Hagenshof in Duisburg-Meiderich bleibt ein Brennpunkt

Das Wohn- und Geschäftszentrum Hagenshof, Wiesbadener Straße. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
Das Wohn- und Geschäftszentrum Hagenshof, Wiesbadener Straße. Foto: Udo Milbret/WAZ FotoPool
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Duisburg-Meiderich.. Bewohner vom Hagenshof sehen ihre Siedlung laut Umfrage der Stadt zwar immer noch kritisch, jedoch weniger kritisch als vor fünf Jahren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Stadtteilbüros Hagenshof, deren Ergebnisse jetzt der Bezirksvertretung Meiderich/­Beeck vorlagen. Sie decken sich indessen nicht mit dem Stimmungsbild, das die Redaktion beim spontanen Besuch vor Ort aufnahm.

Er gilt als einer der sozialen Brennpunkte in Duisburg, der Hagenshof in Obermeiderich. Die Hochhaus-Siedlung aus den 1970er Jahren ist seit langem Wohnort von Menschen aus verschiedensten Kulturkreisen. Heute bilden Um- und Aussiedler aus Osteuropa die größte Gruppe unter den rund 2400 Einwohnern. Besonders deren Jugendliche fielen durch große Anpassungsprobleme auf, durch Kriminalität und Vandalismus. 2007 befragte die Stadt die Bewohner erstmals gezielt, um Anhaltspunkte zu finden, wo Schwierigkeiten gesehen und in der Sozialarbeit angesetzt werden konnte. Zu Jahresbeginn wurde die Befragung wiederholt.

Von 1036 Haushalten beteiligten sich 92, das waren 8,8 %. Sie gelten nach Angaben des Amtes für Statistik, Stadtforschung und Europaangelegenheiten der Stadt trotz der geringen Rücklaufquote aber als aussagekräftig für die Sichtweisen aller Bewohner. Dabei waren 58 % der Fragebögen von in Deutschland Geborenen ausgefüllt worden. Sie stellen aber nur 48 % der dortigen Bewohner. Auch lag das Durchschnittsalter der erfolgreich Befragten mit 46 Jahren deutlich über dem Durchschnittsalter der Bewohner der Siedlung (39 Jahre).

Zu den wichtigen Ergebnissen ge­hören, dass die persönliche Wohnsituation nur noch von 79 % der Bewohner als gut angegeben wurde. 2007 hatten noch 85 % so geantwortet. Die schlechtere Einschätzung der Wohnsituation führt die Stadtverwaltung auf Instandhaltungsprobleme an den Häusern zurück.

Der engen Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsbetrieben ist demnach die weniger schlechte Bewertung der Sauberkeit zu verdanken. Nur noch 59 % bewerteten sie als negativ gegenüber noch 69 % fünf Jahre zuvor. Das deutlich gestiegene Sicherheitsempfinden sei, so die Verwaltung, Folge der intensiven Arbeit mit den Jugendlichen vor Ort im Bürgerhaus, bei Jugendfreizeit- und Ferien-Projekten. Nur noch 59 % fühlten sich nicht sicher, es waren mal 73 %. Nach Angaben der Jugendgerichtshilfe ist die Anzahl jugendlicher Straftäter deutlich zurückgegangen, außerdem gibt es weniger Schmierereien und Ärger mit Glascontainern.

Handlungsbedarf sieht die Verwaltung bei Sicherheit und Sauberkeit aber dennoch, wobei gezielt Jugendliche angesprochen werden und das dauerhafte Wohnenbleiben langfristig angestrebt wird. Zwar hat der Bezirksbeamte der Polizei neuerdings sein Büro im Hagenshof, die Polizeipräsenz gilt aber als noch verbesserungsfähig. Durch bessere Be­leuchtung abends und besser einsehbare Grünflächen soll das Sicherheitsgefühl weiter steigen.

Der entscheidende Schritt wird in der weiteren Arbeit mit Jugendlichen gesehen, durch Angebote wie Bewerbungstraining, Hilfen bei der Jobsuche, Aktionen gegen Langeweile, Kanalisierung des Aktionsdranges und Maßnahmen, die ein Wir-Gefühl hervorrufen.