Nurullah Tas war der erste türkische Fahrlehrer in Hamborn

Nurullah Tas gründete vor 20 Jahren die Fahrschule Nazar in Duisburg-Hamborn. Er war der erste Fahrlehrer türkischer Herkunft, der sich in diesem Stadtbezirk
Nurullah Tas gründete vor 20 Jahren die Fahrschule Nazar in Duisburg-Hamborn. Er war der erste Fahrlehrer türkischer Herkunft, der sich in diesem Stadtbezirk
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Vor 20 Jahren gründete er sein Unternehmen in Alt-Hamborn, vor zehn Jahren zog er nach Marxloh um. Bis heute hat er 20.000 Kraftfahrer ausgebildet.

Duisburg-Marxloh..  Als Nurullah Tas (57) sich vor 20 Jahren in Alt-Hamborn als Fahrschullehrer selbstständig machte, war er der erste türkische Fahrschuleigentümer, der in diesem Stadtbezirk Autofahrer ausbilden durfte. Heute gibt es eine große Anzahl von Mitbewerbern in Hamborn und Umgebung – „aber alle Fahrlehrer haben bei uns gelernt“, sagt Nurullahs Frau Fadime (52) stolz.

Das Ehepaar stammt aus Ostanatolien. Kennengelernt haben sich Fadime und Nurullah aber erst in Deutschland. Sie kam mit ihrer Familie 1980 in der Bundesrepublik an, er zwei Jahre zuvor.

Ursprünglich wollte er Ingenieur werden

Fahrerlehrer zu werden, war nicht sein erster Berufswunsch: Der heute 57-Jährige studierte Bauingenieurwesen, unter anderem in Bochum, Bonn und Essen. Sein Studium finanzierte er als angestellter Fahrlehrer. Als die erste der drei Töchter zur Welt kam, wurde der Nebenverdienst immer wichtiger – die junge Familie wollte schließlich ernährt werden.

Er unterhielt sich mit Studienkollegen, die in verschiedene Branchen wollten, „aber entweder nichts fanden und arbeitslos wurden, oder sehr, sehr wenig verdienten. Einem Freund habe ich damals gesagt: Mensch, ich verdiene ja als Fahrschullehrer jetzt schon mehr als du.“ Und schon war die Entscheidung gefallen umzusatteln.

Anfangs waren fast alle Schüler Türken

Im Herbst 1994 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit – und hatte vom ersten Tag an starken Zulauf seiner Landsleute. „Anfangs waren fast alle Schüler Türken“, sagt Fadime, die als Büromanagerin ins Unternehmen einstieg. Heute kommen Inder, Afrikaner, Rumänen, Türken, und, und, und – und natürlich auch Deutsche.

Rasch entschied Nurullah Tas, weitere Schulen zu eröffnen, hatte bald vier an der Zahl. Was sich auf Dauer aber als zu belastend herausstellte, weshalb Tas zwei wieder aufgab und zudem seine Alt-Hamborner Filiale nach Marxloh zur Weseler Straße 5 verlegte. „Es war damals gar nicht leicht, hier ein geeignetes Ladenlokal zu finden“, sagt der Geschäftsmann. Marxloh entwickelte sich gerade zur Brautmodenmeile, bezahlbare Geschäftsräume wurden in guter Lage knapp. Rund 60 000 Mark („D-Mark“, sagt Nurullah), investierte er in seinen ersten Betrieb – inklusive erstem Übungswagen. „Ein Golf“, sagt der Lehrer, weiß aber nicht mehr, um welches Modell es sich handelte.

Auch Trainer für Fahrlehrer-Anwärter

Bis heute hat Tas rund 20 000 Kraftfahrer ausgebildet – und ist inzwischen auch Fahrlehrer-Trainer. Ihren Job lieben Fadime und Nurullah immer noch. „Ich habe gerne viele Leute um mich“, sagt die 52-Jährige. Besonders schön findet sie, dass „Menschen aller Länder“ bei „Nazar“ (ein Kunstname, der aus der Kombination der Namen der ersten beiden Töchter zusammengestellt wurde) lernen.