Kinderkleidung ins Klo
02.07.2008 | 17:36 Uhr 2008-07-02T17:36:00+0200
Erzieherin steckte Wäsche einer Fünfjährigen in die WC-Schüssel. Zufall brachte die "pädagogische Maßnahme" ans Tageslicht. Erziehungswissenschaftlerin entsetzt: "Menschenverachtend und entwürdigend"
Es war der Zufall, der ein seltsames Geschehen ans Tageslicht gebracht hat, das eine ganze Menge Fragen aufwirft. Nach der Schilderung der Mutter ist ihre fünfjährige Tochter einer zumindest zweifelhaften Auffassung von Pädgogik zum Opfer gefallen, die einen schon an Kindesmisshandlung im Kindergarten denken lässt.
"Ich bin zutiefst entsetzt und geschockt über solch ein menschenunwürdiges, womöglich aus ausländerfeindliches, in jedem Falle kinderfeindseliges Erzieherverhalten" meint Dr. Ulrike Zenk, die seit drei Jahrzehnten Erzieherinnen ausbildet. Ulrike Zenk hatte von dem Vorfall, der sich Anfang Juni ereignete, erfahren, weil die Tante des Mädchens an der selben Schule tätig ist wie sie. Die Tante hatte im Lehrerzimmer davon berichtet.
Der Fall: An einem Freitag hatte die Großmutter das Kind vom städtischen Kindergarten an der Bertramstraße in Marxloh abgeholt. Das Kind hatte einen Beutel mit nassen Ersatzkleidungsstücken mit. Erst später hat das Mädchen der Mutter erzählt, was ihr geschah:
"P. (die Erzieherin) hat mich aus dem Sandkasten gezogen und mich zur Toilette gezerrt. In der Toilette lag ein Schuh, worauf "A-a" gemacht worden war. P. schimpfte laut, dass ein anderes Mädchen und ich das gemacht hätten. Ich sagte, nein, ich hab das nicht gemacht. Daraufhin hat mich P. festgehalten und schrie, dass wir unsere Ersatzkleidung holen und in ein beschmutztes Klo eintauchen müssen, damit wir verstehen, dass man so was nicht macht. Es war ganz ekelig. Ich wollte meine Hände waschen. Sogar das hat sie mir verboten."
Die Tochter, die inzwischen so verängstigt ist, macht sich wieder in die Hose, kann nicht mehr schlafen. Deshalb war die Mutter dankbar, dass Ulrike Zenk sich für sie einsetzt. Die verunsicherte Mutter, eine Frau türkischer Abstammung, war anfangs nicht überzeugt, dass überhaupt jemand die Beschwerde zur Kenntnis nimmt. Zumal sie am darauf folgenden Montag, als sie im Kindergarten klären wollte, was geschehen sei, bestätigt wurde, dass die Schilderung des Kindes richtig ist. Und die Erzieherin habe im Beisein anderer Erzieher und Eltern, so die Mutter, sogar noch bestätigt, dass die Erzieherin zu dieser Art der Pädagogik steht: "Ich bestrafe so die Kinder und ich finde es ok!"
Auf einen Brief, den Ulrike Zenk an Verwaltungschef Sauerland schrieb, hat sie noch keine Antwort erhalten. Die ist freilich jetzt in Arbeit, teilte das Presseamt der Stadt auf Nachfrage mit, als die Redaktion sich des Falles annahm. Seitens des Kindergartens und der Erzieherin waren auch keine Stellungnahmen zu bekommen.
Jugendamtsleiter Thomas Krützberg hat aus seinem Urlaub heraus jetzt zu dem Vorfall Stellung genommen. Er räumt zwar ein, das Vorgehen sei "pädogisch diskutabel", hat aber Verständnis für die Erzieherin angesichts der Vorgeschichte, da sie in einer pädagogischen Absicht gehandelt habe." Danach hätten die Fünfjährige und ein anderes Mädchen in den Tagen vorher ein anderes Mädchen schikaniert, in dem sie deren Kleidung in die Toilette gesteckt hätten. Als jetzt Schuhe des Mädchens auch noch in der Toilette gesteckt hätten, habe die Erzieherin die Schuhe aus der Kloschüssel geholt und dann sei es in der Tat zu dem Vorfall gekommen. Aber die Toiletten seien nicht dreckig gewesen und die Kinder hätten sich durchaus die Hände waschen dürfen. Die Mutter bleibt indes bei ihrer Darstellung, die Sachen würden bis heute nach Urin stinken.
Für die Haltung des Jugendamtsleiters hat Ulrike Zenk kein Verständnis: "Diese Maßnahme ist durch nichts zu rechtfertigen. Allein die Idee ist absurd." Der Fäkalienkontakt ist für muslimische Kinder noch besonders schrecklich. Der zeitliche Abstand mache auch jede pädagische Maßnahme hinfällig. Im Übrigen hält sie die Stellungnahme des Jugendamtes für wenig glaubwürdig. Denn diese Version sei weder im Gespräch mit der Mutter am Montag danach noch später erwähnt worden.
