Herz-Jesu in Duisburg-Meiderich besteht seit 100 Jahren

100 Jahre Herz Jesu Meiderich. An diesem Wochenende feiert die Gemeinde den Geburtstag. Im Bild von links: Christa Scholten-Herbst (Gemeindereferentin), Anna Krämer und Hermann Grommes (Gemeindemitglieder).
100 Jahre Herz Jesu Meiderich. An diesem Wochenende feiert die Gemeinde den Geburtstag. Im Bild von links: Christa Scholten-Herbst (Gemeindereferentin), Anna Krämer und Hermann Grommes (Gemeindemitglieder).
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
An diesem Wochenende feiert die katholische Gemeinde Herz Jesu in Obermeiderich den 100. Geburtstag. 1944 wurde das Gotteshaus durch Bomben zerstört.

Obermeiderich..  Seit 100 Jahren besteht die Katholische Gemeinde Herz Jesu in Obermeiderich. An diesem Wochenende wird das Jubiläum gefeiert (siehe Text unten).

Ursprünglich gehörte Obermeiderich zu St. Michael und war dem Bistum Münster zugeordnet. 1957 wurde Herz Jesu dem Bistum Essen zugefügt, das damals neu gegründet worden war. Zu St. Michael gehörte Herz Jesu da schon lange nicht mehr: 1915, als das Gotteshaus an der heutigen Brückelstraße fertig war, wurden die Obermeidericher selbstständig. Die Unabhängigkeit währte 91 Jahre.

Heute noch 3465 Mitglieder

Dann kam (2006) der Beschluss, die schrumpfenden, katholischen Gemeinden im Bezirk Meiderich zu einer Großpfarrei zusammenschließen. Pfarrer Andreas Rose, der Anfang dieses Jahres die Gemeinde verließ, war fortan der oberste Seelsorger. Jetzt leitet Christian Becker die Großpfarrei. Herz Jesu selbst hat seit fast fünf Jahren keinen eigenen Pastor mehr. Seit 2011 kümmert sich Gemeindereferentin Christa Scholten-Herbst um die Gläubigen. Sie lebt mit ihrer Familie im Pfarrhaus neben der Kirche. Christa Scholten-Herbst ist Ansprechpartnerin für die Gemeindemitglieder, hält Kontakte zu Schulen und Kindergärten. Sie kümmert sich auch um den Kommunionsunterricht und führt Beerdigungen durch.

Der Bau der neuen Kirche hing mit der Industrialisierung zusammen. Anfang des 20. Jahrhunderts zogen viele Menschen nach Meiderich, weil sie dort bei Thyssen Arbeit fanden. Es seien vor allem Polen gewesen, die ausgewandert waren, berichtet Gemeindemitglied Hermann Grommes. Über 90 Prozent der neuen Bürger seien Katholiken gewesen, ergänzt er. So entstand rasch der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus. „Thyssen“, berichtet Christa Scholten-Herbst, „hat das Grundstück damals zur Verfügung gestellt“. Als die Kirche 1915 eröffnet wurde, zählte die neue Gemeinde 1500 Mitglieder. Rasch wuchs sie auf über 6000 an. Heute zählt sie noch genau 3465. Die gesamte Großpfarrei St. Michael ist für 20 721 Menschen zuständig.

Am 14. Oktober 1944 wurde die Kirche bei einem Bombenangriff zerstört. Bis 1954 lebte die Gemeinde mit einer Notkirche, die gut besucht war: 750 Kirchgänger zählte man an den Wochenenden. Seit 1954 gibt es die jetzige Kirche. Zu den Gottesdiensten, gehalten von verschiedenen Priestern, kommen heute jeweils rund 50 Besucher.

Kammerchor singt zum Auftakt

Das Festprogramm von Herz Jesu startet am heutigen Freitag.

Der Kammerchor „cantate domino“ aus Oberhausen begleitet das musikalische Abendlob, das heute, 12. Juni, um 19 Uhr in der Kirche an der Brückelstraße beginnt.

Zum Festhochamt am Samstagabend, 13. Juni, 17 Uhr, erwartet Gemeindereferentin Christa Scholten-Herbst eine volle Kirche. Nach dem Gottesdienst ist die Gemeinde in den Saal an der Brückelstraße 83 eingeladen. Dort werden die Gäste bewirtet. Das Catering übernimmt die Werkkiste. Das Hochamt gestalten die Kirchenchöre von Herz Jesu und St. Michael/Meiderich.

Zum Abschluss der Feierlichkeiten lädt die Gemeinde am Sonntag, 14. Juni, um zehn Uhr zur Messe und anschließend zur Party rund um die Kirche ein. Gegen 18 Uhr endet der Tag, der auch musikalisch begleitet wird (Black & White/Mülheim).