, wann wieder einer vorbeischaut, in der Hoffnung schnell einen Happen aus dem Wasser ziehen zu können.