Helmut Schorsch erhält Verdienstorden

Hannelore Kraft überreichte Helmut Schorsch das Verdienstorden.
Hannelore Kraft überreichte Helmut Schorsch das Verdienstorden.
Foto: Ralph Sondermann
Was wir bereits wissen
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeichnete den 83-Jährigen jetzt in Düsseldorf zusammen mit zehn anderen Bürgern jahrzehntelanges Engagement in Walsum aus

Walsum/Düsseldorf..  Helmut Schorsch hat den Verdienstorden Nordrhein-Westfalens erhalten. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeichnete den 83-Jährigen gemeinsam mit zehn weiteren sozial engagierten Menschen in Düsseldorf aus – unter den Geehrten waren auch die „Tatort“-Kommissare Dietmar Bär und Klaus-Jörg Behrendt.

Die Ministerpräsidentin hob das außerordentliche Engagement der elf Bürgerinnen und Bürger für die Allgemeinheit hervor: „Unsere Wert­schätzung wird solchen Menschen zuteil, die sich – oft über Jahrzehnte – auf ganz unterschiedliche Weise für ihre Mitmenschen und damit für unsere Gesellschaft und damit für uns alle stark machen.“

Schorsch erhielt die Auszeichnung, da er sich seit Jahrzehnten in seinem Stadtteil engagiert und dort seine Heimatliebe unter Beweis stellt. Der gelernte Elektriker, seit langem auch Gewerkschaftsmitglied und über Jahrzehnte im Bergbau tätig, entdeckte als Schüler bereits seine Neigung zum Fach Geschichte. Von Kindesbeinen an merkte er sich fast alle Geschichten, die über „sein“ Walsum erzählt wurden.

Keine Überraschung also, dass Helmut Schorsch 1973 Mitglied im Heimatverein Walsum wurde. Seit 1983 ist er sein Vorsitzender. Heute steckt er andere mit seiner Begeisterung für seinen Heimatstadtteil an.

Das Signal für Schorsch zum Aufbau eines Archivs zur Walsumer Heimatpflege war die Eingemeindung der bis dahin selbstständigen Stadt Walsum 1975. Dieses Archiv baute er ab 1976 fast aus dem Nichts auf, genauer gesagt aus zwei Stehordnern im Keller der damaligen Vereinsbank. Heute umfasst das Archiv weit mehr als 190 000 schriftliche Dokumente (das älteste stammt von 1140), tausende Bilder, Fotos, Landkarten und Bücher.

In einem Raum der alten Volkshochschule sichtete Schorsch eingehendes Material und arbeitete es akribisch in den Bestand ein, reiste quer durch Deutschland und besuchte unzählige Archive, um alles zur Geschichte Walsums herauszufinden und für die Nachwelt sicher zu stellen. Selbstverständlich fand sich auch in privaten Kellern und Dachböden der Walsumer und in Nachlässen so manches interessante Fundstück. Ganz gleich, ob Film, Foto, Zeitungsartikel, Vereins- und Schulchroniken oder Kartenmaterial – für sein Heimatarchiv nahm und nimmt Schorsch fast alles dankend an.

Aber Helmut Schorsch ist nicht nur der Mann im Archiv, sondern sorgt auch für ein reges Vereinsleben. Die Zahl der Mitglieder von einst 150 ist auf mindestens 400 angewachsen. Treibende Kraft ist Helmut Schorsch auch bei den Besichtigungsfahrten und Heimatabenden, die mehrmals im Jahr stattfinden.

Die Arbeit für sein Heimatarchiv hat Helmut Schorsch jedoch nie daran gehindert, selber zur festen Größe im Walsumer Vereinsleben zu werden: Er sang im Männergesangsverein Walsum-Aldenrade und ist im Karnevalsverein „Alt-Walsum“ aktiv. „Ihr Engagement ist nicht nur unbezahlbar - es ist unverzichtbar für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, so Kraft.