Inselplan, Denkmalschutz und Wasser-Wohnen

Planungsdezernent Carsten Tum (li.) nahm sich am Donnerstag viel Zeit für die Besucher. Foto: Lars Fröhlich
Planungsdezernent Carsten Tum (li.) nahm sich am Donnerstag viel Zeit für die Besucher. Foto: Lars Fröhlich
Planungsdezernent Carsten Tum sprach in der „Taverne im deutschen Haus“ über die Zukunft des Hafenstadtteils Ruhrort.

Ruhrort..  In die gute Stube des Stadtteils Ruhrort, ins Restaurant „Taverne im deutschen Haus“, hatte die lokale SPD die Bürger am Donnerstagabend eingeladen. Planungsdezernent Carsten Tum stand bereit, um den Gästen die städtebaulichen Perspektiven des Quartiers an Rhein und Ruhr zu erläutern.

Dass Tum, gebürtiger Hamburger, der seit 1990 im Röttgersbach lebt, eine besondere Sympathie für Ruhrort hegt, machte er direkt zu Beginn klar: „Ich liebe das Wasser und den Hafen und habe in Ruhrort auch meinen Sportboot-Führerschein gemacht.“

Duisburg müsse sich und seine Vorzüge nach außen hin besser verkaufen, sagte der Dezernent, der seit drei Jahren im Amt ist, und die Anwesenden stimmten ihm zu. Für den Infoabend in der Taverne gab Tum zu Beginn eine grobe Richtschnur: „Wirtschaftsflächen und -Ansiedlung, Wohnen am Wasser und Denkmalschutz.“

In Laar, jedenfalls, wo die Stadt wassernahes Wohnen auf dem Gelände einer Kleingartenanlage geplant hatte, wird es nun definitiv nicht entstehen: „Das Thema ist vom Tisch“, sagte Tum, „das ist mit den Kleingärtnern nicht zu machen.“ Wie derzeit ohnehin nicht klar sei, ob und wo die Stadt Wohnprojekte am Wasser verwirklichen werde. was viele Besucher bedauerten: „Keine andere Stadt am Rhein macht so wenig aus ihrer Rheinlage“, sagte Mario Adams. Tum nahm es zur Kenntnis und gelobte Besserung.

Ein neuer Planungsschwerpunkt, wenn auch nicht für Wohnbebauung, sondern Büro- oder Gewerbeflächen, sei die Mercatorinsel. Dort könne sich die Stadt durchaus die Ansiedlung von Büroflächen vorstellen. Auch im alten Werfthafen sollen Unternehmen angesiedelt werden.

Auf die Frage einiger Zuhörer, ob denn auf der Mercatorinsel nicht der „Traum“ vom Wohnen am Wasser zu verwirklichen sei, sagte Tum: „Derzeit ist es dort nicht vorgesehen.“ Die Stadt werde sich aber bemühen, die gesperrte „Himmelstreppe“, die von der Rheinbrücke auf die Insel führt, so schnell wie möglich wieder für Bürger zu öffnen.

Priorität für Ruhrort, sagte Tum weiter, habe auch die weitere Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und Blumen, die zu einer Grünverbindung mit Laar führen soll. Außerdem sollen am Rhein weiter ausgebaut werden.

Ein heiß diskutiertes Thema in der Taverne war die geplante Denkmalbereichssatzung, unter die der gesamte Ortskern von Ruhrort fallen soll. Derzeit stehen in Ruhrort 84 Einzel-Gebäude unter Denkmalschutz. Viele Bürger befürchten strengere Auflagen, etwa in Bezug auf farbliche Gestaltung ihrer Gebäude, wenn die Satzung einmal unter Dach und Fach ist: „Wir wollen damit den Ortskern von Ruhrort erhalten und weiter verschönern“, sagte Tum. Der Dezernent kündigte an, dass die Ruhrorter Bürger bei allen weiteren Schritten eng in die Planungsabläufe eingebunden sein werden.