Großer Andrang beim „Iftar“-Essen

Iftar-Fastenmahl in der Begegnungsstätte der Merkez Mosche in Duisburg Marxloh. Foto: Katharina Paris
Iftar-Fastenmahl in der Begegnungsstätte der Merkez Mosche in Duisburg Marxloh. Foto: Katharina Paris
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Was wir bereits wissen
Der Verband türkischstämmiger Unternehmer hatte zum Fastenbrechen im Ramadan, zum „Iftar“, in die Begegnungsstätte geladen. Illustre Gäste.

Marxloh..  Am Freitagabend bei Anbruch der Dunkelheit leuchten die Kuppeln der großen Marxloher Mosche in bläulichem Licht. Auf dem gut besuchten Ramadan-Markt, wo sonst die Autos parken, gehen in den weißen Zelten die Lichter an. Unten in der Begegnungsstätte sind die Tische zum Iftarmahl festlich gedeckt.

Solange es die Moschee gibt, lädt der Tiad, der Verein türkischstämmiger Geschäftsleute in Duisburg und Umgebung, zu Beginn des Ramadan zum gemeinsamen Fastenbrechen ein.

Der Saal ist voll, 150 Menschen warten auf das Ende des langen Fastentages. Es kommt mit dem Ruf zum Abendgebet. Viele Gläubige gönnen sich vorerst nur eine Dattel und verlassen dann ihren Platz, um vor dem Essen erst das Abendgebet zu verrichten. Die anderen lassen sich schon mal den ersten Gang schmecken, köstliche passierte Linsensuppe.

Die Reden haben Zeit bis nachher, das Buffet biegt sich unter den Warmhalteschüsseln. So viel zu essen und so wenig Zeit. Wenn der Ramadan in den Sommer fällt sind die Tage lang und die dunklen Stunden, in denen gegessen werden darf, sehr kurz.

„Der Ramadan ist eine Periode der Barmherzigkeit und lehrt uns Verzicht und Freigiebigkeit“, sagt der Vorsitzende des Tiad, Özcan Yavuz. Er hat bei seiner Vorbereitung der Rede „Ramadan“ gegoogelt und festgestellt, dass alle großen Zeitungen und Magazine Artikel zum islamischen Fastenmonat gebracht haben.

„Das ist aus Migrantensicht ein Meilenstein“, freut er sich. Früher habe man sich öfter gefragt, was man eigentlich falsch mache und warum die Gesellschaft keine Notiz vom kulturellen Leben der türkischen Minderheit genommen habe. „Wir zahlen unsere Steuern und fahren Autos, die in Deutschland hergestellt wurden“, sagt er. Die Mitglieder des Tiad seien schon lange ein Teil der wirtschaftlichen Kraft dieser Stadt.

„In Duisburg zählt immer noch die Chance zu zeigen, was man kann“, sagt Mahmut Özdemir, SPD-Bundestagsabgeordneter, „und dass man Eltern hat, die sich für einen einsetzten wenn es doch mal zu Diskriminierungen kommt.“

Er nimmt die Gelegenheit wahr, bei den gestandenen Geschäftsleuten im Saal für eine Willkommenskultur gegenüber den neu ankommenden Flüchtlingen zu werben. „Ich habe ja kürzlich Siegmar Gabriel am Ohr nach Duisburg gezerrt, damit wir Lösungen für die Probleme hier finden“, behauptet er schmunzelnd, fügt aber dann hinzu: „Ne, der ist schon freiwillig mitgekommen.“

Thorsten Klute, NRW-Staatssekretär für Integration wünscht allen „Glück auf“ und einen gesegneten Ramadan. „Ich beobachte seit Jahren mit Freude, wie der Ramadan ein Ort der Begegnung für viele Menschen wird.“