Mit der Stahlkrise wackelte Horten

Marxloh..  Zur Eröffnung des Horten-Kaufhauses am 13. April 1965 kam auch Prominenz. Jungstar Udo Jürgens trat auf. OB August Seeling und Oberstadtdirektor Gerhard Bothur waren zur Feierstunde gekommen. Dabei sprach auch Fritz Seydaack, bis 1960 Oberstadtdirektor in Duisburg, der danach in die Chefetage bei Horten gewechselt war.

Konzern-Inhaber Helmut Horten, so zitierte ihn der Duisburger Stadtanzeiger, habe mit dem Neubau dem Hamborner Einzelhandel eine kräftige Hilfestellung im Kampf um sein Einzugsgebiet leisten wollen.

Als aber in den 1980er Jahren der Arbeitsplatz-Abbau in der Stahlindustrie begann und die Zuwanderung von Migranten nach Marxloh stärker wurde, ging die Kaufkraft dort drastisch zurück. Auch Horten reagierte darauf, machte in dem großen Gebäude Platz für die ersten kleineren Ladenlokale. 1993 wurde das Warenhaus dann geschlossen.

Die Immobilie wurde an die Kaufring-Gruppe verkauft, die da­rin eine Filiale ihrer Tochter Rupprecht eröffnete, ein kleineres Warenhaus. Es gab immer mehr Untervermietungen, so ei­nen Lebensmittelmarkt, einen Optiker, einen Friseur sowie ein Reisebüro mit Lottoannahme, das Klaus Heinze später übernahm. Zugpferd aber war der neue Media-Markt. Er ist heute das einzige Geschäft im Marxloh-Center, das einen Einzugsbereich über Duisburg hinaus hat.

Ende der 90er Jahre ging die Immobilie auf die Münchener Doblinger-Gruppe über und wurde komplett umgebaut. Rupprecht schloss, der Media-Markt wurde vergrößert, Kodi, KiK und Aldi zogen ein. Klaus Heinze konnte seine Lottoannahme um Tabakwaren und Zeitschriften vergrößern.