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St. Konrad

Katholische Kirche trennt sich von Gotteshaus in Duisburg-Fahrn

06.06.2012 | 10:00 Uhr
Katholische Kirche trennt sich von Gotteshaus in Duisburg-Fahrn
Die denkmalgeschützte St.-Konrad-Kirche in Fahrn. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Nord.   59 Jahre diente ein inzwischen denkmalgeschützter Backsteinbau in Fahrn als Gotteshaus. Am Donnerstag wird die Kirche geschlossen.

Sankt Konrad in Fahrn – das war eine katholische Kirche, die von Bergarbeitern des Schachtes 2/5 für Bergarbeiter und ihre Familien errichtet wurde, in Zeiten des Wiederaufbaus, des Wirtschaftswunders. Nach nur einjähriger Bauzeit wurde St. Konrad am 13.12. 1953 geweiht, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest. Seine schnelle Fertigstellung verdankte der Backsteinbau den vielen Gemeindemitgliedern, die nach Feierabend und an Samstagen mithalfen. Doch nach fast 60 Jahren ist Sankt Konrad nun Geschichte. Morgen früh, am Fronleichnamstag, schließt die Katholische Kirchengemeinde Sankt Norbert/Sankt Peter und Paul für immer die Pforten ihrer Filialkirche an der Boberstraße in Fahrn. Nach der letzten Messfeier an Fronleichnam werden die Gläubigen mit einer Prozession von St. Konrad in Fahrn zur Gemeindekirche St. Peter an der Mittelstraße in Marxloh ziehen.

Sankt Konrad ist denkmalgeschützt, wegen seiner besonderen Architektur und wegen seiner großen, farbigen Kirchenfenster, die eindrucksvoll Szenen aus der Bibel und christliche Persönlichkeiten zeigen. Auch die historische Steinmeyer-Orgel, vor 113 Jahre gebaut, steht unter Denkmalschutz. Doch der Denkmalschutz schützt nicht vor der Schließung. Nach heftigen Diskussionen und Protesten in der Gemeinde, entschied Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, dass St. Konrad „zu einem früheren Zeitpunkt“ als 2015 geschlossen werden soll. Damit ist St. Konrad die erste Kirche einer zweiten großen Schließungswelle Hamborner Kirchen. Das heißt: Weitere werden folgen.

Pastor Michael Kemper nannte in einem Pressegespräch den demografischen Wandel als Hauptgrund: „Die Zahl der Katholiken ist auch in unserem Bistum Essen zurück gegangen. Bei seiner Gründung 1958 zählte das Bistum noch 1,4 Millionen Katholiken. Heute, im Frühjahr 2012, sind es nur noch rund 856 000 Gläubige.“ Der Rückgang sei auch in der Gemeinde St. Peter und Paul spürbar, zu deren Pfarrbezirk St. Konrad seit 2003 gehört: „Nach ihrer Gründung 2003 gehörten der Gemeinde St. Peter und Paul rund 5500 Katholiken an, gegenwärtig sind es nur noch rund 2900.“ Pastor Kemper, der im Laufe des Sommers aus seinem Amt scheidet, machte auch den akuten Priestermangel in der katholischen Kirche für die anstehende Schließungswelle von Kirchen verantwortlich. Und er nannte auch ganz offen einen dritten, entscheidenden Grund: „Für die Stadtteile Marxloh und Fahrn kommt hinzu: „Der Zuzug vieler türkischstämmiger Familien hat das Lebensumfeld unserer Gläubigen verändert. Das hat manchen deutschen Bewohner zum Wegzug motiviert.“

Martin Krampitz



Kommentare
09.06.2012
16:27
Katholische Kirche trennt sich von Gotteshaus in Duisburg-Fahrn
von 47169marxloh | #4

Wer sich nicht den Zeiten anpasst, muss sich nicht wundern, wenn die Menschen ihm den Rücken zuwenden.was tut speziell die katholische Kirche, um die Kinder und Enkel ihrer Restgläubigen zu binden,- welche von Jugendlichen akzeptierte Angebote gibt es? Wo ist die facebook Seite dieser Kirche ? Was Herr Kemper zum Wegzug seinder deutschen Gläubigen ausspricht ist harter Tobak. Christen verlassen also Ortsteile in denen viele Muslime zuziehen. Wwenn das so ist, warum wurde das nie zum Thema gemacht ? Wollen Katholiken unter sich bleiben ? Akzeptieren diese Gemeindemitglieder keine anderen Ethnien, oder ist es vielleicht wahr, dass Deutsche dort weg ziehen, wo Türken hin ziehen ? Die Aussage ist ein Tabubruch in einem Stadtteil, wo sich der Pfarrer der christlichen Kirche und die Moscheen regelmäßig verbrüdern und wo zwischen sie kein Blatt Papier paßt. Wenn die Christen das in der Masse anders sehen, zeigt das, dass hier wohl der Diskussionsprozess von oben mächtig schief felaifen ist.

07.06.2012
14:27
Katholische Kirche trennt sich von Gotteshaus in Duisburg-Fahrn
von MichaelTheoVanLaack | #3

Schön, dass es so viele "Verantwortliche" für den Niedergang der Kirche in Marxloh und ganz Deutschland gibt.
Erster Schuldiger - Der demographische Wandel : Wunderbar, dann müssen wir ja nicht mehr analysieren, welche Zusammenhänge es zwischen der übermotivierten Rezeption (über die Konzilsbeschlüsse weit hinaus gehende Änderungen) und dem Gläubigen-Schwund gibt.
Zweiter Schuldiger - Der Priestermangel: Ah ja, dann gibt es also keinen Zusammenhang zwischen der Verringerung der Gläubigen und Priesternachwuchs (weniger Menschen, weniger Kinder) und auch keinen Zusammenhang zwischen der Gläubigenzahl und anteilsmäßig notwendigen Seelsorgern. Der böse Zölibat ist mitschuldig. Ist er weg, wird alles gut!
Dritter Schuldiger: Der Zuzug Türkischstämmiger (Muslime) und der Wegzug mancher Deutscher (Christen meint Pfr, Kemper, mag das Wort aber aus interreligiösen Gründen nicht aussprechen). Verfehlte Integrationspolitik und klerikale Verweigerung, missionarisch zu strahlen, nenne ich das!

06.06.2012
22:07
Katholische Kirche trennt sich von Gotteshaus in Duisburg-Fahrn
von Dieselpumpe | #2

Austreten und Kirchensteuer sparen - das verstehen auch die Unantastbaren dieser "Kommune"!

06.06.2012
11:18
Katholische Kirche trennt sich von Gotteshaus in Duisburg-Fahrn
von lydiawindrich | #1

Was ist das für eine Kirche, die ihren Gläubigen die Nase vor der Tür zu schlagen.
Sie handeln nicht im Wille Gottes. Und wenn ihre Kirche Geld vor allem stellt ist sie keinen Cent Kirchensteuer wert. Wer diese Steuern bezahlt hat ein Recht auf eine Kirche vor Ort.
Eine Entweihung ist gar nicht möglich denn eine Kirche bleibt eine Kirche und an Overbeck, dies Kirche gehört den Gläubigen und nicht der Kirche, also Finger weg
Herr Overbeck.

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