Geburtstagsfeier für St. Josef in Duisburg-Aldenrade

Die St. Josef-Gemeinde in Duisburg feierte am Sonntag, den 31.05.2015, ihren 100. Geburtstag mit einem großen Familienfest auf dem Spielgelände des Kindergartens/Familienzentrums.
Die St. Josef-Gemeinde in Duisburg feierte am Sonntag, den 31.05.2015, ihren 100. Geburtstag mit einem großen Familienfest auf dem Spielgelände des Kindergartens/Familienzentrums.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Gemeinde St. Josef in Walsum-Aldenrade feiert in dieser Woche das 100-jährige Bestehen. Zum Festauftakt besuchten 500 Menschen den Gottesdienst.

Aldenrade..  Die katholische Gemeinde St. Josef/Aldenrade feiert eine Woche lang den 100. Geburtstag. Zum Auftakt am Sonntag war die Kirche an der Kolpingstraße mit rund 500 Menschen bis auf den letzten Platz gefüllt – was Pfarrer Herbert Werth sehr freute. Nach dem Festgottesdienst strömten die Menschen aufs Kindergartengelände nebenan: Dort boten fleißige Helfer zahlreiche Aktivitäten für Jung und Alt.

Dass an der Kolpingstraße ein großes Fest gefeiert wurde, konnte man schon mehrere hundert Meter entfernt hören: Irische Musik, live gespielt, schallte durch den Ortsteil. Wer glaubte, im Umfeld der Kirche noch einen Parkplatz ergattern zu können, der musste viel Glück haben: Weithin waren die Straßenränder, Grünstreifen und Gehwege zugestellt.

Lange Schlange am Waffelstand

Eine lange Schlange, die selbst nach einer Stunde nicht kürzer werden wollte, hatte sich vor dem Fenster gebildet, durch das frische Waffeln gereicht wurden. Auch die „Kaffee-Ecke“ hinter dem Kindergarten war „ausgebucht“: Zahlreiche Menschen saßen an den Tischen, aßen Kuchen und plauderten mit den Tischnachbarn.

Man kennt sich in Aldenrade. Beim Gang über den Festplatz hörte man immer wieder Sätze wie: „Ach, Du auch hier?!“ oder mit einem Augenzwinkern: „Lange nicht geseh’n.“ Es war ein fröhliches Familienfest, bei dem viele Nationalitäten miteinander feierten.

Die ganze Woche über stehen Geburtstags-Veranstaltungen an, teils Vergnügliches, teils Nachdenklichmachendes: Am heutigen Montag, 1. Juni, werden Rupert Neudeck, Gründer von Cap Anamur (Deutscher Notärzte-Verein), Kirsten Eichler vom Flüchtlingsrat NRW und Innenminister Ralf Jäger das Thema Asyl diskutieren (19 - 21 Uhr, Josefkirche). Eintritt frei.

Kabarett mit Ulrike Böhmer steht am Dienstag, 2. Juni, von 19 - 21 Uhr im Festzelt vor der Josef-Kirche an (Eintrittspreis: zehn Euro, ermäßigt acht Euro).

Einen Abend für Jugendliche und Väter präsentiert die Kirche am Mittwoch von 19 - 24 Uhr. Unter anderem stehen dann Gespräche am Grill und ein gemeinsames Kinoerlebnis im Kirchengewölbe auf dem Programm. Donnerstag, 4. Juni, findet ein Fronleichnamszug mit anschließendem Gottesdienst in St. Josef statt (ab 9.30 Uhr). Danach wird ein Mittagessen serviert. Nachmittags wird die Geburtstags-Kaffeetafel gedeckt (15 - 18 Uhr). Die Ehrenamtlichen Helfer der Gemeinde sind Freitag, 5. Juni, zum „Feierabend“ eingeladen (18 - 24 Uhr).

Samstag, 6. Juni, steht um zehn Uhr ein multikultureller Gottesdienst an, danach eröffnet ein Handwerkermarkt. Mit Tanz (19 - 24 Uhr) endet der Tag.

Zum Abschluss wird Bischof Felix Genn die Gemeinde segnen (7. Juni, zehn Uhr).

Aldenrader helfen

Als die Bevölkerungszahlen zu Beginn der Industrialisierung stark anstiegen, kam bei den Aldenrader Katholiken der Wunsch auf, ein eigenes Gotteshaus zu bauen. Etwa zwei Jahre dauerten die Planungen, 1914 begannen die Handwerker mit dem Bau der Kirche.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus stark beschädigt. Hinzu kamen massive Bergschäden – Walsum war bis vor wenigen Jahren Bergbaustadt. Ärgerlich, aber für die Aldenrader kein Grund zu verzweifeln. Sie reparierten ihre Kirche immer wieder – „Hunderte Menschen wie auch ortsansässige Unternehmen“, heißt es in der Chronik, hätten sich „immer wieder finanziell und materiell daran beteiligt“.

Immer, wenn das Gebetshaus nicht nutzbar war, boten die Protestanten Hilfe an: Sie stellten ihre Kirche für Gottesdienste zur Verfügung. Das hat bis heute Auswirkungen: Die beiden Gemeinden pflegen freundschaftliche Kontakte.