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Meidericher Verein wirft Pfarrer Rose raus

22.01.2013 | 21:00 Uhr
Meidericher Verein wirft Pfarrer Rose raus
Dieter Jäkel ist sauer auf Pfarrer Andreas Rose.Foto: Gregor Herberhold

Duisburg-Meiderich.  In der katholischen Kirchengemeinde tobt ein Kleinkrieg zwischen Pfarrer und einem Verein. Jetzt hat der Verein den Pfarrer als Mitglied rausgeschmissen. Inzwischen haben die Parteien Anwälte eingeschaltet.

Kleinkrieg in der katholischen Kirchengemeinde St. Michael/Meiderich : Seit geraumer Zeit liegen der 1911 gegründete Verein St. Michael (auch Thekengemeinschaft genannt) und Pfarrer Andreas Rose über Kreuz. Es geht um das Vermögen des Vereins, gut 50.000 Euro, und den Fortbestand des Vereins, der das Kettelerheim (Pfarrheim) bewirtschaftete.

Zum Hintergrund: Gegründet wurde der Verein vor 102 Jahren unter anderem mit dem Ziel, katholischen Gruppen „einwandfreie Versammlungsräume“ zur Verfügung zu stellen. Jegliche Überschüsse kamen im Laufe des Jahrhunderts der Gemeinde und der Kirche zu Gute. So wurde etwa der Kindergarten unterstützt, das Geld wurde aber zuletzt auch zum Beispiel für die Orgelsanierung, die Anschaffung einer Glocke und die Erneuerung der Lautsprecheranlage in der Kirche bereit gestellt.

Eine Dreiteilung der Gelder

Nun hat die Kirchengemeinde bekanntlich das alte Pfarrheim zum Jahresende 2012 verkauft. Somit stand für Pfarrer Andreas Rose, der „geborenes Mitglied“ (Beirat) des Vereins war, fest: „Damit endet der Zweck des Thekenvereins.“ Künftig will Rose den Pfarrsaal im Neubau neben der Kirche einrichten – wir berichteten mehrfach.

Rose ist ferner der Meinung, dass das gesamte Vereinsvermögen der Kirchengemeinde zu übergeben ist. Er wollte es gedrittelt wie folgt verwenden: für den Aufbau des neuen Pfarrzentrums, für die kirchliche Ausstattung mit Kunstfenstern und als Sicherungsfonds für den Thekenverein.

Vereinsvermögen wollte die Kirchengemeinde aufteilen

Der Vorsitzende des St.-Michael-Vereins, Dieter Jäkel (65) glaubte, nicht richtig zu lesen, was der Pfarrer da formuliert hatte (die Unterlagen liegen der Redaktion vor) – und lehnte die Auszahlung ab. Da er ein solches Ansinnen vermutet hatte, hatte der Schatzmeister schon im Vorfeld 30.000 Euro auf neue Konten, auf die Pfarrer Rose keinen Zugriff hatte, übertragen. Bis dahin wurden alle Vereinskonten als Unterkonten der Kirchengemeinde geführt, somit seien auch alle Kontoauszüge erst an Pfarrer Rose und nicht an den Verein gegangen.

Nur einer kleiner Teil des Geldes (rund 6500 Euro) blieb bis zum Jahresende 2012 auf den Unterkonten, zur Deckung von Versicherungsbeiträgen etc.. Diese Unterkonten löschte Pfarrer Rose aber und ließ das Geld aufs Gemeindekonto übertragen, mit der Folge, dass Rechnungen des Vereins unbezahlt blieben und er in Misskredit geriet.

Kirchlich, sozial und caritativ

Inzwischen reden Pfarrer und Vereinsvorstand nicht mehr miteinander, sondern lassen Anwälte ihre Interessen vertreten. Rose fühlt sich vom Verein verunglimpft, weil man ihm, wie er im jüngsten Pfarrbrief veröffentlichte, eine „Unterschlagungsklage“ angedroht habe. Ähnlich geht es Dieter Jäkel, dem Rose nachsagt, er habe die vorgenannten 30.000 Euro in Bar abgehoben. Jäkel sieht darin den Vorwurf der Veruntreuung.

Eine Folge des Knatsches: Der Verein, der weiter aktiv bleibt, hat seine Statuten geändert. Fortan ist er konfessionell ungebunden, trotzdem aber „kirchlich, sozial und caritativ“ tätig. Und: „Wir haben Pfarrer Rose rausgeschmissen.“ Nach dem Motto: „Wenn Sie unseren Verein nicht mehr wollen, wollen wir Sie auch nicht.“

Gregor Herberhold

Kommentare
25.01.2013
14:29
Meidericher Verein wirft Pfarrer Rose raus
von happyde | #12

Zum Kommentar 11: Es unterstellt hier bisher niemand das Pfarrer Rose das vom Verein erwirtschafte Geld für sich reklamiert! Wieso ist der Verinszweck...
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Meidericher Verein wirft Pfarrer Rose raus
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2013-01-22 21:00
St. Michael/Meiderich, Katholiken, Kirche, St. Michael, Verein St. Michael, Streit, Pfarrer, Duisburg,
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