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Gebag verärgert ihre Mieter

18.11.2009 | 13:53 Uhr

Die städtische Gesellschaft erzwingt einen Multimedia-Anschluss. Außerdem werden von den Hausbewohnern die Nebenkostenabrechnungen angezweifelt.

Mieterprotest in Neumühl. Foto: Friedhelm Geinowski

Unitymedia, der große Kabel-TV-, Telefon- und Internetanbieter in NRW, ist in die Schlagzeilen geraten, u.a. wegen hoher Kosten und Ärger bei Reklamationen – wir berichteten. Ausgerechnet dieses Unternehmen, das die Verbraucherzentrale auf dem Kieker hat, ist der neue Partner der Gebag, der Duisburger Gemeinnützigen Baugesellschaft. Die Gebag, eine städtische Gesellschaft, hat rund 15 000 Wohnungen in ihrem Bestand, einige Tausend im Duisburger Norden. Und genau hier macht sich Widerstand breit gegen den Plan der Gebag, den Mietern das Multimedia-Paket mit TV-, Telefon- und Internetanschluss aufzuzwingen. Schriftlich hat die Gebag die „Modernisierung” angekündigt: „Es handelt sich um einen Beschluss unseres Unternehmens”, sagt Vorstandsvorsitzender Dietmar Cremer. Deshalb werde der Kabelanschluss verpflichtend gemacht, die Rechtsprechung gebe das her.

Das sieht der Mieterbund Rhein-Ruhr ganz anders: Im Auftrag von Mietern informiert er die Gebag, dass „es sich um keine Modernisierung handelt, sondern um einen Vertrag zu Lasten Dritter. Unsere Mandanten haben kein Interesse daran, über das Kabelfernsehen zu telefonieren. Gleichfalls haben sie kein Interesse daran, über dieses Kabel im Internet zu surfen. Unsere Mitglieder werden zukünftig keine höheren Kosten als bisher übernehmen.”

Solche Klagen werden von etlichen Gebag-Mietern geführt. Cremer dazu: „Beschweren tun sich nur diejenigen, die das Angebot nicht wollen.” Aus seiner Sicht ist die Zahl der Befürworter aber größer.

Lilia Ismailov Foto: Friedhelm Geinowski

Massive Kritik gibt es auch an den Nebenkostenabrechnungen der Gebag. An der Rügenstraße in Neumühl etwa sollen die Mieter für Wartungsarbeiten in der Tiefgarage und an der Aufzugsanlage zahlen, „obwohl die beides gar nicht haben”, stellen Magdalena Matysik und Lilia Ismailov für andere Mieter klar. Die beiden Frauen haben in ihrem Wohnblock mit knapp 210 Wohneinheiten bereits eine Unterschriftenaktion gestartet, um gegen die Nebenkostenabrechnungen zu protestieren. Die Listen mit bislang 118 Unterschriften sollen dem Vermieter überreicht werden.

Allerdings sind sich die Neumühler nicht sicher, dass sie damit Erfolg haben werden. Bislang habe man ihre Klagen nie ernst genommen. Aus ihrer Sicht stimmt kaum ein Punkt in der Abrechnung. Die Heizkosten seien zu hoch angesetzt, weil die berechneten Quadratmeterzahlen nicht stimmten. Selbiges treffe auf die Müllabfuhr-Gebühren zu. Und auch die Hausreinigung wollen sie nicht bezahlen: „Das machen wir selbst”, sagen die Mieter. Weil sie Geld sparen wollen. „Das sind doch hier Sozialwohnungen”, klagen einige gegenüber der Redaktion. „Wir sind ja keine reichen Leute.”

„Ärger wegen Betriebskostenabrechnungen gibt es so lange, wie wir Betriebskosten abrechnen”, sagt Gebag-Chef Dietmar Cremer. Allerdings räumt er ein, dass die Mieter wegen der enorm gestiegenen Kosten („Insbesondere die öffentlichen Gebühren und die Energie sind so teuer geworden.”) genauer hinguckten als früher. Aber: Diese Kosten würden ja nur weitergegeben. Fehler in der Abrechnung würden natürlich korrigiert, so Cremer. Mehr Zugeständnisse gibt es indes nicht.

Somit bleibt den Mietern weiterhin nur der Weg zum Mieterbund und zum Gericht.

Nebekostenabrechnung

Was in die jährliche Abrechnung gehört und was nicht, ist klar umrissen. Im Internet, aber auch im Buchhandel gibt es ausreichend Literatur dazu. Zudem helfen der Miterbund und der Vermieterverein Haus+Grund mit Informationen aus.

