Großstadt oder Provinz?
12.06.2009 | 17:23 Uhr 2009-06-12T17:23:00+0200
Sondersitzung der Bezirksvertretung Hamborn. Gutachten zum Outlet-Center liegt vor. Keine Entscheidung getroffen
Die Debatte um die Zukunft der Rhein-Ruhr-Halle geht in die nächste Runde. Bei einer von der SPD beantragten Sondersitzung diskutierten die Bezirksvertreter über Zahlen, Sanierungsbedarf und die Herrichtung der Clauberg-Halle als Alternative. Zu einer Entscheidung, ob die Halle nur stadtteilbezogene Bedeutung haben soll oder ob weiterhin Großveranstaltungen stattfinden sollen, konnten sich die Politiker nicht durchringen.
Auf 23,5 Millionen Euro belaufen sich die Sanierungskosten der Halle, rechnete Baudezernent Jürgen Dressler vor. Darin enthalten sind etwa Brandschutzmaßnahmen, energetische und sanitäre Erneuerungen, Asbestsanierung und „kosmetische” Veränderungen, um die Halle für Veranstaltungen auf den neuesten Stand zu bringen. Die SPD warf Dressler vor, die Kosten unnötig nach oben zu rechnen. Deshalb stellte sie einen Antrag, die 23,5 Mio. Euro von einem unabhängigen Gutachter gegenrechnen zu lassen. Dem stimmte das Gremium mehrheitlich zu.
"Ein Schmuckkästchen für Hamborn"
Die CDU setzt hingegen auf die Instandsetzung der alten Clauberghalle. Dort passen rund 400 Personen hinein. Das sportliche Programm, das bisher in der Rhein-Ruhr-Halle stattfand, würde durch eine Vierfach-Sporthalle ersetzt. „Damit machen Sie den Deckel drauf. Das ist kein gleichwertiger Ersatz. Die Menschen im Norden wollen die Rhein-Ruhr-Halle und fühlen sich verarscht”, wetterte Heiko Blumenthal, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung. Rainer Enzweiler (CDU) widersprach. „Die Clauberghalle wäre ein Schmuckkästchen für Hamborn, das wir bezahlen können.” Da die Clauberghalle eine Schulaula ist, könnte die Renovierung als Pflichtaufgabe deklariert werden. Die Sanierung der Rhein-Ruhr-Halle wäre dagegen eine freiwillige Leistung, der der Regierungspräsident zustimmen muss.
Und was wird aus dem Shoppingcenter? Ein Gutachten liegt vor und besagt, dass man ein Outlet-Center schaffen könnte, wenn man weitere Zentren als nur die Innenstadt in Duisburg-Mitte zuließe, so Dressler. Dabei wollen sicherlich auch die anderen Bezirke mitreden. Die Diskussionen werden fortgesetzt – voraussichtlich nach den Wahlen.
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20:34
@ 1 : Überflüssig, weil nicht durchdacht und mit Halbwissen garniert, sind solche Kommentare. Zuerst einmal wird es in ganz Duisburg weniger Einwohner geben. Im Norden hält sich dies aber in Grenzen, weil unsere immer mehr werdenden Migranten fruchtbarer sind. Das auch nur Menschen aus dem Duisburger Norden die Veranstaltungen besuchen würden ist ein noch größerer dummer Scherz. Zu den vielen großen Veranstaltungen zog es immer Leute aus ganz Deutschland nach Duisburg-Hamborn. Z. B. ist Wetten dass bereits auf Monate vorher ausverkauft. Wohin uns die angesprochene Privatisierung geführt hat, kann man gerade an der Weltwirtschaftskrise und dem damit verbundenen Arbeitsplatzabbau erkennen. Das hier der Stadtteil Hamborn, nicht nur das Hamborner Stadion, die Hamborner Stadthalle, dass Schwelgernbad und viele andere Einrichtungen verloren hat, während die Innenstadt, immer größer und feudaler wird, ist beweisbare Geschichte. Wahrscheinlich glauben die Leute, die das alles zu verantworten haben, dass wir Hamborner mit den unzähligen Brautmodegeschäften, Teestuben und der riesigen Moschee in Marxloh zufrieden sein können...
18:49
Eigentlich ist es doch egal, ob die Halle 23 Mio oder x .Mio kostet. Sie ist einfach überflüssig.Die Reporterin hat mit ihrem Kommentar doch recht. Der Duisburger Norden hat zu wenige , zukünftig noch weniger Einwohner, die sich diesen Unsinn für so wenige Nutzer erlauben können.Haben die Politiker eigentlich die Verantwortung für das Ganze zugunsten einer aufschreienden Minderheit völlig verloren?Sollen doch zukünftig diese Minderheiten kostendeckend für diese Hallen blechen. Warum geht man eigentlich nicht in private gastronomische Einrichtungen. Schafft Arbeitsplätze, bringt Steuern und sichert Urbanität. Doch das wissen diese inzwischen wirklich überflüssigen Roten und Schwarzen.