00:21
Natürlich kann man so eine Maßnahme nicht als pädagogisch betrachten, doch das ganze jetzt als Ausländerfeindlich auszulegen ist für mich unverstänlich. Es geht um das Kind und den Vorfall, es wird so viel von Integration gesprochen ich denke dann sollte die Nationalität außen vorstehen außerdem rückt so der eigentliche Vorfall in den Hintergrund. Man sollte sich mal Gedanken darüber machen wieso die Erzieherin so gehandelt hat. Bei einer Gruppengröße von bis zu 28 Kindern und einer personellen Unterbesetzung in vielen Kindergärten kann es in Stresssituationen schon mal zu emotionalen Überreaktionen kommen. Ich denke Erzieherin und Eltern sollten sich zu einem klärenden Gespräch treffen. Ebenso muß mit dem Kind geredet werden, immerhin war es ja auch nicht ganz unschuldig an dieser ganzen Situation. Sicherlich hätte die Erzieherin nach einer anderen Problemlösung suchen sollen, doch ein Urteil kann und darf sich niemand erlauben der nicht die ganze Vorgeschichte kennt.
Gedanken sollte man sich ebenfalls über die Kindergartensituation im Moment machen, es ist nicht mehr so wie früher. Viele ErzieherInnen sehen sich einer Gruppe gegenüber in denen sie nur noch aufpassen aber kaum noch fördern können. Es gibt verhaltensauffällige Kinder, Kinder mit Sprachverzögerungen und/oder mangelnden Sprachkenntnissen, Kinder aus Problemfamilien usw. Auch wenn man jedem Kind gerecht werden will, es scheint fast unmöglich. Die personelle Situation müßte hier noch einmal überdacht werden. Und was ist mit der Mitarbeit der Eltern? Erziehung findet nicht nur im Kindergarten statt, sondern auch im Elternhaus.
13:36
Es sind letztlich Kinder, egal welcher Nationalität sie abstammen und Kinder sind dafür bekannt, dass sie gelegentlich auch schon mal Blödsinn machen. Eine Erzieherin hat u.a. die Aufgabe, Kinder zu (be)schützen und hat ja nicht umsonst eine qualifizierte, pädagogische Ausbildung absolviert.
Sicherlich, wir sind alle nur Menschen und machen Fehler. Ihr Fehler lag vielleicht schon darin, überhaupt diesen Beruf zu ergreifen.
21:32
Ich finde eigentlich das es hier nicht um Türken oder Deutsche gehen sollte. Es geht ums Prinzip. Kein Kind, egal welcher Nationalität, sollte so behandelt werden. Okay das Kind hat die Klamotten anderer auch in die Toilette gesteckt ... als qualifizierte Erzieherin sollte sie wohl nochmal darüber nachdenken ob sie in diesem Beruf richtig ist..
18:28
Ich finde die Versuche, das Geschehen irgendwie zu erklären beschämend. Der Vorfall ist einfach unentschuldbar. Es geht um Kinder!
16:06
Möglicherweise handelt es sich in diesem Fall um eine sehr zweifelhafte Pädagogik, womit aber der von Fr. Dr. Zenk erhobene schwerwiegende Vorwurf, es handele womöglich auch um Ausländerfeindlichkeit, begründbar sein könnte, ergibt sich aus dem Artikel in keinster Weise.
Es sei denn, man sieht prinzipiell in jedem Konflikt zwischen Türken/Moslems und Deutschen/Nichtmoslems einen Ausdruck von Ausländerfeindlichkeit.
14:14
Erstaunlich, dass die religiöse Prägung bereits bei 5-jährigen Kindern zu signifikanten Unterschieden des Ekelempfindens führen soll.
12:59
Meines Erachten ein höchst bedauerlicher Fall, in dem wieder mit zweierlei Maß gemessen wird...was wäre, wenn es einem deutschem Kind passiert wäre?, warum flippt eine Erzieherin aus? wie war das Gespräch? ..von außen alles sehr schwer zu beurteilen, und was Hr. Krützberg sagt, hat auch Hand und Fuß, aber alles im Leben kann negativ ausgelegt werden.Viel schlimmer finde ich, das Datenschutz vor Kindesschutz gestellt werden soll, farüber sollten sich die Leute Gedanken machen!
P.s. wer schützt eigentlich die Erzieherinnen?
10:20
das in einem solchen fall emotionen hochkochen, ist ganz klar und verständlich- von beiden seiten.
jedoch sollte man versuchen, den vorfall möglichst sachlich zu klären, was nicht bedeutet, dass ein solches verhalten einer professionellen erzieherin gutgeheißen werden kann. aber: auch erzieherinnen sind nur menschen und menschen machen eben fehler!!!!
08:52
Sie hat doch selbst zugegeben, dass sie die Kleider des Kindes ins Klo gestopft hat.
Ansich ja schon eine bodenlose Frechheit - von einer sog. ERWACHSENEN.
Die Dame hätte den Beutel mit Heim nehmen dürfen zum Waschen!
Wer so wenig Selbstbeherrschung und Verstand in der Birne hat, hat im KiGa nix verloren!
08:52
Sie hat doch selbst zugegeben, dass sie die Kleider des Kindes ins Klo gestopft hat.
Ansich ja schon eine bodenlose Frechheit - von einer sog. ERWACHSENEN.
Die Dame hätte den Beutel mit Heim nehmen dürfen zum Waschen!
Wer so wenig Selbstbeherrschung und Verstand in der Birne hat, hat im KiGa nix verloren!