Große Theater-Talentschau des Duisburger Nordens

„The Stage Is ours“ von der Theaterklasse 6e des Max-Planck-Gymnasiums.Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services
„The Stage Is ours“ von der Theaterklasse 6e des Max-Planck-Gymnasiums.Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die 23. Marxloher Theatertage zeigten erneut, dass Schüler aus dem Duisburger Norden über enormes kreatives Potenzial verfügen. Von englischem Theater bis zu irischem Stepptanz gelungene Auftritte

Marxloh..  Zum 23. Mal hat das internationale Jugend- und Kulturzentrum Kiebitz die Marxloher Theatertage veranstaltet.

Schultheater, Jugend-Tanzgruppen und integratives Theater von Dienstag bis Donnerstag in der Marienstraße zu Gast.

Los ging es am vergangenen Dienstag mit „Szenen aus dem Alltag“ des integrativen Kiebitz-Theaters. Schauspieler im Alter von 10 bis 75 Jahren, Behinderte und nicht Behinderte, Deutsche und Migranten, Kinder und Erwachsene spielten mit.

Alltagsszenen, die in ihrer Ausführung ein wenig an Helge Schneiders legendäre „Hörspiele“ erinnerten: Menschen im Dialog in der Pommesbude, beim Zahnarzt oder beim Arbeitsamt – das Publikum war begeistert.

Weiter ging es am Dienstag mit der offiziellen Plakat-Präsentation der Theatertage. Das Festival-Plakat wurde vom EDV-Kurs des Max-Planck-Gymnasiums entworfen. Die Schüler wurden mit lang anhaltenden Ovationen bedacht.

Politisches Tanztheater des Sophie-Scholl-Berufskollegs stand anschließend auf dem Programm. Die Kollegschülerinnen drückten tänzerisch aus, wie sie als Jugendliche von politischen Themen bewegt werden. Das Stück sollte mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Jugend von heute für Politik nicht mehr zu begeistern ist.

Die Theaterklassen-AG der Realschule Fahrn bildete am Dienstag mit der „Realschule Fahrn Show“ den Abschluss des ersten Festivaltages.

Der Mittwoch in Marxloh wurde eröffnet mit „Coexist“ von der Theatergruppe Heroes der Offenen Jugendarbeit Neumühl. Muslimische Jugendliche setzten sich auf beeindruckende Weise damit auseinander, wie Hass, Konflikte und anti-jüdische Vorurteile im Nahen Osten von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Schüler des Faches „Darstellen und Gestalten“ der Gesamtschule Walsum präsentierten den Zuschauern abschließend ihre tänzerische Version des Michael-Jackson-Welthits Thriller.

Das Thema ihrer Altersgenossen aus Neumühl griffen dann die angehenden Erzieherinnen des Sophie-Scholl-Berufskollegs erneut auf: „Mit Gedichten durch dunkle Zeiten“ lautete der Titel der szenischen Collage von Gedichten, die von Verfolgten zur Zeit des Dritten Reichs verfasst wurden. Bedrückend und beeindruckend.

Am Donnerstag, dem Abschlusstag des Festivals, begeisterte noch einmal das integrative Kiebitz-Theater mit seinen Alltagsszenen. Beim Irischen Stepptanz der Gesamtschule Walsum heimste Tänzer Lukas ein Sonderlob von Lehrer Thomas Stoerch ein.

Als einziger Junge neben vielen Mädchen gab er dem irischen Tanz das, was er im Land der kernigen Iren seit Jahrhunderten besitzt: Eine maskuline Note. Neben femininen Charme, für den die Mädchen stehen. „Schade, die meisten Jungs hören nach ein paar Wochen wieder auf“, sagte Lehrer Stoerch.

Wie gut kann ein sechstes Schuljahr ein englischsprachiges Theaterstück interpretieren? Sehr gut!

Den Beweis lieferte die Theaterklasse 6e des Max-Planck-Gymnasiums mit „The stage is ours“ – Schulszenen zwischen Realität und Fiktion. Ein Höhepunkt des Festivals, das von der Tanzgruppe „Thunder-Steps“ des Abtei-Gymnasiums mit schwungvollem Jazztanz beendet wurde.