Hitzige Diskussion
18.01.2008 | 17:28 Uhr 2008-01-18T17:28:41+0100Rund 90 Gäste ließen sich am Donnerstagabend übers geplante Outlet-Center und die Zukunft der Rhein-Ruhr-Halle informieren. Eine Aktion der Initiative Weseler Straße und des Vereins Migranten-Unternehmen
Es lag eine seltsame Stimmung in der Luft, als die Diskussion begann. Die Initiative Weseler Straße und der Verein Migranten-Unternehmen (MUT) hatten im Ernst-Lohmeyer-Haus an der Dahlstraße 23 zu einem Gesprächsabend geladen, der Bürger und Geschäftsleute informieren sollte und Platz für Diskussionen zwischen Rolf Weiler (Werbering Hamborn), Sevki Kaya (MUT), Sabine Bombien (Initiative Weseler Straße), Ellen Pflug (SPD), CDU-Ratsherr Rainer Enzweiler und dem Publikum lassen sollte.
Viele der rund 90 Veranstaltungsgäste machten schnell deutlich, dass sie strikt gegen den Bau eines Factory-Outlet-Centers (FOC) und den damit verbundenen Abriss der Rhein-Ruhr-Halle sind. Sie konnten sich kaum bremsen als Enzweiler versuchte, die Vorteile des Projekts für den Stadtteil und den Duisburger Norden darzulegen. Denn genau das war der Streitgegenstand. Wie vorteilhaft ist ein Themen-Einkaufs-Center - das das einzige in NRW wäre - überhaupt?
Während Enzweiler hervorhob, dass ein FOC neben rund 800 Jobs und einem enormen Umsatz auch Vorteile für viele Einzelhändler in Hamborn und Marxloh, auf Grund der anreisenden Käufer, bringen würde, steht für viele Bürger fest, dass eine solche Shopping-Meile vor allem mehr Probleme bringen werde. Diese Ansicht teilt auch Sabine Bombien. Sie machte darauf aufmerksam, dass ein Factory-Outlet für ein regelrechtes Verkehrschaos sorgen würde. "Da muss man doch fragen, wo die Bürger bleiben", sagte die engagierte Marxloherin.
Rolf Weiler kritisierte, dass es falsch sei zu glauben, dass der Einzelhandel in Hamborn und Marxloh von einem zusätzlichen Einkaufszentrum und den angeblich aus einem Umkreis von 200 Kilometern anreisenden Kunden profitieren würde: "Die Leute, die aus anderen Städten hierher kommen, werden sich bestimmt keine Geschäfte auf der Weseler Straße ansehen."
Ein weiterer Aspekt für viele Bürger ist, dass sie nicht ihre Rhein-Ruhr-Halle einbüßen wollen. Doch da hakte Enzweiler ein: "Die nötige Sanierung würde elf Millionen Euro kosten. Bevor wir uns also mit der Halle immer mehr verschulden, müssen wir umdenken", erklärte er. Außerdem würde es doch eine neue Mehrzweckhalle an geeigneter Stelle geben.
Das ist für Bürger wie Marianne Kronwald nicht akzeptabel. Sie arbeitet in der Halle und könnte sich ein Outlet-Center nur in der Duisburger Innenstadt vorstellen. "Dort wäre es besser aufgehoben. Dort würde es auch besser mit dem Verkehr klappen. Aber hier die Rhein-Ruhr-Halle abreißen, das geht nicht."
Fotostrecke auf www.derwesten.de (Duisburg-Nord).
14:39
Klären Sie doch bitte auch darüber auf, dass die LINKE im Duisburger rat einen Antrag durchgesetzt hat, nachdem die FOC-Ansiedlung nur unter wichtigen Prämissen erfolgen darf:
v.a. Klare Sortimentsfestlegung (wie z.B. in Roermond auch), um schädliche Auswirkungen auf den umgebenden Einzelhandel auszuschliessen; städtebaulich optimale Verbinding zu Marxloh und Althamborn, dass für den dortigen Handel auch was abfällt und das Wirtschaftsleben befruchtet wird; Abriss der veralteten Rhein-Ruhr-Halle nur, wenn eine neue zur Verfügung steht; bürgerschaftliche beteiligung bei allen weiteren Planungsschritten.
Packen wir es so an, besteht eine Riesenchance für den Norden., die wir nicht verspielen und zerreden dürfen. Ca. 800 Arbeitsplätze und erhebliche Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt dürfen wir nicht verschenken!