Mit „Heimat“ Akzente setzen

Kreatives Trio: Jörg Weißmann (links) und Thorsten Fischer (rechts) vom Heimatverein besprechen mit Halil Özet im Medienbunker ihr Projekt. Foto: Lars Fröhlich
Kreatives Trio: Jörg Weißmann (links) und Thorsten Fischer (rechts) vom Heimatverein besprechen mit Halil Özet im Medienbunker ihr Projekt. Foto: Lars Fröhlich
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Halil Özet vom Medienbunker, Heimatverein Hamborn und Stahlkünstler Michael Hammers planen einen Beitrag zum Kunstfestival.

Hamborn/Marxloh..  „Heimat“ ist das Thema der 36. Duisburger Akzente, die Anfang März beginnen.

„Das kann ja ohne Heimatverein Hamborn überhaupt nicht hinhauen“, sagt Halil Özet vom Marxloher Medienbunker und scheucht die Katze vom Konferenztisch, wo sie gerade ein gemütliches Plätzchen gefunden hatte.

Mit Jörg Weißmann und Thorsten Fischer vom Hamborner Heimatverein ist er mitten in der Feinabstimmung für ihr gemeinsames Akzente-Projekt: „Ich bin Heimat“.

Dabei soll die Heimat in all ihrer Veränderlichkeit, wie sie im Norden Duisburgs besonders gut zu spüren ist, selber sprechen. Das Mittel zum Zweck ist eine kapitale Videowand. Darauf sollen in einer Videoinstallation auf zwölf Monitoren Interviews laufen, die Schüler aus möglichst vielen Schulen im Duisburger Norden gemacht haben. Sie sprechen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, die Hamborn, Marxloh und Neumühl zu ihrer Heimat gemacht haben.

Und Zuwanderungsgeschichten erzählen können, egal ob die Zuwanderung ihrer Familie schon 100 Jahre zurückliegt, oder erst zehn. Dabei kommen unterschiedlich Vorstellungen zum Tragen, was Heimat sein kann. „Wir sind der Norden und wir gehören alle zusammen“, sagt Halil Ozet, „das ist schon sehr selbstbewusst gesagt.“

Bis zur Eröffnungsveranstaltung im Landschaftspark Nord gibt es noch viel zu tun und zu bedenken. Natürlich muss die Videowand in der Stadt Montan, die in einem ehemaligen Eisenhüttenwerk präsentiert wird aus Edelstahl sein. Ein Künstler ist bereits gefunden. In Michael Hammers Aachener Schmiedewerkstatt soll der überdimensionale Setzkasten für gefilmte Erinnerungsstücke entstehen.

Hammers, ein Stahlkünstler mit internationalem Renommee, hat sich für das Projekt einspannen lassen. Bleibt die Frage, wo man das Rohmaterial beschaffen kann. Weißmann ist guter Dinge, dass man in Duisburg nicht lange um Stahl zu bitten braucht.

Özet beschäftigen indessen auch Transportfragen. „Ich weiß, wo wir einen Dreieinhalbtonner herkriegen“, überlegt er, „aber ich weiß noch nicht, wie schwer die Stahlkonstruktion am Ende sein wird und dann ist da ja auch noch das Dixi-Klo zu bedenken.“ Seine Kooperationspartner betrachten ihn verblüfft. Wieso denn Dixi-Klo? Özet winkt grinsend ab. „ Dasselbe Festival, aber anderes Projekt, da geht es darum, mal alles abzulassen, was einem so stinkt an der Heimat“, sagt der unermüdliche Erfinder ungewöhnlicher Kommunikationswege fröhlich.

Die Video-Wand aus Edelstahl soll eine nachhaltige Konstruktion werden, die man auch nach den Akzenten weiternutzen kann. Ihre Erfinder könnten sich gut vorstellen, dass sie am Ende ihren Platz in einem künftigen Hamborner Heimatmuseum finden könnte.

Özet und der Heimatverein appellieren an Polen, Serben, Italiener, Türken, Griechen, Kroaten, Russen, Bosnier und Herzegowiner und andere, sich zu melden: Menschen, die einst aus anderen Ländern in den Duisburger Norden kamen, und die Jugendlichen für das Projekt ihre Geschichte erzählen wollen, sollen sich bei Jörg Weißmann melden (Telefon: 0171 / 537 57 06).