Gemeinsame Sache machen
12.02.2012 | 10:00 Uhr 2012-02-12T10:00:00+0100
Duisburg. Die Schulen Robert-Bosch, Sophie-Scholl und Walther Ratenau erwarten starke Synergieeffekte und noch bessere Bildungschancen für ihre Schüler.
Der Duisburger Norden ist besser als sein Ruf, zumindest in Sachen Bildung: Jahr für Jahr unterrichten rund 300 Lehrkräfte rund 7200 Schüler an den drei Berufskollegs in Hamborn und Marxloh in 70 verschiedenen Bildungsgängen.
Jährlich verlassen rund 1600 junge Menschen die Berufskollegs Robert Bosch und Sophie Scholl sowie das Kaufmännische Berufskolleg Walther Rathenau als qualifiziert ausgebildete Nachwuchskräfte. Die Absolventen übernehmen Handwerk, Wirtschaft und Industrie der Region meist mit Kusshand. Jetzt haben die drei Berufskollegs ihre Kräfte gebündelt und das „Kompetenzzentrum für berufliche Bildung Duisburg-Nord“ gegründet.
Erklärtes Ziel des neuen Kompetenzzentrums: „Jeder Schüler muss in den richtigen Bildungsgang“, so Peter Krommweh, Leiter des Kaufmännischen Berufskollegs Walther Rathenau. „Wir brauchen für jeden Schüler das passende Modell. Keiner darf verloren gehen.“ Hintergrund: Die Schüler und ihre Eltern sollen bei der Ausbildungs- und Berufswahl intensiver als bisher beraten, Reibungsverluste sowie doppelte Angebote und Strukturen künftig vermieden werden. „Es gibt immer noch zu viele Schüler, die im falschen Bildungsgang und damit auf dem falschen Berufskolleg landen“, so Gabriele Frerkes, Leiterin des Sophie-Scholl-Berufskollegs. „Wir wollen die Schüler frühzeitig in die richtige Richtung lenken.“ So soll auch der hohe bürokratische Aufwand bei An- oder Ummeldungen der Schüler gesenkt werden.
„Durch die Zusammenarbeit der drei Berufskollegs wird es erhebliche Synergieeffekte geben“, erwartet Krommweh. Das Kompetenzzentrum ist zwar dezentral organisiert, d. h. ein zehnköpfiges Team berät Schüler, arbeitssuchende Jugendliche, Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis, auch Lehrer und Eltern an den drei Standorten der drei Berufskollegs. Doch die Mitarbeiter sind untereinander vernetzt, informieren sich gegenseitig und sprechen sich ab. Alle sollen den gleichen Kenntnis- und Informationsstand haben. „So können wir Schüler, Eltern und Lehrer schneller, effektiver und passgenauer beraten“, erläutert Schulleiterin Gabriele Frerkes.
Am Robert-Bosch-Berufskolleg unterrichten 85 Lehrer 2300 Schüler, am Sophie-Scholl-Berufskolleg 120 Lehrer 2200 Schüler, am Walther-Rathenau-Berufskolleg 100 Lehrer 2630 Schüler. Die drei Schulen arbeiten schon seit Jahren eng zusammen. Zum Beispiel beim „Girls Day“ oder beim „Boys Day“. Auch bei internationalen Kontakten in den Bereichen Logistik, Sport, Gastronomie sowie Metall- und Elektrotechnik kooperieren die Schulen erfolgreich.
Das neue Beratungszentrum soll auch die Fremdsprachenkenntnisse der Schüler stärker als bisher fördern, ihnen die beruflichen Möglichkeiten der EU und des europäischen Marktes deutlich machen. Schließlich soll das Kompetenzzentrum helfen, den dringend benötigten Facharbeiternachwuchs in der Region Duisburg zu sichern.
Damit jeder Schüler die richtige Ausbildung, später den richtigen Job erhält, bietet das Team des Kompetenzzentrums um Geschäftsführerin Brigitte Wilken Informationen zur Berufs- und Studienorientierung, zeigt die passenden Bildungswege auf. Bei Defiziten oder bei besonderen Qualifikationen der Schüler kann das Team frühzeitig Fördermaßnahmen einleiten. Das Team stellt auch Kontakte zu Betrieben und Beratungsstellen her, unterstützt die Schüler bei Bewerbungen, bietet auch Weiterbildungsmöglichkeiten - nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer. Beraten wird auch zum Auslandsstudium und zu den Fächern, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
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