Großreklamen in Duisburg nicht überall beliebt, trotzdem abgesegnet
21.09.2012 | 18:00 Uhr 2012-09-21T18:00:00+0200
Duisburg-Hamborn. Immer mehr Standorte für die neumodischen Großreklametafeln werden im Stadtgebiet gesucht – und gefunden: So beantragte eine Firma kürzlich, eine solche Werbewand mit einer Bildfläche von 3,88 mal 2,88 Metern direkt neben einem Wohnhaus an der Kaiser-Friedrich-Straße 203 aufstellen zu dürfen.
Die Bezirksvertretung Hamborn stimmte ohne Gegenstimme nach kurzer Debatte zu. Sie hatten auch keine andere Wahl, denn die Stadtverwaltung hatte in einer schriftlichen Stellungnahme darüber aufgeklärt, dass aus baurechtlichen Gründen nichts dagegen spreche. „Es liegt kein Verstoß gegen das Verunstaltungsverbot vor“, so die Genehmigungsbehörde. Auch die Verkehrssicherheit sei nicht beeinträchtigt und der Abstand zur Wohnbebauung reiche aus. Folglich sei die Anlage baurechtlich zulässig, was die Politik veranlasste, dem Bauantrag zuzustimmen.
Nachts lesen, ohne das Licht einzuschalten
Bereits im vergangenen Frühjahr musste die Hamborner Politik einer solche Anlage an der Duisburger Straße zustimmen, weil sie schlicht und ergreifend „genehmigungspflichtig“ sei, wie Bezirksbürgermeister Uwe Heider damals die überrascht wirkenden Politiker aufklärte.
Die Stadt und die Politik könnten die Aufstellung nur verweigern, wenn es triftige Gründe gebe. Ansonsten müsse man mit Regressansprüchen der Antragsteller rechnen. Nicht nur die Stadt, auch die Politik könnte haftbar gemacht werden, berichtete ein Stadtmitarbeiter auf unsere Nachfrage.
Im Frühjahr wurde ausgiebig über eine Werbetafel diskutiert: Die Verkehrsteilnehmer seien durch die beleuchtete Reklame zu stark abgelenkt, hieß es damals. Dieses Mal kam nur deutliche Kritik von Herbert Fürmann (Linke): Er prangerte die zu erwartende Lichtimmission an: Anders als die Genehmigungsbehörde, die „keine schädlichen Umwelteinwirkungen“ erkennt, sieht er durchaus Probleme auf die Anwohner zukommen. Er befürchtet, dass „die Leute“ in den angrenzenden Wohnungen „nachts kein Licht mehr anmachen müssen, wenn sie die Zeitung lesen wollen“. Schließlich soll die Anlage direkt neben dem Haus errichtet werden. Fürmann schätzt, dass nicht mal ein Meter Abstand zur Wand bleibt.
Solche Groß-Werbeanlagen erfreuen sich insbesondere in den USA, aber auch in asiatischen Metropolen großer Beliebtheit. Die knalligen, beleuchteten Reklamen ziehen den Blick rund um die Uhr an, wie man auch in Filmbeiträgen immer wieder sehen kann. Hierzulande sind sie nicht so beliebt, weil sie das alte Straßenbild ändern.
Nach der Genehmigung durch die Bezirkspolitik wird nun der Antragsteller informiert, dass seinem Bauantrag entsprochen worden ist. Er kann also kurzfristig mit dem Aufstellen der Monofuß-Anlage, die insgesamt eine Höhe von knapp 5,50 Metern hat, beginnen.
19:36
Also das halte ich doch für ein Gerücht das die Stadt gezwungen ist diese riesigen Reklametafeln zu genehmigen. Ich möchte wetten das würde die Tafel neben dem Haus eines Ratsherrn/Frau aufgestellt wäre sie ganz schnell wieder verschwunden oder es gäbe erst gar keine Gehnemigung dafür.