Opa fuhr im Vierspänner durch Hamborn

Marxloh..  Nicht nur die Haverkamps waren angesehene Bürger in Hamborn, das 1911 Großstadt geworden war. Auch die Mutter von Edith Haverkamp-Hermann stammte aus einer recht wohlhabenden Familie.

Dieser Großvater, Johannes Hille, besaß eine Dachdeckerei, ebenfalls an der Warbruckstraße. Da das Baugeschäft damals florierte, spielte Geld in ihrer Familie keine große Rolle. „Mein Großvater verdiente so viel, dass er mit einem Vierspänner durch Hamborn fuhr“, weiß sie von der Verwandtschaft.

Der Handwerker deckte die Dächer zahlreicher Häuser, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Hamborn und Marxloh wie Pilze aus dem Boden schossen, um Wohnraum für die vielen, vielen Menschen zu schaffen, die wegen der Arbeit in der Stahlindustrie und auf dem Pütt in diese Stadt drängten.

„Mein Großvater hatte bald soviel Geld gemacht“, so die Enkelin, „dass er sich mit gerade mal 50 Jahren schon zur Ruhe setzen und den Betrieb an den Sohn Karl übergeben konnte“.