Kooperative Schul-Gemeinschaft . . .

Machten die Kooperation wasserdicht: Helmut Heimbach (Realschule) und Hartmut Roth (Gesamtschule). Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Machten die Kooperation wasserdicht: Helmut Heimbach (Realschule) und Hartmut Roth (Gesamtschule). Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Foto: WAZ-Fotopool
Leibniz-Gesamtschule und Realschule Hamborn II arbeiten künftig zusammen

Duisburg-Hamborn.. „Beim Erwachen hatte ich schon so viele Einfälle, dass der Tag nicht ausreichte, sie niederzuschreiben“, soll Gottfried-Wilhelm Leibniz, großer deutscher Gelehrter des 17. Jahrhunderts und Namensgeber der Gesamtschule Hamborn, gesagt haben. Philosophie, Fremdsprachenforschung, Rechts- und Naturwissenschaften verdanken dem genialen sächsischen Denker echte Quantensprünge.

Ganz im Geiste des Genies wäre wohl auch die Kooperation gewesen, die Hartmuth Roth, Rektor der Gesamtschule, und sein Kollege Helmut Heimbach von der Realschule Hamborn II am gestrigen Mittwoch unterzeichnet haben.

Beide Schulleiter nutzen damit die Möglichkeiten des „Schulfriedens“, wie Roth bei der feierlichen Unterzeichnung in den Räumen der Realschule sagte, den die Landesregierung im Sommer 2011 gemeinsam mit der CDU unter Dach und Fach brachte.

Künftig wird es im Rahmen der Kooperation regelmäßige Unterrichtsbesuche von Realschülern an der Gesamtschule geben. Es werden sogenannte freiwillige „Fit-AGs“ geschaffen: Arbeitsgemeinschaften für Schülerinnen und Schüler aus beiden Schulen sollen es den Jugendlichen ermöglichen, gezielt an Defiziten zu arbeiten oder sich einfach weiter zu verbessern. Das jedenfalls erhofft sich die 15-jährige Schülerin Chantal Kolasinski von der „Fit-AG“ im Fach Englisch, die sie trotz guter Leistungen in der zehnten Klasse der Realschule belegen will: „Ich glaube einfach, dass ich mich dort in Bezug auf Sprachpraxis weiter entwickeln kann“, sagt sie. Sie will – genauso wie ihre Mitschüler Danny Schroers (15 Jahre) und Laura Müntjes (16) , die ebenfalls die schulübergreifenden Arbeitsgemeinschaften besuchen wollen, nach der Realschule ohnehin die Gesamtschule besuchen um die Fachhochschulreife oder das Abitur in Angriff zu nehmen. Besteht dann nicht die Gefahr, dass die Realschüler künftig dem Arbeitsmarkt nicht mehr als Auszubildende zur Verfügung stehen? „Nein“, sagt Helmut Heimbach und wirft stolz einen Blick auf „seine Kinder“ aus der 10 c: „Im Gegenteil, denn im Zuge des Projekts werden wir viel klarer als zuvor die Möglichkeit haben, die Fähigkeiten, Wünsche und Bedürfnisse der Schüler herauszuarbeiten.“

Neben der Sprachkompetenz der Schüler in Deutsch und Fremdsprachen soll auch die Mathematik Schwerpunktfach innerhalb der zeitlich unbefristeten Kooperation sein.

Neben der Weiterentwicklung der Schüler, sagen Heimbach und Roth und lachen, könnten auch die Lehrer von der Chance der Kommunikation mit den Kollegen der jeweils anderen Schulform nur profitieren.