Kunstwerke in Glas

54 Jahre lang zierten die vom Künstler Egbert Lammers gemalten, ca. 3,50 x 3,50 Meter großen Fenster die Lohnhalle des Walsumer Pütts.

Selbst als der schon geschlossen war, zauberten die Motive mit dem Titel „Das Leben des Bergmanns“ noch bunte Lichtreflexe auf den gefliesten Boden. Im Februar rückten dann Handwerker an, um das Triptychon auszubauen und zu restaurieren. Denn: Das Kunstwerk soll für die Nachwelt erhalten bleiben und an gut sichtbarer Stelle am Eingang des nahen Kraftwerks Walsum aufgestellt werden. Damit es künftig vor Wind und Wetter und damit vor Beschädigungen geschützt ist, wird es hinter Glas gesetzt. Ein Highlight: Nachts wird es beleuchtet. Darauf hat sich Evonik mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Duisburg verständigt.

Drei Tage dauerte der Abbau der Fenster. Wie rohe Eier mussten sie behandelt werden - schließlich stellen sie einen beträchtlichen Wert dar. Schließlich gilt Lammers als einer der bedeutendsten Glasmaler des 20. Jahrhunderts.

Die Restaurierung dauert nach vorsichtigen Schätzungen sechs bis acht Wochen. Pünktlich zur Einweihung des neuen Kraftwerkblocks soll es im Schatten des gigantischen Kühlturms seinen neuen Platz finden.

Das Triptychon zeigt den Bergmann bei der Arbeit, während seiner Freizeit und im Kreise seiner Familie. Egbert Lammers, der mehr als 1000 Glasfenster schuf, wollte mit seinen Werken die Architektur in Farbmusik setzen. Ähnlich sieht es auch Evonik: Mit dem Werk wird ein Gegenpol zur nüchternen Betonarchitektur geschaffen.

Wann der neue Kraftwerkblock tatsächlich ans Netz geht, steht indes noch nicht fest. Der Probebetrieb mit Ölfeuerung hat begonnen, Strom werde aber noch nicht produziert, so Evonik. Als nächstes steht ein Test mit Steinkohle an. Erst danach soll entschieden werden, wann der Startschuss tatsächlich fällt. Vermutlich wird das im Sommer dieses Jahres der Fall sein.