Hamborner Kinder sollen die Zahlensprache besser verstehen

Die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Kampstraße im Dichterviertel nehmen an dem Sprachförderungsprojekt BiSS  teil. Foto: Hendrik Schulz / FUNKE Foto Services
Die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Kampstraße im Dichterviertel nehmen an dem Sprachförderungsprojekt BiSS teil. Foto: Hendrik Schulz / FUNKE Foto Services
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Vier Schulen im Duisburger Norden beteiligen sich an der Initiative „BiSS“: Ziel ist, dass Schüler sprachlich dem Mathematik-Unterricht folgen können.

Hamborn..  Im Fach Mathematik kommt es ausschließlich darauf an, wie gut ein Schüler rechnen kann – möchte man meinen. Stimmt aber nicht.

Voraussetzung, im Mathematik-Unterricht folgen zu können, ist nämlich auch das Verstehen dessen, was der Lehrer erklärt.

Deswegen haben Grundschullehrerin Tuba Uysal von der Grundschule im Dichterviertel, ihre Kollegen von drei weiteren Grundschulen im Duisburger Norden und die Koordinatorinnen Sylvia Schulte und Alexandra Koch von Duisburger Schulamt, einen gemeinsamen Plan: Schülern mit Migrationshintergrund, die große Sprach-Defitzite haben, die Sprache der Mathematik näher zu bringen. Die Pädagogen tun dies im Rahmen der Initiative „BiSS“ – Bildung in Sprache und Schrift.

Damit Eltern und Außenstehende sehen können, dass es sich um eine Grundschule handelt, die Kinder in der Sprache der Naturwissenschaften fördert, wurden nun Plaketten an die beteiligten Schulen angebracht. „Sprachbrille auf! Im Mathematikunterricht“, haben die Beteiligten den Duisburger Schulverbund getauft. Lehrer der teilnehmenden Schulen werden Zusatzqualifikationen erwerben und anschließend ihre neuen Fähigkeiten an andere Pädagogen weiter geben. Angesetzt werden soll bereits bei den Referendaren.

Hintergrund ist, dass es an allen beteiligten Schulen eine hohe Anzahl von Grundschülern gibt, die große Defizite in der angemessenen Anwendung der deutschen Sprache aufweisen. Dies bereitet den Kindern in allen Fächern Probleme – auch in Mathematik.

„Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) ist ein fünfjähriges Forschungs- und Entwicklungsprogramm. Im Rahmen des Programms werden die in den Bundesländern eingeführten Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung für Kinder und Jugendliche im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und Effizienz wissenschaftlich überprüft und weiterentwickelt.

Mit der wissenschaftlichen Gestaltung und Begleitung des BiSS-Programms wurde ein Trägerkonsortium beauftragt. Die praktische Umsetzung der Maßnahmen und Programme zur sprachlichen Bildung und Förderung verantworten die Länder. Ein Lenkungsausschuss übernimmt die Gesamtsteuerung.

„Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Konferenz der Jugend- und Familienminister (JFMK) der Länder.