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Noch immer Ärger in Siedlung - Annington soll für Ordnung sorgen

19.09.2012 | 18:05 Uhr
Noch immer Ärger in Siedlung - Annington soll für Ordnung sorgen
Bei einem Rundgang zeigten die verärgerten Mieter, was ihnen missfällt.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Obermeiderich.   Nach Klagen von mehreren Mietern über Lärm, Dreck und Ärger über ihre südost-europäischen Nachbarn hat sich die Situation in der Siedlung am Draker Feld in Obermeiderich gebessert. Doch noch immer sind Mieter genervt. Sie fordern die Deutsche Annington auf, in der Siedlung für Ordnung zu sorgen.

„Die Situation in unserer Siedlung hat sich verbessert, aber es muss mehr geschehen“, so Winfried Lawrenz, Annington-Mieter im Obermeidericher Draker Feld. Er spricht von den teilweise unhaltbaren Zuständen in der Wohnanlage östlich der Emmericher Straße.

Vor anderthalb Monaten berichten wir über Klagen von 25 Anwohnern des Karrees: Sie beschwerten sich über Lärmbelästigungen, extreme Verschmutzungen der Grünanlagen und des gesamten Wohnumfeldes, einen vergammelten Spielplatz und uneinsichtige Nachbarn (Wanderarbeiter aus Südosteuropa mit ihren Familien), die das Leben unerträglich machten. Die teilweise seit Jahrzehnten dort lebenden Mieter drohten ihrem Vermieter, der Deutschen Annington, gar mit Auszug, wenn sich nicht schnell was ändere.

Das Wohnungsunternehmen reagierte nach unserem Bericht unverzüglich: Sofort veranlasste es, dass Kontrolleure sich die Siedlung einmal genau anschauten. Und gleich begann das große Aufräumen: Rund um die Müll- und Wertstofftonne wurde sauber gemacht, die verschiedenen Großcontainer erhielten Inhaltsaufschriften in mehreren Sprachen – damit sichergestellt ist, dass alle Bewohner des Karrees zweifelsfrei erfahren, was in welche Tonnen darf.

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Zudem sorgte Annington dafür, dass die Grünanlagen von Unrat befreit und wieder hergerichtet wurden, dass das wild schießende Unkraut verschwand und die ganze Anlage jetzt wieder einen gepflegten Eindruck macht.

Mietvertragliche Regeln einhalten

„Das erkennen wir an“, sagt Winfried Lawrenz, Sprecher der Beschwerdeführer. „Aber“, sagen er und einige seiner Nachbarn: „Annington muss mehr tun.“ Insbesondere müsse man sich darum kümmern, dass die mietvertraglichen Regeln eingehalten werden. Dazu zähle unter anderem, dass man dafür sorge, dass die Wiesenflächen zwischen den Häusern nicht als Fußballplatz missbraucht würden. Die immer wieder gegen die Wände und Fenster knallenden Bälle nervten gehörig. Es gibt zwar mehrere Schilder, die Fußballspielen untersagen, die aber würden missachtet.

Innenminister eingeschaltet

Ferner erwarten die alteingesessenen Mieter, dass Annington für die Einhaltung der Nachtruhe sorge – immer wieder komme es zu starken Beeinträchtigungen, weil Partys gefeiert würden. Nervig seien auch Streitigkeiten von Nachbarn, die mitunter lautstark und gewaltsam ausgetragen würden.

Reaktion
Wohnungsräumung

Die Deutsche Annington macht inzwischen Nägel mit Köpfen, wie deren Sprecher Jürgen Frech auf Nachfrage unserer Redaktion berichtet: „Wir haben zwei Wohnungsräumungen beantragt, eine findet noch in diesem Monat statt.“

Den Grund für die Räumungen wollte er nicht nennen. Er bestätigte jedoch, dass über diese Mieter auch Beschwerden wegen „Lärmbelästigung“ vorlägen.

Wie bereits angekündigt, wird für die Siedlung ein Hausmeister eingestellt, der am 1. Januar 2013 seine Arbeit aufnimmt. Er soll vor Ort Ansprechpartner für die Mieter sein und sich darum kümmern, dass wieder Ordnung einkehrt und die Bewohner miteinander auskommen. Dazu sollen zudem Hausordnungen beitragen, die „auch in Bulgarisch und Rumänisch ausgehängt worden sind“.

Bis zum Jahreswechsel werden Kontrolleure aus Bochum regelmäßig die Siedlung durchstreifen, auch in den Abendstunden. Mieter sollen sie gegebenenfalls auf Probleme ansprechen. Das sei für die Annington wichtig: Man könne als Vermieter nur dann aktiv werden, wenn auch tatsächliche Beschwerden vorlägen. Hilfreich seien auch so genannte Lärmprotokolle. Es reiche, mit Datum und Uhrzeit nachzuhalten, wer Lärm mache und welcher Art der Lärm sei.

Die, die das sagen, trauen sich nicht einmal, ihren Vermieter darauf anzusprechen, geschweige denn, die Polizei zu rufen, wenn Krawall im Haus oder vor dem Haus entsteht, aus Angst vor Repressalien. Zu oft sei man schon bedroht und beschimpft worden, „wenn man was sagt“.

„So kann das nicht weitergehen“, sagt Heinz Wiesner, SPD-Vertreter in der Bezirksvertretung Meiderich. Er kümmert sich seit langem um Sauberkeit und Sicherheit im Stadtteil und hält ständigen Kontakt zu den genervten Anwohnern. Wiesner drängt darauf, dass Annington bei Neuvermietung dafür sorgt, dass nur ins Umfeld passende Mieter ausgewählt werden.

Einschreiten will auch Innenminister Ralf Jäger, versichert SPD-Ratsherr Bruno Sagurna: Er habe ihn gebeten, den Annington-Vorstand einmal auf die Probleme anzusprechen: „Der Minister hat zugesagt, das zu tun.“ Ein Brief soll bereits in diesen Tagen abgeschickt werden.

Gregor Herberhold


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