Gregor Herberhold



Kommentare
19.04.2010
22:27
Gebag verärgert ihre Mieter
von Beate Molitor | #24

Fernseh hin- Fernseh her - feuchte Wände und Ungeziffer in der Wohnung und die GE ba G
tut nix, viel schlimmer!
BM Duisburg-Neudorf
P.S.
Weiter Informationen haben erhalten:
Gesundheitsamt
NRZ :- bin mal gespannt, nach dem ich hier alles gelesen habe
und morgen werden es TV Medien werden

19.11.2009
21:06
Gebag verärgert ihre Mieter
von dongiovanni | #23

Unitymedia versucht schon seit Jahren ihren Fuß in mein Haus zu stellen. Die haben vor Jahren einfach den ganzen Kram von der Post gekauft, die zwangsweise an jedes Haus einen Kabelanschluss legte. Ob der Hausbesitzer wollte oder wie ich nicht. Zwischenzeitlich hießen die mal anders. Frecherweise kommen die noch regelmäßig schauen, ob ich oder Mieter, nicht doch heimlich am Kabel hängen. Die haben auf ihren Kabel ein paar ausgesuchte Programme, die sie dem Kunden vorgeben. Gehe ich mit meiner Schüssel auf die erreichbaren Satelliten, bekomme ich so viele Programme, die ich an einem Abend gar nicht zappen kann. Freiwillig würde ich mich nicht an so eine Monopolorganisation binden, das sollte die angeblich gemeinnützige GEBAG auch nicht. Den Mietern nützt diese Bindung nichts, fragt sich wie gemein der Nutzen der GEBAG ist. Ich wünsche allen Mietern, dass sie Unterstützung finden aus diesen Knebelverträgen herauszukommen.

19.11.2009
20:13
Gebag verärgert ihre Mieter
von bestätigender | #22

Ich bin Mieterin der Gebag und habe mich nach einer ersten Verwunderung sachkundig gemacht. Die Ausführungen von Herrn Cremer sind im wesentlichen zutreffend, aber mit einem solchen Verständnis für seine Mieter gehört Herr Cremer ganz schnell entfernt. Herr Prüßmann, Sie als Aufsichtratsvorsitzender machen sich mitschuldig, wenn sie Cremer gegenüber seinen Mieter so arrogant auftreten lassen. Wenn ich als alte Duisburger es richtig in Erinnerung habe, stammt Herr Cremer aus Laar. Und hat wohl durch den von der SPD ihm zugeschussterten Posten seine Herkunft vergessen, wohl verleugnet. Diese parteipolitischen Karrieristen sind mit einfach zuwider und so ein Verhalten bestätigt meine Vorbehalte.

19.11.2009
15:39
Gebag verärgert ihre Mieter
von ich81 | #21

So habe heute mit einem von Unitymedia gesprochen der mir endlich helfen konnte. Man muss die Kosten tragen ausser man nimmt gar kein Kabel-TV und meldet dies ab. Man bezahlt nun knapp 14 EUR direkt mit den Nebenkosten und nicht wie vorher 3,50 Mietnebenkosten und 9,00 EUR Unitymedia-Nutzungsgebühr. Man erhält über eine Hotline kostenfrei einen Receiver zugestellt und kann ab dann für diese 14,00 EUR (1 EUR mehr als vorher) digitales TV schauen. Wenn man sih belatschern lässt gibt es als Komplettangebot für 25 EUR TV-Telefon-Internet mit einer 10.000 Rate. Man kann sich von dieser Hotline ein Blankobeleg zusenden lassen, mit dem mann ggf. (mit etwas Glück) aus dem alten Telefon und Internet Vertrag rauskommt. Man bindet sich damit dann zu 100% an Unitymedia. So nun weiß ich mehr und werde erstmal mein Schreiben mit der Hotline.Nr. suchen. Wenn ich für den scheiss schon zahlen muss, will ich das auch schauen.

19.11.2009
13:03
Gebag verärgert ihre Mieter
von Iceangel | #20

Im Briefkopf der GEBAG erscheint zusätzlich seit neustem der Name Marienfeld mulitmedia. Offensichtlich handelt es sich um eine Fusion der GEBAG mit der Fa. Marienfeld. Ebenso offensichtlich verdient die gemeinnützige GEBAG erheblich an der angeblichen Modernieierung. Traurig, dass die Leistungen der Unitymedia bei zusättzlicher Bestellung von Telefon und Internet wesentlich schlechter sind, als beispielsweise ein vergleichbares Komplettpaket bei der Telekom. Telefon und Internet sind bei der Unitymedia so schlecht und langsam, dass es sich hier keinesfalls um eine Modernierung handelt sondern um eine Rückschritt in Richtung Steinzeit (Rauchzeichen sind schneller).
Des Weiteren verlangt die GEBAG vom Mieter Kosten für einen Drittvertrag welche über die Nebenkosten abgerechnet werden sollen, obwohl die Mieter keinen Vertrag abgeschlossen haben. Der Mietvertrag allerdings beinhaltet lediglich, dass bei Wunsch von Kabelfernsehen mit der Fa. Marienfeld ein Vertrag abgschlossen werden. kann. Ab 2010 versucht die GABAG diesen Vertrag zwangsweise zu erwirken, indem Sie Nebenosten um den Betrag anhebt. Bisher war lediglich bei Nichtnutzung die Grundbereitstellung der öffentlich rechtlichen Sender freigeschaltet. Jetzt werden die Mieter gezwungen Kabelfernsehen zu bezahlen, auch bei Nichtnutzung.

