Menschen in Duisburg-Neumühl lassen ihre Tiere segnen

Zum Tiergottesdienst in Duisburg-Neumühl kamen zahlreiche Menschen mit ihren „Lieblingen“.
Zum Tiergottesdienst in Duisburg-Neumühl kamen zahlreiche Menschen mit ihren „Lieblingen“.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit 19 Jahren gibt es im Duisburger Norden den Tiergottesdienst. Ein katholischer Priester und eine evangelische Pfarrerin segnen die Tiere.

Neumühl..  Sonntagmittag haben Duisburger Tierfreunde einen Ökumenischen Tiergottesdienst in Neumühl gefeiert. Zur Andacht auf dem Awo-Bauspielplatz kamen kleine und große Tierbesitzer mit ihren tierischen Gefährten.

Seit bereits 19 Jahren organisiert Edgar Siemkes, ehemaliger Vorsitzender und jetzt Ehrenvorsitzender des Freizeitvereins „Ruhrpott-Reiter“, den Tiergottesdienst an der Alexstraße. Neben einem bunten Rahmenprogramm mit Musik, Tanz und Spielen, steht die Andacht im Mittelpunkt.

Der Reinerlös des Festes kommt jedes Jahr der Duisburger Kinderkrebshilfe zugute. Siemkes: „Der Tiergottesdienst hat sich hier schon eingebürgert. Jedes Jahr können wir erfahrungsgemäß etwa 1700 Euro an die Duisburger Kinderkrebshilfe übergeben.“

Pfarrerin Anja Humbert (evangelische Bonhoeffer-Gemeinde Marxloh) und Pater Tobias (katholische Herz-Jesu-Gemeinde Neumühl) hielten den Gottesdienst gemeinsam ab. Die Segnung jedes einzelnen Tieres übernahm Pater Tobias. Auf die Idee, in Duisburg einen Tiergottesdienst zu halten, brachte Anja Humbert den Organisator selbst. Sie erklärt, wie es dazu kam: „Ich selbst komme aus dem Hunsrück, einem sehr bäuerlichen Eckchen. Und dort auf dem Land sind solche Tiergottesdienste gang und gäbe. Als ich dem Verein der Ruhrpott-Reiter beigetreten bin, hab’ ich den damaligen Vorsitzenden, Herrn Siemkes, gefragt, ob wir das hier nicht auch machen könnten.“

Bis zu 400 Teilnehmer

Siemkes fand die Idee gut und organisierte den ersten Tiergottesdienst, damals noch in Marxloh. Humbert: „Wir fingen mit 30 Leuten an, mittlerweile kommen – wetterabhängig – zwischen 300 und 400 Besucher.“ Die Idee wird bereits auch von anderen Organisationen aufgenommen, die Anja Humbert für einen Tiergottesdienst anfragen, wie das Tierheim Moers, wo sie jedes Jahr zu Weihnachten eine Andacht hält.

An diesem Sonntag kamen überwiegend Hundebesitzer mit ihren Tieren . Die Wartezeit bis zum Gottesdienst um zwölf Uhr konnten sich die Besucher mit reichlich Kuchen und Bratwurst und mit musikalischer Begleitung der Bergkapelle Niederrhein verkürzen.

Katzenbesitzerin Gaby Schwarzkamp-Kabanow kam dieses Jahr auch endlich mal mit ihrem Tier. „Als Neumühlerin bin ich von Anfang an dabei. Mit Malou (neun Monate alt) kann ich zum ersten Mal mit Haustier dabei sein, denn sie ist als Katze sehr entspannt. Es ist jedes Jahr eine sehr schöne Veranstaltung und außerdem dient sie einem sehr guten Zweck.“