Ort des Friedens und der Zuflucht

Die Kirche St. Peter ist die letzte Katholische Kirche in Duisburg-Marxloh. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Die Kirche St. Peter ist die letzte Katholische Kirche in Duisburg-Marxloh. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Unser Autor Dennis Bechtel – eigentlich kein Kirchgänger – ließ die Atmosphäre von Marxlohs letzter katholischer Kirche auf sich wirken

Marxloh..  Die Türen stehen immer offen. Bei Wind und Wetter. Besucher können in der Kirche St. Peter an der Mittelstraße in Marxloh Zuflucht finden, die Ruhe genießen und dem Alltag entfliehen. Es ist die letzte katholische Kirche in Marxloh. Jeder ist willkommen. Immer.

Es ist kalt und windig an diesem Tag, die Wolken ziehen schnell über Marxloh hinweg, bringen immer neue Regenschauer. Die Kirche ist beheizt, aber recht dunkel. Im Eingangsbereich hat jemand ein Teelicht angezündet. Es brennt einsam vor sich hin. In der Marienkapelle links neben dem Eingang flackern elektrische Teelichter.

Still ist es in dem großen Gotteshaus. Kein Straßenlärm dringt herein. Nur der Wind pfeift, bringt das alte Holz der Bänke und Beichtstuben zum Knacken. Die Lichtverhältnisse ändern sich alle paar Minuten. Die Wolken ziehen weiter und die Sonne blitzt durch die fein verzierten, bunten Fenster. Dann schiebt sich wieder eine Wolkendecke vor das Licht und Schatten wandern langsam durch die dreischiffige Hallenkirche.

Der Blick geht nach oben zu den Fenstern. Bei jedem noch so kleinen Lichteinfall eine Farbexplosion. Heiligenfiguren blicken manchmal fröhlich, manchmal traurig herab. Passend zu dem, was sie vielen Jahren erlebten. Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Gestaltet wurden die Fenster in den 50ern und 60ern. Die Kirche selbst steht bereits seit 1910.

Die Chorfenster stellen das Pfingstereignis dar, zeigen Jesu Jünger. Auf der rechten Seite ist ein Fenster mit der Figur des heiligen Nikolaus, gegenüber finden sich Anna, deren Tochter Maria und ihr Kind. Es braucht Zeit, bis der Besucher alles erfasst hat, immer wieder bleibt der Blick hängen. Ein meditatives Wahrnehmen des Katholizismus in wundervoller Farbenpracht.

Über dem Haupteingang das Petrusfenster. Es zeigt ein Schiff auf tosender See. Der Mast ist ein prächtiges Kreuz. Alles beginnt mit einem Male zu leuchten. Das Kreuz blitzt golden auf. Das Sonnenlicht schneidet durch die Wolken und taucht die Szene aus dem Lukasevangelium in magisches Licht: „Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.”

Unter dem leuchtenden Fenster schreitet eine ältere Frau durch die Tür. Sie senkt den Kopf und bekreuzigt sich. Dann sucht sie sich einen Platz und faltet die Hände. Sie schließt die Augen. Sie betet vielleicht, oder sie genießt einfach die Ruhe. Sie findet Zuflucht.