19.11.2009
11:14
Gebag verärgert ihre Mieter
von LackmannZwo | #19

Dieser sog. Pendecho (prominenter Tupper-Party-Organisator in Rheinhausen) schlägt sicvh natürlich voll auf die Seite der unheimlich gemeinnützigen GEBAG. Natürlich zwingt dieser Verein seinen Mietern die neuen Leistungen auf, denn sie müssen auf jeden Fall bezahlen, auch ohne Nutzung !!!!

19.11.2009
10:59
Gebag verärgert ihre Mieter
von neudorferjung | #18

Für einen nicht Betroffenen hört sich dies so an: Die Muttergesellschaft Unitymedia muss den Arena-Flop ihrer Tochter immer noch verarbeiten. Diese Mutter sucht sich dann irgendwelche willigen Provisionsempfänger mit (richtigem Parteibuch? und) grossen Wohnungsbestand, die eine „Basta-Politik“ bei ihren Mietern durchsetzen. Diese sozialschwächeren Mieter wiederum scheuen natürlich das Prozessrisiko und bald ist wieder Ruhe eingekehrt, weil eine unbekannte Mehrheit das alles ganz toll findet.
Ach Nein, habe ich bestimmt falsch verstanden.
Nur zu Info: Die GEWOGE hat auch ein Vertragverhältnis mit Unitymedia……..

19.11.2009
10:44
Gebag verärgert ihre Mieter
von Pendecho | #17

@jajadieJugendvonHeute
Es ist so: Im Mietvertrag steht nicht, welche TV Technik in der Wohnung eingesetzt wird. Es wird lediglich darauf hingewiesen, daß Betriebskosten (nicht instandhaltung) für Kabel TV umgelegt werden dürfen. Was ich auch tue. ca 11 € pro Monat. Jetzt lasse ich das Kabel TV Netz Multimediafähig machen. Danach kostet es 14 € pro Monat. Das wird über die Nebenkostenrechnung an die Mieter verrechnet. Damit hat der Mieter keine Nennenswerte Leistung mehr. Er kann nun allerdings Telefon und Internet selbst über UNITYMEDIA beziehen.
Wenn er das macht, bin ich sein Vertragspartner was Kabel TV angeht. Bei Telefon und Internet ist er selbst Vertragspartner von UNITYMEDIA. Pay TV kann er auch noch selbst dazubuchen.
Ich kann aus dem WAZ Bericht nicht erkennen, daß die Gebag den Leuten Internet und TELEFON aufzwingt, sondern auch nur, daß Ihr Anschluß Multimedia fähig wird und sich jeder selbst entscheiden kann, ob er TELEFON und Internet von UNITYMEDIA beziehen will.

19.11.2009
08:07
Gebag verärgert ihre Mieter
von ich81 | #16

Ich wohne ebenfalls bei der Gebag und war ziemlich verwirrt als ich dieses Schreibe mit Multimedia-Paket erhalten habe. Und das obwohl ich noch zu den jungen Mietern gehöre. Sehr spassig auch: ca. 2 oder 3 Tage später kam der Vertreter von UNitymedia natürlich mitten am Tag wo nur die alten Leute zuhause waren. Was wollte der wohl?
Frage mich wie die sich das vorstellen. Ich brauche werde telefon noch Internet über diese Buchse habe doch auch noch laufende Verträge. Echt affig diese zu ändern. Habe mich aber nicht beschwert weil ich wie gesagt gar nicht so recht verstanden habe was das jetzt soll. Finde es eine sauerei das man nicht richtig aufgeklärt wurde sondern nu so nen Wisch im Briefkasten hatte von wegen: Wir kommen und machen.

19.11.2009
07:53
Gebag verärgert ihre Mieter
von FSG | #15

Das ist typisch GEmeinnützigeBAuGesellschaft.

Bei der geht - trotz Einstufung als gemeinnützig - seit Jahren der Eigennutz vor dem Gemeinnutz.

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