Neumühler Gnadenkirche öffnet ihre Pforten

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Neumühl..  Die evangelische Kirchengemeinde Neumühl nimmt mit einem umfassenden Programmangebot an der diesjährigen Nacht der Offenen Gotteshäuser teil, die unter dem Leitthema „Kirche und Heimat“ steht.

Am Samstag, 14. März, öffnet ihre Gnadenkirche am Neumühler Markt, Hohenzollernplatz 4, von 20 bis 24 Uhr ihre Pforten. Pastorin Anja Buchmüller-Brand und der stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende Reiner Terhorst führen gemeinsam durch eine anregende „Heimatnacht“.

Wenn ein Stadtteil und eine Gemeinde etwas über Heimat sagen können, dann sind es Neumühl und die evangelische Kirchengemeinde mit ihrer Kirche am Markt, der Gnadenkirche. Es gibt dort eine große Zahl Gemeindeglieder, die in Neumühl eine „neue“ Heimat gefunden haben, nachdem sie ihre „alte“ Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen haben oder mussten. Bereits kurz nach 1900 kamen viele Bergarbeiter aus den damals Polnisch sprechenden deutschen Ostprovinzen, aber auch aus Österreich, Italien oder Slowenien mit ihren Familien nach Neumühl und fanden auf der Zeche Arbeit und Brot. Sie wurden schnell „heimisch“ und brachten eine neue kulturelle Vielfalt in die Region. Der Bergarbeiterstadtteil wurde mit neuem Leben gefüllt.

Genau dieses Leben beschreibt auch und gerade das Neumühler Stielmustheater. Der ehemalige Steiger Günter Bleck hat mittlerweile sechs Milieu-Komödien aus und über Neumühl zu Papier und mit dem Stielmustheater auf die Bühne gebracht. Und diese Bühne wird – zumindest ausschnittsweise – bei der Nacht der Offenen Gotteshäuser auch in der Gnadenkirche aufgebaut. Das Stielmustheater bringt die lebendige Bergbaugeschichte in die Kirche am Markt. Um 20.30 und um 22.15 Uhr gibt es Szenen aus Günter Blecks sechster Milieu-Komödie „Wilde Zeiten“ heimat- und hautnah zu erleben.

Kurz vorher findet schon der passende Einstieg in das Leitthema statt, wenn der weit über die Region bekannte Autor Dieter Ebels, in Neumühl wohnender bekennender „Herzens-Hamborner“, sein Gedicht „Heimat“ vorträgt, in dem selbstredend sein Umfeld eine große Rolle spielt. Ab 22.45 Uhr liest der Autor dann aus seinem Duisburg-Krimi „Ruhrmord“ genau die Passagen, die in Neumühl handeln: Wiedererkennung der Gegenden nicht ausgeschlossen.