Neuer Schwerpunkt für James-Rizzi-Schule

Inklusiver Unterricht an einer Schule am Niederrhein: Für einen sehbehinderten Schüler werden großformatige Bilder der Tafel von einer Kamera auf einen Monitor übertragen. Foto: Diana Roos
Inklusiver Unterricht an einer Schule am Niederrhein: Für einen sehbehinderten Schüler werden großformatige Bilder der Tafel von einer Kamera auf einen Monitor übertragen. Foto: Diana Roos
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bezirkspolitik und Verwaltung waren sich einig: Förderschulen werden auch im Zuge der Inklusion weiter gebraucht.

Meiderich..  Zu Beginn der Sitzung der Meidericher Bezirksvertretung hatten alle Lokalpolitiker ein Schreiben von Wolfgang Budriks, Schulleiter der James-Rizzi-Förderschule, vor sich liegen.

Der Pädagoge schildert in dem Schreiben an Bezirksamtsleiter Ralph Cervik detailliert, wie sich die Struktur der Schülerschaft in den vergangenen Jahren geändert hat. waren es 2009 noch drei Schüler, die einen besonderen Sprachförderbedarf hatten, sind es im Schuljahr 2014/2015 bereits 104, die besonderen Sprachförderbedarf aufweisen.

Budriks bat in seinem Schreiben darum, dass die James-Rizzi-Schule künftig neben dem bereits bestehenden Schwerpunkt Lernen einen weiteren Schwerpunkt, nämlich Sprachförderung, zuerkannt bekommt.

Ralph Cervik wies in seinem Vortrag darauf hin, dass zahlreiche Meidericher Förderschülerinnen und Förderschüler, denen ein besonderer Förderungsbedarf in Bezug auf Sprache attestiert wurde, derzeit noch nach Wanheimerort zur Kranichschule pendeln müssten: „Auch Deswegen wäre es sinnvoll, über einen zweiten Förderbereich für die James-Rizzi-Schule nachzudenken.“

Dies sahen die versammelten Mandatsträger genauso wie der Bezirksamtsleiter. Sie formulierten einen Antrag, der die Verwaltung bittet, die Zuerkennung eines zweiten Schulschwerpunkts für die James-Rizzi-Schule in die Wege zu leiten.

Zuvor hatten die Bezirksvertreter bereits über den noch langen Weg hin zu einem inklusiven Schulsystem gesprochen. Ralph Cervik betonte, dass man im Stadtteil Meiderich in der Umsetzung des inklusiven Schulgedankens erst am Anfang stehe: „Wir müssen auch ganz realistisch sehen, dass nicht jede Schule für Inklusion in Frage kommt.“

Natürlich sei der Prozess hin zur flächendeckenden Unterrichtung von behinderten Kindern an Regelschulen, eine Herausforderung auch für die Förderschulen: „Davon haben wir im Stadtbezirk insgesamt drei.“ Diese müssten ab dem kommenden Schuljahr ihr Schülerzahlen steigern, sagte Cervik.