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Jazz in der Kirche begeisterte in Duisburg-Meiderich

12.11.2012 | 17:45 Uhr
Jazz in der Kirche begeisterte in Duisburg-Meiderich
Die Gruppe „Wildes Holz“ spielte Rock, Jazz und Balladen. Foto: Michael Dahlke / WAZ FotoPool

Duisburg-Meiderich.   Trio gab in der evangelischen Gemeinde Meiderich ein Benefizkonzert.

„Oh nein, schon wieder ein Blockflötenkonzert. Das wird doch sicher wieder eine kreischig-schrille Angelegenheit mit gezwungenem Applaus für die fleißigen, wenig begeisterten Schüler.“ So mag der ein oder andere wohl gedacht haben, angesichts des bevorstehenden Konzerts in der ev. Meidericher Kirche. Unter dem Motto „Highway to Hell – Wildes Holz“ lud der Förderverein „pro doMMo“ seine Gäste zum Blockflötenkonzert mit Benefiz-Charakter.

Vorurteile und Skepsis waren jedoch nach den ersten 30 Sekunden wie weggeblasen. Die Töne, die Tobias Reisige seiner Blockflöte entlockte, waren sowohl unerwartet melodisch, als auch fesselnd. Mit dem ganzen Körper schien er seine Flöte zu spielen, Begeisterung für das oft verkannte Instrument und ehrliche Freude am Spiel waren deutlich spürbar. Auch seine beiden Kollegen Anto Karaula (Gitarre) und Marcus Conrads (Kontrabass) ließen in ihrem Spiel Leidenschaft für die Musik erkennen.

Gekommen waren rund 130 Gäste. In der einladenden Atmosphäre der Kirche lauschten sie den Klängen der Instrumente. Das musikalische Trio hatte es sich zum Ziel gesetzt, den schlechten Ruf der Blockflöte zu retten – und dieser Plan ging auf.

Die Künstler waren während des Konzerts in gelb-orangenes Licht getaucht. Gesprochen haben sie wenig, nicht einmal eine Begrüßung gab es. Sofort ging es zur Sache. Nach dem musikalischen Hallo, wandte sich Tobias Reisige dann kurz an sein Publikum, um den nächsten Song anzukündigen.

Ein spannender Wechsel zwischen Interpretationen von Popsongs wie „Black and White“ von Michael Jackson, oder „Wild Boys“ von Duran Duran und eigenen Liedern, bildete das etwa zweistündige Programm. Auch vor Klassikern wie Beethovens Klaviersonaten, scheute sich das Trio nicht. Kurzerhand wurde aus dem Klavierstück eine harmonische Komposition für Flöte, Gitarre und Kontrabass. In der Pause erquickten sich die Gäste an Schmalzbroten und Glühwein.

„Die Gruppe macht einfach ihren ganz eigenen Sound, das finde ich toll“, sagt Walter Pricken, Schatzmeister des Fördervereins und Veranstaltungskoordinator.

Der Erlös des außergewöhnlichen Konzertes soll zur Finanzierung des nächsten Bauabschnitts innerhalb des aktuellen Fensterprojekts beitragen. Im Rahmen dessen sollen die neuen Fenster in der Kirche einen Farbverlauf erhalten, der die Atmosphäre im Kirchraum positiv beeinflusst.

Gebraucht werden für den zweiten von insgesamt fünf Abschnitten ca. 80000 Euro.

Von Esther Merkelt


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