Gericht entscheidet über Rauswurf des Duisburger Gartenrebellen

Ralf Letzner gilt als Gartenrebell: Mehr Fläche als verlangt beackert er auf seiner Scholle in Obermarxloh. Sein Obst- und  Gemüsegarten mit Bienen und Hummeln missfällt dem Vorstand.
Ralf Letzner gilt als Gartenrebell: Mehr Fläche als verlangt beackert er auf seiner Scholle in Obermarxloh. Sein Obst- und Gemüsegarten mit Bienen und Hummeln missfällt dem Vorstand.
Foto: Udo Milbret / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der „Fall Letzner“ beschäftigt erneut das Amtsgericht Duisburg-Hamborn. Der Vorstand der Kleingartenanlage "Alte Buche" will den Gärtner loswerden.

Duisburg.. Das Amtsgericht Hamborn wird am Montag, 10. August, den „Fall Letzner“ verhandeln. Bekanntlich will der Vorstand der Kleingartenanlage Alte Buche, Sterkrader Straße 143, den Kleingärtner seit vielen Jahren loswerden. Man hat es mit mehreren Kündigungen, mal fristlos, mal fristgerecht, versucht – bislang erfolglos. Letzner bleibt auch jetzt gelassen und erntet derweil die Früchte seiner Arbeit. Momentan sind es vor allem saftige Kirschen und süße Himbeeren.

Gartenstreit Vor einigen Monaten war schon einmal ein Güte- und Verhandlungstermin anberaumt worden, er wurde aber abgesagt. Damals war der Kleingärtner selbst geladen, jetzt ist er es nicht. Er wird also an dem Tag von seinem Rechtsanwalt Jochen Lehnhoff vertreten. Der Duisburger kümmert sich schon lange um den Fall. Wie früher sieht er auch jetzt keinen Grund zur Sorge. Er geht davon aus, dass die Kündigungsgründe des Vereins nicht ausreichen.

Ralf Letzner spricht von Sabotage

Als Gründe gibt der Verein unter anderem an, Letzner lasse seinen Garten verwahrlosen (seine Außenmöbel wurden als Gerümpel bezeichnet), er beteilige sich nicht an Gemeinschaftsdiensten, nehme nicht an Veranstaltungen teil, lasse seine Bäume zu hoch wachsen. Schließlich warf man ihm vor, dass sich in seinem Garten Insekten (Bienen, Wespen) befänden, die eine Gefahr für die anderen Gartenbesitzer darstellten.

Jetzt, ganz aktuell, habe man ihm noch vorgehalten, dass Regenwasser von der Gartenlaube nicht ordnungsgemäß über die Dachrinne in die Sammeltonnen laufe, sondern in Nachbars Garten. „Erstens hat es in den letzten Wochen und Monaten so gut wie nicht geregnet“, erwidert Letzner. Der Fall sei also konstruiert. „Zweitens hatte jemand eine Bierflasche in die Dachrinne gelegt, wodurch Wasser nicht ganz so schnell weglaufen konnte wie gedacht.“ Der Kleingärtner spricht von „Sabotage“.

Weshalb es zum Streit kam, ist gar nicht mehr so klar

Warum es überhaupt zum Streit zwischen Gärtner und Gartenvorstand gekommen ist, lässt sich kaum noch ergründen. Letzner vermutet, dass der Auslöser seine Forderung bei einer Vereinsversammlung war, das Treffen „rauchfrei“ abzuhalten. Bis dahin sei immer gequalmt worden.

Der Vorstand ist seit Jahren nicht bereit, mit unserer Zeitung zu sprechen. Erst, wenn der Fall zum Abschluss gekommen sei, werde man sich äußern, ließ der Vereinsvorsitzende die Redaktion wissen.

Bereits im Jahr 2012 versuchte der Vorstand schon, Letzner per Gerichtsurteil loszuwerden. Damals scheiterte die Klage an Formfehlern.