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Halloween

Kettensägen und Rockmusik

01.11.2010 | 15:05 Uhr
Kettensägen und Rockmusik
Halloween City auf dem Hohenzollernplatz in Neumühl Im Bild: Susanne Lohaus mit einem selbst geschnitzten Kürbis. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool

Halloween wird in Deutschland immer populärer. Das Fest mit Wurzeln im keltischen Glauben wird vornehmlich in Nordamerika, Großbritannien und Irland gefeiert, ist nun aber auch in Neumühl angekommen.

Die Aktionsgemeinschaft der Kaufleute nahmen Halloween zum Anlass und verwandelten den Hohenzollernplatz und die Holtener Straße fürs Late-Night-Shopping und den verkaufsoffenen Sonntag in ein gruseliges Transsylvanien. Eine Premiere.

Ein großer Torbogen, der aussieht wie ein altes Gemäuer, empfängt die Besucher, seine Inschrift — verfasst in nordischen Futhark-Runen — markiert ihn als Eingang in die Unterwelt.

Dahinter ein alter, verfallender Friedhof, Spinnen, Fledermäuse und Riesenameisen tummeln sich auf den Grabsteinen. Eine Gaslaterne erinnert an das Viktorianische Zeitalter, in dem Jack the Ripper sein Unwesen trieb. Auf einem Viehwagen stapelten sich Leichen. Kasper, der Gaukler spuckt Feuer und jongliert mit brennenden Gegenständen. Drachenglut, Odintrunk und Koboldfeuer heißen die Getränke, die Met-Stände anbieten. Sonst trifft man diese Händler auf Mittelaltermärkten an.

„Unsere Halloween-City ist ein super Erfolg“, sagte Gabriele Schwarzkamp-Kabanow. Sie gehört zum Kaufleute-Vorstand und ist Initiatorin des speziellen Stadtteilfestes. Obwohl das Late-Night-Shopping auf den Reformationstag fiel, habe es seitens der evangelischen Kirche in Neumühl keinen Widerstand gegeben, auch nicht gegen das Motto. Alle Resonanz war positiv. „Vor allem die Stadt steht voll hinter der Veranstaltung.“

Wer mit Halloween wenig anfangen konnte, für den gab es Live-Musik. Die Rheinhauser Cover-Band B-60 rockte unter anderem die Bühne und das Nena-Double Uschi Frei brachte die Neue Deutsche Welle zurück nach Neumühl.

Den größten Spaß hatten allerdings die Kinder, von denen viele verkleidet kamen. Denn es gab ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm für die Kleinen. Kettensägen-Mörder, Vampirinnen und andere Untote jagten den Kleinen einen gehörigen Schrecken ein. „Wir kommen bei den Kindern hervorragend an“, sagte die theaterblutverschmierte Vampir-Lady Sandra Kruse. Viele Kinder ließen sich bereitwillig mehrmals erschrecken. Belagert wurde auch die Schmiede, in der Kinder kleine Hufeisen oder Lederbeutel herstellen konnten. Außerdem gab’s Armbrustschießen, Galgenkegeln und Kürbisschnitzen.

Die Neumühler Kaufleute sind sich einig, dass das Late-Night-Shopping und das Halloween-Fest ein voller Erfolg waren. „Das Experiment ist voll und ganz geglückt“, resümiert Kaufleute-Sprecher Rainer Terhorst.

Diese besondere Art des Herbstfestes soll es auch im nächsten Jahr wieder geben. Allerdings werde es wohl unter einem anderen Motto stattfinden müssen, vielleicht unter Mittelalter, denn Halloween fällt 2011 nicht auf ein Wochenende. Die Details werden alsbald geklärt.

Oliver Kühn

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Kommentare
03.11.2010
07:26
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