Hand in Hand im Zeichen des Buches

Jede Menge Leseschnäppchen fanden diese drei besucherinnen des Bücherfrühlings.Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Jede Menge Leseschnäppchen fanden diese drei besucherinnen des Bücherfrühlings.Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
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Beim Meidericher Bücherfrühling kamen aber nicht nur Freunde der Literatur auf ihre Kosten. Gastronomie und Sonnenbad auf der Von-Der-Mark-Straße.

Meiderich..  Die Lebenserinnerungen von Brigitte Bardot stehen, im Grunde sehr passend, zwischen der Biographie von Nicolas Sarkozy und Bernhard Grzimeks tierischen Bekenntnissen.

Große Formate, kleine Preise, gemischte Themen verspricht der traditionelle „Meidericher Bücherfrühling“, den der Bezirksbibliotheksleiter Matthias Ernst organisiert. An der Belebung der Meidericher Einkaufsstraße mitzuarbeiten ist dem umtriebigen Büchermann ein Anliegen.

„Zwar zieht sich hier der Einzelhandel zurück“, sagt er bedauernd, „aber dafür ist die Gastronomie im Kommen und beim ersten schönen Wetter sind „Zack“ überall die Stühle draußen.“

Was könnte dazu besser passen, als ein Bummel durch die Büchertische vor der Bücherei, der Buchhandlung Filthaut und der katholischen Gemeinde Sankt Michael, die ihr Gotteshaus inzwischen zur Von-der-Mark-Straße hin geöffnet hat?

Dabei kommt Ernst ohne allzu großen Organisationsstress über die Runden. „Es darf ja kein Geld kosten und wir haben auch alle keine Lust und Zeit für lange Sitzungen“, sagt Ernst pragmatisch, „ich gehe einfach rum und frage wer dabei ist.“

„Ja“ sagte dazu auch Ulrike Rittmann, die zum ersten Mal mitmacht und selbstgekochte Marmelade verkauft. Den Erlös streicht sich „pro doMMo“ ein, er dient der Erhaltung der evangelischen Mittelmeidericher Kirche.

Wenn es eine Pflaumenschwemme gibt wie letzten Herbst, dann muss Rittmann zur Verarbeitung der heimischen Früchtchen schon mal eine Nachtschicht einlegen, aber sie tut es gern. „Die Brombeeren habe ich am Leinpfad gesammelt, da gibt es die besten“, sagt sie.

Und dass ja schon bei Paulus in der Bibel steht, dass jeder seine besonderen Talente zum Wohl der Gemeinde einbringen soll. „Ich kann halt am besten Marmelade“, lacht sie. Neben der Marmeladentheke betreut sie auch noch die Kochbuchecke vor der Bücherei, so passt wieder eins zum anderen.

Gegenüber hält die Rot-Kreuz Jugend vom Sterntalerhaus ihren Info-Pavillon fest, der im frischen Frühlingswind arg schwankt. Die Flyer mit den offenen Angeboten, den festen Gruppen und den Ferienbetreuungsmöglichkeiten des Kinder-und Jugendzentrums flattern fast von alleine in die dicken Büchertaschen der Passanten. Nur ihre Kinderbemalaktion müssen sich die jungen ehrenamtlichen Helfer abschminken, ihre Farben wurden vom Winde verweht.

Matthias Ernst muss zusehen, dass sich das „rein“ und das „raus“ in der Bücherei die Waage hält. „Alle acht Jahre erneuert sich unser Bestand komplett.“ Dabei erhält er viele Bücherspenden. Etwa ein Drittel wird aussortiert, ein Drittel geht in den Bestand, ein Drittel wird gegen eine geringe Spende beim Bücherfrühling abgegeben.

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