Nur Kermit Grays Stimme füllte das Neumühler Gotteshaus

Bariton Kermit Gray in der Kirche Herz-Jesu in Neumühl. Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services
Bariton Kermit Gray in der Kirche Herz-Jesu in Neumühl. Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
Zum Konzert des Baritons Kermit Gray fanden sich gerade mal 20 Besucher ein. Gelungener Spagat zwischen Klassik und Gospel.

Neumühl..  „Ich freue mich, dass sie bei dem schönen Wetter hergekommen sind“, sagte der Bariton Kermit Gray am Sonntagnachmittag zur Begrüßung seiner Konzertbesucher ebenso höflich wie professionell.

Leider hatten nur etwa 20 Menschen den Weg in die Herz-Jesu Kirche gefunden, um ihn zu hören. Morgens hatte Gray schon in den beiden Messen zur Kinderkommunion gesungen, das erklärt vermutlich die etwas peinliche Zurückhaltung der Neumühler.

Was das Publikum nicht schaffte, gelang dann dem Solisten. Er füllte mit seiner warmen Stimme den großen Schmidthorster Dom. Und sang altitalienische Arien, deutsche Lieder, Musical Evergreens und Spirituals. Anhaltenden Applaus gab es für „Old man River“ aus Showboat und „I got plenty of nothing“ aus der Volksoper Porgy and Bess.

Gray, der nach seiner Militärzeit in Deutschland blieb und hier seine Gesangsausbildung beendete, sang auch „Oh du mein holder Abendstern“ aus Tannhäuser und beeindruckte mit präziser Intonation. Die Begleitung kam vom Band.

Und da war es schwierig, die Lautstärke zu finden, die seine Stimme unterstützte, ohne störend laut zu sein. Der sympathische Sänger, der in New Orleans geboren wurde, blieb bei allen Problemen gelassen und zog sein Programm durch.

Bei den Spirituals schränkte ihn die unerbittliche Bandbegleitung in der Vitalität seines Vortages stark ein. Trotz aller Hindernisse blieb der Eindruck einer schönen Stimme und eines unverdrossenen Künstlers.

Pater Tobias als Organisator des Konzertes nahm es philosophisch. „Was ist viel, was ist wenig?“, fragte er die Besucher, „Wenn sie jetzt alle in einem der Orgelkonzerte in der Abteikirche säßen, dann würden die sagen: Das waren Viele.“