Geändertes Kaufverhalten
04.07.2007 | 03:17 Uhr 2007-07-04T03:17:23+0200Rolf Weiler vom Werbering Hamborn will die Geschäftssituation rund um den Altmarkt nicht schönreden.Aber er will das Gejammere der Bürger nicht akzeptieren: Es gebe mehr Angebote als viele Menschen glaubten
"Ich will nichts schönreden. Und das Gejammere hasse ich wie die Pest", sagt der Chef des Hamborner Werberings, Rolf Weiler. Aber: So wie einige Bürger die Einkaufssituation an der Rollenden Redaktion auf dem Altmarkt und anschließend in einer Umfrage dargestellt hätten, müsse er reagieren.
Weiler ärgert sich, dass immer wieder die alten Zeiten genannt werden, in denen angeblich alles besser gewesen sei. Und er ärgert sich, dass manche Bürger immer wieder behaupten, es gebe diesen oder jenen Laden nicht mehr - obwohl das Gegenteil der Fall sei. Als Beispiel nennt er den angeblich fehlenden Herrenausstatter, der sehr wohl noch in Alt-Hamborn zu finden sei.
Aber Weiler räumt ein, dass sich die Geschäftswelt im Laufe der vergangenen 20 bis 30 Jahre schon deutlich verändert habe. Etliche Einzelhandelsgeschäfte seien verschwunden, weil die Eigentümer keine Nachfolger gehabt hätten. Etliche Geschäfte seien geschlossen worden, weil das Kaufverhalten und die Bevölkerungsstruktur heute anders seien. So kaufe man jetzt häufig in Supermärkten und beim Discounter statt im kleinen Geschäft an der Ecke.
Ein großes Problem sieht der Geschäftsmann in den Mieten im Umfeld des Altmarkts und der Jägerstraße. Bis zu 24 Euro würden im Extremfall pro qm verlangt: "Viel zu viel für einen Einzelhändler." Allerdings räumt er ein, dass die Kosten einer Immobilie auch nicht von Pappe seien. Und, dass es Vermieter gibt, die - zum Beispiel in Randlagen - gerade mal 2,50 Euro für einen qm verlangten.
Einfach nur abwarten und zuschauen, wie sich Hamborn verändert, das will der Werbering nicht. Weiler wird deshalb versuchen, die Immobilieneigentümer an einen Tisch zu holen, um mit ihnen zu besprechen, um welche Branchen man sich bemühen müsste, und welche man besser meiden sollte, um den Ortsteil auf lange Sicht attraktiv machen zu können. Freilich weiß Weiler auch: "Ein Immobilienbesitzer ist in seiner Entscheidung frei."
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