Das aktuelle Wetter Duisburg 8°C
Politik

Neue Riesen-Werbetafel in Duisburg abgelehnt

13.11.2012 | 17:15 Uhr
Neue Riesen-Werbetafel in Duisburg abgelehnt
Solche Werbetafeln will man in Walsum möglichst verhindern.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Walsum.   Die Bezirkspolitik in Duisburg-Walsum hat die Errichtung einer Großwerbeanlage einstimmig abgelehnt. Damit wollen sie bewusst ein "Zeichen" setzen, um Großwerbetafeln mit gigantischen Ausmaß zu verhindern. Nun könnten Regressansprüche des Antragstellers drohen.

Die Walsumer Bezirkspolitik will mit aller Macht verhindern, dass immer mehr Großwerbeanlagen das Stadtbild verändern. Deshalb lehnten sie eine Anlage an der Friedrich-Ebert-Straße 480, nahe der Autobahn-59-Ausfahrt Dinslaken-West einstimmig ab.

Das, obwohl die Stadtverwaltung sie aufgeklärt hatte, dass die Anlage baurechtlich zulässig ist, und obwohl Bezirksbürgermeister Heinz Plückelmann ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass es im Falle einer Ablehnung Regressansprüche des Antragstellers geben könne. Die gleiche Begründung (Regressansprüche) hatte in jüngster Vergangenheit im Bezirk Hamborn dazu geführt, dass die dortige Politik zweimal mit „Bauchschmerzen“ solchen Anlagen zustimmte.

Großwerbetafeln sind unerwünscht

Anders die Walsumer . Sie wollen bewusst ein „Zeichen“ setzen, um Werbefirmen zu verstehen zu geben: Eigentlich wollen wir solche Großwerbetafeln , die die Größe so manchen Zimmers überschreiten, gar nicht haben.

Kommentar
Eine mutige Entscheidung

Die klassischen Werbetafeln sind keine neue Erfindung. Mit ihnen hat man sich abgefunden. Wesentlich weniger akzeptiert sind allerdings die modernen, beleuchteten Großanlagen, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen.

Die Argumente der Gegner: Sie sind grell, zu dominierend im Stadtbild und lenken Verkehrsteilnehmer übermäßig ab.Trotzdem spricht planungsrechtlich nichts gegen solche Anlagen, weshalb sie in der Regel von der Politik genehmigt werden. Schließlich will man nicht regresspflichtig gemacht werden können.

Die Walsumer Politik pfeift mit ihrem Beschluss auf mögliche Regressansprüche. Wichtiger ist ihr, einmal klar und deutlich zu sagen, was sie von immer mehr solcher Anlagen hält: Nichts!

Ein mutiger Schritt! Gregor Herberhold

Bezirksamtsleiter Reinhold Mettlen klärte die Politiker auf, dass an anderer Stelle im Stadtgebiet schon einmal eine solche Werbeanlage abgelehnt worden sei mit dem Ergebnis, dass sie tatsächlich nicht aufgestellt wurde. Der Antragsteller habe wohl keinen Ärger heraufbeschwören wollen und das Anliegen deshalb nicht weiter verfolgt.

Verkehrsteilnehmer stark abgelenkt

Allerdings habe Uwe Gerste, Chef der Duisburger Marketing Gesellschaft (DMG) anschließend „Druck“ gemacht, denn er sei für die Vermarktung von Werbeflächen zuständig und wolle auf Einnahmen daraus nicht verzichten.

Die Politik blieb gelassen, stimmte geschlossen gegen die Anlage und wartet nun ab, ob die Werbefirma oder DMG reagieren.

Auf Kritik stoßen die neumodischen Groß-Werbetafeln, weil sie den Blick magisch auf sich ziehen. Dadurch würden Verkehrsteilnehmer zu stark abgelenkt, Unfälle seien vorprogrammiert. Außerdem wird die Lichtimmission als sehr störend empfunden. In Hamborn äußerte sich jüngst der Linken-Vertreter Herbert Fürmann wie folgt: Wer neben einer solchen Anlage wohne, könne nachts die Zeitung lesen, ohne im Zimmer Licht einzuschalten.

Gregor Herberhold

Facebook
 
Kommentare
14.11.2012
20:43
Neue Riesen-Werbetafel in Duisburg abgelehnt
von Heimathafen | #1

So ein Blödsinn - jede Einnahme aus der Werbevermarktung fließt der Stadt selbst zu. Also sollte man sich überlegen, wem man mit dieser Entscheidung schadet!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7289791/create

Fotos und Videos
Alle Stationen der 901
Bildgalerie
Duisburg-Mülheim
200 Autos beschädigt
Bildgalerie
Reifenstecher
Sprengung des Förderturms in Voerde
Video
Bergwerk Walsum
Fest im Landschaftspark
Bildgalerie
1. Mai
Aus dem Ressort
Fotos zeigen Verletzungen des verstorbenen Autoknackers
Delta Musik Park
Neue Vorwürfe im Falle des Autoknackers vom "Delta Musik Park": Mitarbeiter der Disco hatten ihn am 21. April fixiert. Drei Tage später war er tot. Nach Angaben der Polizei waren bei der Obduktion "keine Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung festgestellt" worden. Fotos zeigen nun das Gegenteil.
Grün überwuchert den Abfall an der Autobahn
Nord
Auch wenn es sich nicht wie Frühling anfühlt: Die Natur hat nur darauf gewartet, dass es endlich dauerhaft deutlich über null Grad ist und auch regnet. Endlich kann sie sich entfalten. Und so ist der ganze Unrat, der noch vor gut zwei Wochen die Ränder der A 59-Ausfahrt Marxloh (zur Duisburger...