Kita-Kinder kommen in Beeckerwerther Schule unter

Der Kindergarten Rolandseck wurde wegen Einsturzgefahr vor einigen Tagen geschlossen. Foto: Ute Gabriel
Der Kindergarten Rolandseck wurde wegen Einsturzgefahr vor einigen Tagen geschlossen. Foto: Ute Gabriel
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Grundschule schafft Zwischenlösung für Kinder der geschlossenen Kita Rolandseck. Enorme Nickelbelastung in Laar und Meiderich.

Meiderich..  Bezirksamtsleiter Ralph Cervik – ansonsten bei Sitzungen der Bezirksvertretung stets aufmerksam – beging am Donnerstag einen Tabubruch.

Er kramte sein Handy hervor und begann während der Sitzung zu telefonieren. Allerdings aus gutem Grund, wie sich heraus stellte: „Entschuldigen sie, dass ich hier telefoniere“, sagte Cervik, „aber mir wurde gerade mitgeteilt, dass die Kinder der geschlossenen Kita Rolandseck ab der kommenden Woche in der Grundschule an der Heisterbacher Straße unterkommen werden.“

Dies hatte zuvor bereits Rita Kaiser (SPD) angekündigt, die seit der Schließung der evangelischen Kindertagesstätte wegen Baumängeln (wir berichteten) einen kurzen Draht zu den Betroffenen und den Verantwortlichen hält.

„Die Schulleitung der Grundschule Heisterbacher Straße hat angeboten, Räume zur Verfügung zu stellen“, sagte Kaiser, „jetzt warten wir noch darauf, dass das städtische Immobilienmanagement einen Toilettenwagen für die kleinen Kinder bereit stellt.“

Von der Schließung der Kita sind 50 Kinder betroffen. Eine Übergangsbetreuung für alle konnte bislang nicht sicher gestellt werden, auch wenn einige der Kinder derzeit in Räumen der evangelischen Gemeinde an der Meidericher Koopmannstraße betreut werden.

Mit dem Anruf, den Ralph Cervik tätigte, war dann klar, dass das Problem in der kommenden Woche wohl gelöst ist. „Vorübergehend“, wie Cervik sagte, „denn nach einer endgültigen Lösung muss man dann suchen, wenn klar ist, wie groß die Schäden sind und ob die Kita Rolandseck unter Umständen wieder in Stand gesetzt werden kann.“

Seit Jahren warten viele Meidericher mit Spannung darauf, wann die neuen Zahlen und Messergebnisse der Stadt zu den Staubniederschlägen veröffentlicht werden. Welche Mengen Schwermetall, wie viel Blei, Cadmium, Nickel oder Arsen über den Regen auf Meidericher oder Laarer Böden fallen, erfuhren die Bezirksvertreter auf der Sitzung am Donnerstag.

Es mag beruhigend anmuten, dass Ralph Cervik alle anwesenden Bürger und Politiker versicherte, Experten würden die Werte für unbedenklich halten. Die reinen Fakten dürften bei vielen Bürgern jedoch Besorgnis hervorrufen.

So wurde 2013 der Nickel-Grenzwert von 15 Mikrogramm pro Quadratmeter etwa in Laar um das Dreißigfache überschritten. Dort fielen 452 Mikrogramm des giftigen Schwermetalls auf einen Quadratmeter. Ein ausführlicher Bericht zu diesem Thema folgt in Kürze in dieser Zeitung.