Keine Schlagloch-Schlagzeile

Verfüllte Schlaglöcher auf der Körnerstraße in Hamborn: Da waren die Wirtschaftsbetriebe fix. Foto: Lars Fröhlich
Verfüllte Schlaglöcher auf der Körnerstraße in Hamborn: Da waren die Wirtschaftsbetriebe fix. Foto: Lars Fröhlich
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein Leser glaubte nicht daran, dass die Stadt Schlaglöcher vor seiner Tür beseitigt. Diesmal waren die Wirtschaftsbetriebe aber schneller als die Redaktion.

Hamborn..  Bevor er die Zeilen schrieb, die letztlich die Redaktion erreichten, wurde der Leser dieser Zeitung (Name bekannt) durchgeschüttelt. Vor seiner Wohnung auf der Körnerstraße im Pkw durchgeschüttelt, wie ein Wodka-Feige auf einer Damensitzung. Das erzeugte Frust.

„Liebes Redaktionsteam, bitte macht ihr was gegen die Kraterlandschaft auf der Körnerstraße“, hieß es da, „ich glaube mittlerweile, dass ich mich besser mit den Schlaglöchern unterhalten könnte, wie mit der Stadt. Da passiert doch garantiert nix.“

Weil die Redaktion unter der Vorstellung litt, ein Anwohner (und Leser!) stehe bei dem stürmisch- verregneten Wetter der vergangenen Tage auf der Körnerstraße und unterhalte sich mit Schlaglöchern, riefen wir schnell bei Volker Lange an.

Der ist Pressesprecher der Wirtschaftsbetriebe und es gewohnt, dass die Redaktion mit Müll-, Straßen- oder sonstigen Bürgersorgen bei ihm aufläuft. „Wir schicken heute noch jemanden ‘raus, der sich das mal anschaut“, sagte Lange am gestrigen Dienstagmorgen, „und dann schauen wir mal, was wir machen können.“

Knapp eine Stunde später war Lars Fröhlich, Fotoreporter dieser Zeitung, vor Ort an der Körnerstraße. Auftrag: Fotos von der mondähnlichen Kraterlandschaft machen, die der Leser beschrieben hatte. Doch Fotograf Lars Fröhlich fand nichts vor: Keine Schlaglöcher und folglich auch keinen Leser, der auf selbige einredet.

„Balko, die Schlaglöcher hier sind scheinbar ganz frisch verfüllt, die dampfen sogar noch“, gab der Kollege telefonisch durch. „Mach Fotos von den ,zugemachten’ Schlaglöchern, dann haben wir doch ausnahmsweise mal ‘ne gute Nachricht in petto“, lautete die Antwort.

Da waren die Wirtschaftsbetriebe in diesem Fall wohl doch schneller, als unser Leser es befürchtet hatte – kann man nur hoffen, dass die Arbeiter der nicht während des Zwiegesprächs mit einem Schlagloch störten . . .

In der Pressestelle der Wirtschaftsbetriebe war Volker Lange erst auch ein wenig überrascht: „Ach was, schon weg?“ Dabei habe er gerade erst einen Kollegen rausgeschickt, der sich die Körnerstraße anschauen werde.

So sei es, „natürlich noch besser“, sagte Lange ganz sachlich und die Freude, dass die Wirtschaftsbetriebe diesmal schneller waren als die Redaktion, war ihm kaum anzumerken: „Dann gehe ich mal davon aus, dass wir die Schäden im Rahmen unserer Arbeit erkannt und beseitigt haben.“