Gerhard Schellenschläger – ein Hobbyimker aus Walsum

Imker Gerhard Schellenschläger.
Imker Gerhard Schellenschläger.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In diesem Teil unserer Serie „Mitmenschen aus dem Duisburger Norden“ stellen wir Gerhard Schellenschläger vor. Der ehemalige Bergmann liebt Bienen.

Overbruch.. Sein schönstes Hobby hat der Wahl-Walsumer Gerhard Schellenschläger seiner Frau Ingrid zu verdanken. „Als wir vor 49 Jahren den Garten von der Zeche bekommen haben“, erzählt der einstige Bergmann, „da hat meine Frau gesagt: Lass uns Bienen anschaffen.“ Fast ein Viertel Jahrhundert dauerte es, bis der Umwelt- und Naturfreund tatsächlich seine ersten Honigsammelerinnen anschaffte. Denn: Neben der Arbeit unter Tage und dem Familienleben hatte der Mann, der aus der Gegend von Worms stammt, keine Zeit für die Imkerei.

Aber: „Als ich in die Anpassung ging, waren nur ein paar Wochen vergangen, bis ich meine ersten Bienen hatte“, erinnert sich Gerhard Schellenschläger. Seitdem hat ihn dieses Hobby nicht mehr losgelassen. Tag für Tag, jahrein, jahraus schaut der heute 77-Jährige nach seinen eifrigen Insekten.

Damit nicht genug: Jedes Jahr hat er um die 140 kleine Besucher von Kindergärten zu Gast in seinem Garten in der Anlage an der Overbruchstraße und erklärt ihnen das Hobby, was Bienen für die Umwelt bedeuten und lässt die Kinder natürlich auch das flüssige Gold probieren.

Er hat sich als Bienenfachmann einen Namen in Duisburg und Umgebung gemacht. Wann immer die Polizei oder ein Bürger ihn braucht, weil sich ein Bienenschwarm in einem Garten eingenistet hat oder Wespen das Leben auf Balkonien unangenehm machen, rückt er aus. Manchmal sammelt er die Insekten ein oder – wenn keine Gefahr besteht – überzeugt die verunsicherten Bürger, die Tiere einfach in Ruhe zu lassen, da sie meist in ein paar Tagen oder Wochen von alleine wegziehen. Wenn es um Bienen geht, macht sich Gerhard Schellenschläger gerne einen Spaß. „Bevor ich mit der Arbeit beginne, ziehe ich meine Schutzkleidung an“, sagt er den nervösen Menschen. Setzt sich seinen hellen Schlapphut auf und ergänzt: „Fertig.“ Gestochen wird er natürlich gelegentlich, meistens aber nur dann, wenn er den Stich für Demonstrationszwecke provoziert.

Ursprünglich hatte der Rheinland-Pfälzer in der Landwirtschaft gearbeitet. Er hat Kühe gemolken, Felder beackert, Ernten eingefahren. Doch er wollte umsatteln, ging als junger Mann zur Arbeitsvermittlung und entdeckte dort das Bild einer Schrämmaschine im Kohleabbau. „Ich habe damals gehört, dass man im Bergbau viel Geld verdient“, erzählt er. Grund genug, sich rasch zu bewerben. Wenig später landete auf dem Walsumer Pütt.

Ein echter Tüftler

Als Bergmann muss man ein guter Handwerker sein. Das kommt dem 77-Jährigen bis heute zugute: Er erledigt alle Arbeiten am Haus und im Garten selbst. Er kann schweißen, mit Holz arbeiten, mauern. Er ist ein echter Tüftler. „Alles im Garten habe ich selbst gemacht.“ Er hat ein Windrad Marke Eigenbau für seinen Brunnen entwickelt, die Laube mit aufgesetztem Bienenhaus gebaut, einen Teich angelegt. Und wenn die Wohnung renoviert werden muss, legt er auch Hand an.

Gerhard Schellenschläger hat drei Kinder, fünf Enkel und sogar schon zwei Urenkel. Er war früher im Vorstand der Kleingartenanlage (Kassierer und Erster Vorsitzender), aber auch als Gewerkschafter in Walsum tätig. Der traumhafte Garten mit Blumen, Obst und Gemüse sowie den Bienen ist sein Ein und Alles.