Müllberge und Häuserabrisse im Bezirk Duisburg-Hamborn

Im Oktober 2014 berichteten wir über diese wilde Müllkippe in Marxloh. Hoch oben auf Dächern waren Berge von Möbeln und Haushaltsabfällen gelagert. Unten im Hofbereich und auf einem Wirtschaftsweg sah’s nicht anders aus.
Im Oktober 2014 berichteten wir über diese wilde Müllkippe in Marxloh. Hoch oben auf Dächern waren Berge von Möbeln und Haushaltsabfällen gelagert. Unten im Hofbereich und auf einem Wirtschaftsweg sah’s nicht anders aus.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In vier Teilen berichten wir über herausragende Ereignisse im Jahr 2014 in den drei Stadtbezirken des Duisburger Nordens. Heute geht es um Hamborn.

Feinstaub

Duisburg.. Die Feinstaubgrenzwerte waren im Jahr 2013 an keiner einzigen Messstelle im Duisburger Norden überschritten worden, verkündete das Landesumweltamt im Frühjahr 2014. Das war eine Premiere: Seit Einführung der Messung im Jahr 2000 hatte es das im Umfeld der Industrie noch nicht gegeben. „Saubere Luft bedeutet Gesundheit und Lebensqualität“, so der kommissarische Präsident des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, Thomas Delschen. Zurückzuführen sei die Luftverbesserung vor allem auf Umweltschutzmaßnahmen von Thyssen-Krupp.

Kirchensanierung

Für 1,7 Millionen Euro hatte die Neumühler Herz-Jesu-Gemeinde das Dach und Deckengewölbe ihres Schmidthorster Doms saniert. 2010 war das Gotteshaus Hals über Kopf wegen der unsicheren Gewölbedecke geschlossen worden. Das 100-jährige Bestehen der Kirche feierte die Gemeinde 2013 unter einem künstlichen Himmel aus Gerüsten und Brettern. Das Weihnachtsfest 2014 schließlich konnte Pater Tobias mit seiner Gemeinde in der fertiggestellten Kirche feiern.

Raserproblem

Das Raserproblem auf der Duisburger Straße und im Umfeld lässt sich offenbar nicht in den Griff bekommen. Egal, welche Maßnahmen beschlossen und umgesetzt werden, der Erfolg ist immer nur von kurzer Dauer. Als ein Flopp stellte sich der Versuch heraus, im besonders neuralgischen Bereich zwischen Alt-Hamborn und Marxloh an den Wochenenden das Parken zu erlauben. Die Idee kam nicht an. Und so wird nun auch von Seiten der Stadt über eine fest installierte Radaranlage nachgedacht – Anlieger fordern die schon seit Jahren. Immerhin: Auf der Kantstraße werden testweise auch Plastikschwellen eingebaut.

Gartenumbau

Der Umbau des Botanischen Gartens Hamborn ist abgeschlossen. Als letztes wurde die Orangerie fertiggestellt. Die Besucher, aber auch die Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich über Jahre für den Erhalt der „hochwertigen Grünanlage“ eingesetzt hatten, sind zufrieden. Im Zuge der laufenden Unterhaltung wird als nächstes der Eingang an der Hamborner Straße neu gestaltet – er soll einladender werden. Dann steht auch die Erneuerung des Teichs an. Er wird von seinem Betonbett befreit und künftig natürlicher werden und wirken.

Grüngürtel

Die Arbeiten am Grüngürtel in Marxloh sind abgeschlossen. Die Entwicklungsgesellschaft legte eine Punktlandung neben dem Schwelgernstadion hin: In den letzten Tages dieses Jahres wurden die Arbeiten im Entenviertel beendet. Alle Häuser, die auf der Abbruch-Wunschliste standen, konnten erworben und beseitigt werden. Nun ist ein 16 000 Quadratmeter großer Park hinter einem Wall zum Willy-Brandt-Ring hin entstanden, der im kommenden Frühjahr erstmals grün wird. Eine Million Euro hat die Maßnahme gekostet.

Jubiläum

Der Revierpark Mattlerbusch besteht seit 100 Jahren. Die Stadt hat, wegen der finanziellen Engpässe, aber keine Feier ausgerichtet. So fand der große „Geburtstag“ im April nur auf dem Papier, sprich in dieser Zeitung statt.

Wegemarke

Was lange währt, wird endlich gut. Vor gut fünf Jahren hatten die Gewerbetreibenden in Neumühl angeregt, statt der langweiligen Hinweisschilder, wie man sie aus allen Städten kennt, eine echte Wegemarke zu installieren. Der Künstler Jürgen Meister entwarf eine Großskulptur aus drei Stahlbrammen, in die laufende Beinpaare gelasert wurden. Sie deuten an, dass im Gewerbegebiet ein ständiges Kommen und Gehen ist. Ein wirklicher Hingucker, der im Hochsommer eingeweiht wurde.

Müllberge

Das hatte man noch nie gesehen – und sorgte bundesweit für Aufsehen: Berge von Sperrmüll, die auf Dächern im Ortsteil Marxloh gelagert wurden. Im Oktober machte eine Hausverwalterin auf das Problem im Stadtteil Marxloh aufmerksam. Von der Straße aus waren die Müllberge nicht zu sehen, nur aus dem Hinterland. In einer Blitzaktion sorgte das Ordnungsamt dafür, dass der Dreck verschwand.

Erotik

Anwohner der Marxloher Dahlstraße machten im Oktober ihrem Ärger Luft. Sie sind es leid, dass in einem reinen Wohnhaus die Freier ein- und ausgehen. Eine „Erotik-Dienstleistungsfirma“ hatte im Internet für schnellen Sex dort geworben. Die Stadt ordnete die Schließung des Etablissements an und drohte mit einer fünfstelligen Geldbuße im Falle eines Verstoßes gegen die Anordnung.

Abriss

Die alte Marxloher Paulskirche wurde im Herbst dem Boden gleichgemacht. Vor ein paar Jahren hatten engagierte Bürger die Idee, aus dem Gotteshaus ein Stadtteilzentrum zu machen. Die Kosten konnte und wollte aber niemand tragen – so blieb am Ende nur der Abriss. Aus dem Topf für Verschönerungsmaßnahmen im Stadtteil Marxloh (eine Spende von Thyssen-Krupp für Maßnahmen, die den Grüngürtel begleiten) kommt das Geld, das man für die Gestaltung eines künftigen Quartierplatzes benötigt.