Minderjährige auf der Wasserrutsche befummelt
02.09.2009 | 15:16 Uhr 2009-09-02T15:16:00+0200Walsum. Ein 24-Jähriger soll im Walsumer Allwetterbad zwei 13-Jährige bedrängt und angefasst haben. Deswegen stand er jetzt vor Gericht. „Ich habe nichts gemacht”, ließ der Angeklagte über seinen Dolmetscher verlauten. Der Richter sah jedoch keinen Zweifel an der Schuld.
„Ich bin mir sicher, dass er es war. Zu 99,9 Prozent”, sagt eines der beiden 13-jährigen Mädchen, die der Iraker im August 2008 beim Stau auf einer Wasserrutsche im Walsumer Allwetterbad bedrängt und angefasst haben soll. Und auch das andere Mädchen identifizierte den jungen Mann, der vor zwei Jahren nach Deutschland kam und heute als Küchenhilfe arbeitet, als Täter. Doch der wollte von sexuellem Missbrauch – so die Anklage – nichts wissen und beteuerte seine Unschuld.
Er behauptete zwar, mehrfach gerutscht zu sein, aber die Mädchen nicht gesehen zu haben. Es habe auf der Rutsche Staus gegeben, aber als er hinuntersauste, seien vor und hinter ihm nur Jungen gewesen. Doch die Mädchen waren sich unabhängig voneinander sicher, dass er es war, der sie befummelt hatte. Das Gesicht könnten sie nicht vergessen.
Stau auf der Rutsche
„Als einige Jungs für Stau auf der Rutsche sorgten, steckte ich fest. Der Mann war hinter mir gerutscht und holte mich so ein. Dann fasste er mir an die Brust”, erklärt das erste Mädchen und ergänzt: „Zuerst kam ich nicht weg, weil er mich festhielt und bedrängte, doch dann schaffte ich es. Ich hatte so große Angst.”
Das andere Mädchen berichtete von einer noch unangenehmeren Situation, die einige Zeit später vorgefallen sein soll. „Als ich rutschte, war er vor mir. Er hielt auf der Rutsche an und wartete auf mich. Dann zog er mich zu sich und versuchte, mir unter den Badeanzug zu fassen. Außerdem küsste er mich und fasste mir in den Schritt.”
Mann entfernte sich auffällig schnell
Weinend sei die 13-Jährige aus dem Wasser geklettert, wo ihre Schwester (21) auf sie wartete. Die Schülerin habe auf den Mann gezeigt, als ihre Schwester fragte, wer ihr etwas angetan habe. „Dann ist der Mann auffällig schnell weggelaufen. Ich habe ihn gut erkannt”, sagt die Schwester.
Der Richter verurteilte den 24-Jährigen auf Grund der erdrückenden Aussagen zu einem Jahr und zwei Monaten Knast auf Bewährung.