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Muslime wollen Evangelischen Kindergarten in Duisburg erhalten

18.01.2013 | 06:00 Uhr
Muslime wollen Evangelischen Kindergarten in Duisburg erhalten
Diese Eltern baten gestern zum Pressetermin an der von Schließung bedrohten Einrichtung.Foto: Christian Balke

Duisburg-Bruckhausen.   Der Ev. Kindergarten Bruckhausen und das angegliederte Familienzentrum sollen 2014 geschlossen werden, weil die Ev. Gemeinde Ruhrort/Beeck die Trägerkosten nicht mehr zahlen kann. Muslimische Eltern und ein deutscher Vater demonstrierten nun für den Erhalt der integrativen Einrichtung.

Dort, wo sie gewöhnlich um 14 Uhr an der Dieselstraße auf ihre Kinder warten, haben rund 20 Eltern am Evangelischen Kindergarten ein Transparent aufgehängt. Die Eltern – fast ausschließlich Muslime – fordern den Erhalt der Einrichtung.

Der Ev. Kindergarten Bruckhausen und das angegliederte Familienzentrum sollen 2014 geschlossen werden (wir berichteten ). Die Einrichtung ist derzeit mit zwei Gruppen zu je 25 Kindern voll ausgelastet. Im Sommer 2013 soll eine Gruppe auslaufen, weitere Kinder werden nicht angenommen.

Grund für die Schließung ist laut dem Kindergartenwerk des Ev. Kirchenkreises, dass die Ev. Gemeinde Ruhrort/Beeck die 30.000 Euro Trägerkosten im Jahr nicht mehr bezahlen kann. Auch gebe es einen Sanierungsbedarf von 200.000 Euro.

„Politisch“, nennen die Eltern hier die Entscheidung: „In Duisburg werden Evangelische Kindergärten für 400.000 saniert, und hier soll keiner in der Lage sein, 30.000 im Jahr aufzubringen?“

Es sei doch verrückt, sagt Mutter Cigdem Akabay, die den Protest mit organisiert, dass nun muslimische Eltern in Bruckhausen in der Situation wären, um Integrationsangebote und christlich-muslimischen Dialog kämpfen zu müssen.

Christliche und muslimische Glaubensfeste werden gefeiert

„Wer will uns was von Integration erzählen? Wir muslimischen Eltern wollen, dass unsere Kinder in einen Kindergarten gehen, in dem ihnen christliche Traditionen vermittelt werden“, sagt die junge Mutter, „und in dem die Kirchenfeste von Christen und Muslimen respektiert und gefeiert werden.“ Das Zusammenleben fördere man durch Schließung ganz sicher nicht.

Das sieht auch Vater Ralf Hein so: „Hier wird nicht über Integration geredet, hier wird sie gemacht“, sagt der Vater, der sich mehr Kreativität und größere Anstrengungen aller Beteiligten wünscht: „Das Gebäude wäre hervorragend für zusätzliche U-3-Betreuungsplätze geeignet, von denen es in Duisburg ohnehin zu wenige gibt.“

Mutter Gülay Sagir aus Beeck hat mittlerweile das dritte Kind an der Dieselstraße: „Abgesehen davon, dass man hier auch Kaffee trinken und sich mit Erzieherinnen und Eltern unterhalten konnte: Ich habe der Einrichtung immer vertraut und mich bewusst dafür entschieden.“

Stephan Kiepe-Fahrenholz, Leiter des Kindergartenwerks, sagt, dass er auch den Gedanken an einen U-3-Ausbau gehabt habe: „Aber Bruckhausen hat sowohl bei Kindergarten-, als auch bei U-3-Plätzen eine Bedarfsdeckung von 130 Prozent.“ Abgesehen von den Finanz-Problemen gebe es in bruckhausen schlicht keinen Bedarf.

Christian Balke



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